Solothurner Wetter

Auf drei Wochen Spätsommer folgte eine Woche Winter

Der November 2015 war zwar viel zu warm, aber Rekordhalter ist er zumindest in der Region Solothurn keineswegs. Dafür fiel im letzten Monatsdrittel wieder einmal so viel Regen wie üblich.

Wolfgang Wagmann
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«Dussehöckele» wie hier am Landhausquai war noch am 10. NOvember gut möglich.

«Dussehöckele» wie hier am Landhausquai war noch am 10. NOvember gut möglich.

Mit einem Monatsmittel von 7,8 Grad war es im November gleich warm wie im Vorjahr, aber ein Zehntel Grad «kühler» als 2009. Damit betrug der Wärmeüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittel satte 3,2 Grad. Im langjährigen Vergleich fällt jedoch auf, dass der Monat tendenziell meist (viel) zu warm ausgefallen ist. So blieb der November seit der Jahrtausend nur zweimal etwas unter den 4,6 Grad des Langzeit-Durchschnitts, 14 Mal dagegen lag er öfters recht deutlich über diesem Wert.

Aufatmen durften Waldbesitzer und Landwirte: Die schon fast historisch Trockenheit fand mit dem November ein Ende: Im Wallierhof Riedholz wurden überdurchschnittliche 164,9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert, in Solothurn immerhin noch 125 Liter. In den letzten vier Monaten waren jeweils nur 30 bis 50 Prozent des Monatssolls an Regen gefallen.

Lange trocken, dann nass

Vorerst sah es jedoch auch in diesem Monat nicht nach einer Entspannung in Sachen Trockenheit aus. Tag um Tag lautetet die Quizfrage eigentlich nur: Löst sich der Nebel auf oder nicht? Anfänglich nicht, ab dem 4. November jedoch zunehmend und so wurden im «Martini-Sömmerchen» Tageshöchstwerte der ungewöhnlichen Sort erzielt. 16, 17, ja fast 20 Grad waren bis am Martinstag, dem 11. November eher die Regel als die Ausnahme. Dann setzte sich der Nebel wieder besser in Szene, doch nochmals gabs zwischen dem 14. Und 18. November mehrere milde, sonnige Tage. Das änderte sich am Freitag, 20. November, grundlegend: Eine Warmfront mit stürmischer Westströmung brachte starke Winde und viel Regen. Bis am Sonntag wurden im Wallierhof gegen 114 Liter Nass pro Quadratmeter registriert – die ordentliche Monatsmenge im November. Dann strömte aus Nordwest kalte Polarluft nach und brachte am Samstag bereits erste Wintergrüsse bis ins Flachland. Kühles Schauerwetter sorgte in der folgenden Woche wiederholt für ein weissen «Morgeschümli», ja am Samstag, 29. November, sogar für Schneetreiben bis in die Mittagsstunde. Schon am Sonntag kletterte die Schneefallgrenze bei zwischenzeitlichem Starkregen wieder über den Weissenstein hinauf, sodass die dortige recht stattliche Schneedecke bereits am letzten Novembertag wieder massiv gelitten hatte.

Warten auf den Winter

Das milde Hochdruckwetter, dass sich nun eingestellt hat, dürfte uns noch weit in den Dezember begleiten und dem Schnee auch bis in höchste Lagen zusetzen. Nach den derzeitigen Modellen ist erst nach Monatsmitte wieder mit einem eher winterlichen Wettercharakter zu rechnen. Doch auch dies ist noch keineswegs gesichert – Weihnachten könnte wie schon seit Jahren immer durchaus im grünen Bereich liegen.