«All you can essen»

Das Theater Uferbau serviert schmackhafte Feinkost

Zum zehnten Mal laden die Schauspieler Hanspeter Bader und Jens Wachholz zu theatralischer Feinkost in den Uferbau ein. Das Menu ist diesmal nicht auf Sparflamme gekocht und mit vielen würzigen Zutaten bereichert, aber im Endeffekt äusserst schmackhaft.

Helmuth Zipperlen
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Jens Wachholz und Hanspeter Bader geben ihr Letztes in und um die Pfanne her – das Uferbau-Publikum ist amüsiert.

Jens Wachholz und Hanspeter Bader geben ihr Letztes in und um die Pfanne her – das Uferbau-Publikum ist amüsiert.

Hansjörg Sahli

«All you can essen, Cook Consulting» heisst diese Nummernrevue. Als Guschti Egli und Dr. Zander betreten Hanspeter Bader und Jens Wachholz den Schauplatz. Dieser ist für einmal nicht die Bühne, sondern ein langer Tisch, um welchen das Publikum arenaartig Platz nehmen kann. So ist ein hautnahes Zuschauen gegeben, und den in rascher Folge auftretenden Pointen kann gefolgt werden.

Wer weiss denn schon, dass eine Mammutleber nicht schmeckt, aber den hungrigen Magen füllt? Essen ist eine der ältesten Kulturgepflogenheiten, schon in prähistorischer Zeit nachgewiesen. Der Bogen mit Texten zum Kochen und Essen spannt sich deshalb bis zu den modernen Erscheinungsweisen in Form von Kochsendungen auf den diversen Fernsehkanälen.

Laut den beiden Protagonisten fehlt nur dem Fernsehen FRS eine ultimative Kochsendung. Versuche mit vielen namhaft gemachten sogenannten Prominenten seien fehlgeschlagen. Aber trotzdem: Schaut alle FRS, alle anderen machen Fernsehen! Alle bekannten Fernsehköchinnen und -köche bekommen ihr satirisches Fett ab. Da sie ja von Talkshow zu Talkshow geschleppt werden, wissen auch Nichtzuseher ihrer Kochsendungen, wer gemeint ist.

Wenn Bücher veräppelt werden, sind es nicht die erwarteten einschlägigen Sachbücher, sondern Romane wie «Die Strasse der Ölsardinen» oder «Die Wildente». Das Publikum bekommt so eine Überraschung um die andere serviert. Was wäre Kochen und Essen ohne die Gastronomie? Köstlich Jens Wachholz als auf Gäste wartender Kellner. Hanspeter Bader als Gast, der mit Sprichwörtern – original oder leicht abgeändert – um sich wirft, hat ebenfalls die Lacher auf seiner Seite.

Vom realen Leben abgeschaut

Manche Situationen wirken satirisch überspitzt, und dennoch karikieren sie das Leben und unsere Gesellschaft. Der ungeheure Einfallsreichtum beschränkt sich indessen nicht nur auf den Text, denn gewisse Nummern leben von der Pantomime und fast artistischem Spiel. Mit viel Akribie wurde passende Musik ausgesucht. Wenn von einem Rentner-Musical die Rede ist, erklingt der Schlager «In einer kleinen Konditorei», mit neuem Text versehen. Auf beiden Seiten des langen Tisches hangeln sich die beiden Schauspieler singenderweise entlang. Vermutlich kennen alle den Originaltext, wenn zur Musik neu getextet «Am Tag, als das Grillfleisch kam, langersehnt, heiss erfleht» gesungen wird.

Irene Roth-Kradolfer ist für die Ausstattung mit vielen Requisiten verantwortlich. Die bewährte Regie von Pedro Haldemann hat das Talent der beiden Akteure in die richtigen Bahnen gelenkt. Schliesslich sei auch Max Aeschlimann erwähnt, der für die Technik mit Einspielungen und Lichtgestaltung zum flüssigen Ablauf des Abends beiträgt.

Weitere Aufführungen: Donnerstag/Freitag/Samstag. 30. März bis 1. April, Donnerstag/Freitag/Samstag, 6. bis 8. April je 20 Uhr, Sonntag, 9. April, 11 Uhr.