Solothurn

Contact Tracing am Chästag: Regeln im Take-Away werden teils umgangen

Im Jahr 2020 findet der «Chästag» trotz Corona statt, jedoch in einer abgeänderten Form. Gastrobetriebe wie im Vorjahr gibt es nicht. Auf dem Kreuzackerplatz wurde jedoch ein Take-Away Bereich mit verschiedenen Ständen eingerichtet.

Laura Hofmann
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Wie jedes Jahr findet am ersten Donnerstag im September der «Chästag» statt. Aufgrund von Corona gibt es jedoch keine Gastrobetriebe, sondern einen Take-Away Bereich. «Beim Eingang werden die Kunden mit Namen und Telefonnummer registriert und erhalten anschliessend eine Nummer», wie Bruno Meyer, Vize-OK-Präsident und Verantwortlicher Markt, erklärt. «Auf einer Liste wird die Nummer mit Eintritts- und Austrittszeit angegeben. So kann festgestellt werden, wer zu welcher Zeit im Bereich war».

Beim Eintritt erfolgt auch gerade die Essensbestellung sowie die Bezahlung – nur in Bar. Die Besucher erhalten dann eine Karte, mit welcher sie am gewünschten Stand Essen holen können.

Der Eingang für den Take-Away-Bereich am «Chästag 2020».
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Bereits kurz vor Mittag hat sich eine kleine Warteschlange für den Eintritt in den Take-Away-Bereich gebildet.
Der traditionelle Chäs-Brägu-Stand durfte nicht fehlen.
Ein Eisstand war im Take-Away-Bereich auch vorhanden.
Ein Eis zwischendurch ist immer gut.
Auch der Crêpes-Stand war in diesem Jahr dabei.
Bratwurst mit Brot konnte im Take-Away auch gekauft werden.
Eine Bar mit Getränken wurde auch aufgestellt.

Der Eingang für den Take-Away-Bereich am «Chästag 2020».

Laura Hofmann

Besucher gehen unter Absperrung durch

Offensichtlich fehlte aber eine Erklärung. Der Take-Away-Bereich hat bei einigen Besuchern für Verwirrung gesorgt. Die Frage «Wie gelange ich in den Bereich?» oder «Wie bestell ich mein Essen?» tauchte oft auf. Auch Rosa Leist aus Solothurn kommentiert: «Das Contact Tracing sei nicht recht erklärt worden».

Das Angebot

In diesem Jahr sind verschiedene Take-Away-Stände am «Chästag Light» vertreten. Die Besucher haben die Wahl zwischen Crêpes, Bratwürsten, Eis und dem «Chäs-Brägu». Für die Standinhabern im Take-Away-Bereich hat sich in diesem Jahr nicht viel verändert. Schutzmasken müssen nicht getragen werden und Handschuhe nur bei Kontakt mit den Lebensmitteln.

Einige umgingen die Anmeldeschneise und tauchten unter den Absperrbändern durch. Dass nicht alles so gut funktioniert, hat auch das OK festgestellt. «Die Regeln werden insofern gut eingehalten, aber es gibt immer Leute, welche unter der Absperrung durch gehen», zieht Bruno Meyer am späteren Nachmittag ein Fazit. «Die meisten Personen werden erwischt, obwohl es Einzelfälle gibt. Es gibt oft auch Besucher, die keine Angaben machen wollen und somit nicht in den Take-Away-Bereich gelangen».

Es sei zudem festgestellt worden, dass im Take-Away-Bereich eher wenige junge Leute unterwegs seien. «Was vor allem fehlt, sind Familien», so Meyer.

Keine Sitzmöglichkeiten vorhanden

Bis zu 100 Personen hätten Platz im Take-Away-Bereich. Dort gibt es extra keine Sitzmöglichkeiten, damit die Besucher nach der Essensausgabe den Bereich wieder verlassen.

Kurz nach Start wurden sogar noch die Parkbänke abmontiert und umgekehrt, da bereits Besucher darauf Platz genommen hatten.

Verschiedene Eindrücke der Besucher

Grundsätzlich sind die Besucher und Besucherinnen froh, dass der Chästag trotz Corona durchgeführt wird, wie eine kleine Umfrage zeigt. Zudem finden sie, dass eine gute Lösung mit dem «Chästag Light» geboten wird.

Kurz vor Mittag standen die Besucher bereits in der Schlange und warteten sehnsüchtig auf ihren «Chäsbrägu». «Chäsbrägu sei schon fast Tradition», meint Diego Doce aus Zuchwil. Einigen fehlte jedoch das klassische Chäsfondue.

Die meisten Besucher und Besucherinnen empfanden das Aufnehmen der Kontaktdaten als verständlich. Für Marianne Suter aus Büren an der Aare war es aber ein komisches Gefühl, nur für ein Eis seine Personalien anzugeben. Wie Suter jedoch anschliessend anfügte, «handelt es sich um das beste Eis».