Olten

Willy Näf gewinnt erste Vorrunde des Castings an Kabarett-Tagen

Am Freitag gab es im Schwager Theater die erste Vorstellung der Kabarett-Tage. Zum dritten Mal wurde das Oltner Kabarett-Casting durchgeführt mit dem Ziel, nach vier Abenden aus zwölf Teilnehmern einen Gewinner auserkoren zu haben.

Miriam Ackermann
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Alle Kandidaten zusammen auf der Bühne
5 Bilder
1. Casting an den Oltner Kabarett-Tagen
Marc Bolt: sprachgewandt
AMA: Russisch Roulette
Alex Brunner: «Mir Manne hei gwunne.»

Alle Kandidaten zusammen auf der Bühne

HR Aeschbacher

In drei Vorrunden werden drei Finalisten nominiert, die sich dann während der Kabarett-Tage im Mai im Final messen. Der Gewinner bekommt einen Förderbeitrag von 10'000 Franken, ein professionelles Kabarett-Coaching sowie einen Auftritt an der «Sprungfeder» der Kabarett Tage 2015.

Den ersten Abend bestritten Alex Brunner, AMA, Marc Bolt und Willy Näf. Durch den Abend führte Philipp Boë, als humorvoller Moderator. Die Künstler hatten jeweils zehn Minuten Zeit, um die Jury (bestehend aus dem Publikum und einer Fach-Jury) von ihrem Können zu überzeugen.

Mit seinem Eignungstest für den Kurs «Fachwissen für Anfänger» setzte Alex Brunner die Messlatte bereits zu Beginn sehr hoch. Mit Klemmbrett und Stift bewaffnet begann er, das Publikum zu analysieren. Aber nicht nur auf der Bühne lief etwas, auch die Zuschauer wurden dazu animiert, beim Programm mitzumachen, was sie auch begeistert taten.

Viviane Borsos

Ein krasser Gegensatz zur Figur von Alex Brunner ist AMA – The Suicidal Clown (Viviane Borsos). Nachdem AMA streng alle Sicherheitsvorkehrungen erläutert hatte, begann sie ihren Vortrag über das Thema Suizid. Während ihrer Nummer zeigte sich deutlich, dass sie diejenige war, die die aufwendigsten Requisiten hatte und mit diesen auch ohne Worte erzählen konnte.

Auf AMA folgte Marc Bolt, der ohne Requisiten auftrat. Allein mit seiner Sprachgewandtheit schaffte er es, das Publikum zum Lachen und zum Nachdenken zu bringen. Marc Bolt erzählte in einem unglaublichen Tempo kurze Anekdoten aus seinem Leben. Sein Auftritt erinnerte an Slam-Poeten, wenn auch Marc Bolt viel ernsthafter und politischer an seine Themen heranging, als diese es in der Regel tun.

Schliesslich trat Willy Näf als letzter Teilnehmer an diesem Abend auf. Er setzte ebenfalls auf Worte und stand gleich wie sein Konkurrent vor ihm ohne Requisiten auf der Bühne. Willy Näf erzählte verzückt vom Kurs «Entdecke den Schamanen in dir» und wie er den Kurs bald besuchen werde. Rasch ist allen Zuschauern klar, dass er sich in die Kursleiterin verliebt hat und er ihr deshalb alles abkauft, was sie ihm erzählt.

Als die Fachjury und das Publikum abgestimmt hatten, bekamen AMA und Willy Näf noch einmal fünfzehn Minuten Zeit, um das Publikum und die Fachjury davon zu überzeugen, dass sie in den Final gehörten.

Spannende Endausscheidung

AMA weitete ihren Vortrag nun aus und ging von einfachen Selbstmördern zu Selbstmordattentätern über. Nachdem sie dieses Thema erläutert hatte, zeigte sie erneut dass sie sehr gut auch ohne Worte, sondern allein mit Bewegungen und Mimik erzählen kann.

Willy Näf setzte in dieser Runde auf ein politisches Thema, das bei uns wenig bekannt ist, aber trotzdem verstanden wird, weil es irgendwie universell ist: Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden und wie er als «Usserrhödler» damit umgeht. Aber es gibt nicht nur Unterschiede zwischen den beiden Halbkantonen, sondern auch Gemeinsamkeiten, was Willy Näf zum Thema Frauen führte. Darüber konnte er sich als Mann natürlich wunderbar aufregen.

Und der Sieger heisst ...

Während sich die Fachjury beriet und das Publikum abstimmte, überbrückte Philipp Boë die Wartezeit. Auch als die Fachjury offenbar länger brauchte, als erwartet, liess er sich nicht irritieren und unterhielt das Publikum mit spontanen Einfällen, bis sich der Gewinner bekannt gegeben werden konnte. In den Final an den Kabarett-Tagen zieht Willy Näf ein.