Einwohnerstatistik

Die Stadt Solothurn ist wieder gewachsen, doch sie bleibt weiterhin Nummer drei

Zwar ist die magische Grenze von 17'000 Einwohnerinnen und Einwohnern in Sicht, doch Solothurn bleibt die Nummer drei im Kanton.

Wolfgang Wagmann
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Die Stadt Solothurn ist um 170 Einwohner gewachsen. Wer kann schon dieser Aussicht widerstehen?

Die Stadt Solothurn ist um 170 Einwohner gewachsen. Wer kann schon dieser Aussicht widerstehen?

Solothurner Zeitung

16'911 Köpfe umfasste die ständige Wohnbevölkerung der Stadt Solothurn Anfang Jahr, davon sind 3582 ausländischer Herkunft. 8720 Frauen und Mädchen stehen nur 8191 Männern und Buben gegenüber, was auf den klaren Frauenüberschuss bei den über 60-Jährigen zurückzuführen ist. Damit ist Solothurn nach einer Stagnations-Delle vor zwei Jahren erneut gewachsen, und zwar um 170 Personen. Zählt man die Wochenend- und Kurzaufenthalter sowie Asylsuchende dazu, kommt man auf eine absolute Zahl von 17'450 Einwohnerinnen. So gesehen ist Grenchen mit 17808 Köpfen nur noch mit einem geringen Abstand auf dem zweiten Rang vor Solothurn im Dreier-Ranking der kantonalen Städte platziert. Dagegen bleibt Olten mit 19'209 Einwohnern unangefochten die Nummer eins.

In einer andern Rangliste behauptet jedoch Solothurn klar seine Position: Die Stadt weist mit 21,2 Prozent den tiefsten Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung vor Olten mit 28,9 und Grenchen mit 37 Prozent auf.

Der Anstieg der Wohnbevölkerung ist durch das Wachsen des Wohnungsbestands erklärbar: Anfang 2019 zählte Solothurn 9788 Wohnungen, Ende Jahr waren es doch 40 Einheiten mehr. Der Leerwohnungsbestand, ermittelt jeweils am 1. Juni eines Jahres, stieg vom Sommer 2018 mit 0,85 Prozent bis im Sommer 2019 nur ganz leicht auf 0,91 Prozent an.

Die Kirchen verlieren ungebremst Angehörige

Eindeutig in der Minderzahl gegenüber den fast übrigen 10000 Einwohnerinnen und Einwohner bleiben inzwischen die noch knapp 7000 Angehörigen der drei Landeskirchen. Noch immer sind die 3820 Mitglieder der römisch-katholischen Kirche stärker vertreten als die noch 3065 Reformierten in der Stadt. Umso mehr erstaunt, dass gerade sie einen grösseren Aderlass zu verkraften haben als die Katholiken: Diese verloren binnen Jahresfrist «nur» 73 Gläubige, die Reformierten dagegen gleich 103. Rund 10 Prozent ihrer noch 121 Mitglieder büsste die kleine Christkatholische Gemeinde ein. Nicht aufgeschlüsselt ist, wie viel zum Rückgang der Landeskirche Austritte, Verstorbene oder die Abwanderung beigetragen haben. Genauso wenig gibt es Daten zum grossen Rest, unter dem alle Muslime, Juden, Hindus, sonstige Glaubensrichtungen und der wohl grosse Haufen von Konfessionslosen zusammengefasst ist.

Die Deutschen sind weiterhin Spitze

Die insgesamt 3582 ausländischen Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Solothurn verteilen sich auf insgesamt 100 Nationalitäten, wobei einige wenige unter «unbekannt» oder «staatenlos» aufgelistet sind. Unangefochtene Spitzenreiter bleiben die Deutschen, die sogar wieder die 600er-Grenze geknackt haben und damit zwar nur 3,5 Prozent der Stadtbevölkerung insgesamt, aber immerhin fast 17 Prozent der ausländischen Bevölkerung ausmachen. Immer noch eine stattliche Gemeinschaft stellt Italien mit 489 Staatsangehörigen, und unangefochten Platz 3 gehört der Türkei mit allerdings nur noch 377 Personen – der Rückgang von immerhin 19 Köpfen könnte auch auf einige der total 43 Einbürgerungen in Solothurn zurückgehen. Kaum Veränderungen gab es bei den nächsten grösseren Volksgruppen wie Serbien, Sri Lanka und Kosovo, dem Eritrea mit neu 133 Staatsangehörigen sehr nahe gerückt ist – dessen Zuwachs belief sich auf gleich 28 Personen. Die einst grosse Diaspora der Spanier und Portugiesen umfasst dagegen zusammen nur noch 146 Mitglieder, während diejenigen von Österreich (plus 6 Personen) und auch der Niederlande (plus 13) überproportional angewachsen sind.

Stichtag
Die Stadtsolothurner Daten basieren auf dem Stand am 21. Januar 2020.