Solothurn

Die Umgestaltung des Postplatzes geht in die zweite Phase — er wird eine Woche verkehrsfrei

Nach der Zurückweisung des Projekts «Umgestaltung Postplatz» durch den Gemeinderat, stimmte die Gemeinderatskommission einer Zwischennutzung mit einer Testphase für die Busführung zu. Damit sollen Lösungsvorschläge für die definitive Umgestaltung gefunden werden. Die erste Testphase ist nun abgeschlossen und die Gestaltung wird für die zweite Phase geändert.

Drucken
Teilen
Derzeit wird der Postplatz zwischengenutzt. (Archivbild)

Derzeit wird der Postplatz zwischengenutzt. (Archivbild)

Hanspeter Bärtschi Bild: Hanspeter Bärtschi Bild: Hanspe

Der Solothurner Gemeinderat wies das Projekt «Umgestaltung Postplatz» im Mai zurück, was dafür sorgte, dass der Postplatz derzeit so aussieht, wie er ist: ein Provisorium. Dieses will die Stadt nutzen, um herauszufinden, was die Bevölkerung für den Platz, der jetzt auch ganz charmant «Potzplatz» genannt wird, für Bedürfnisse und Wünsche hat.

Diese hat das Alte Spital im Auftrag des Stadtbauamts seit der Eröffnung der Zwischennutzung gesammelt. Feedbacks, die nun in die ersten Korrekturen einfliessen, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt: «Um die Möglichkeiten einer künftigen Gestaltung und Nutzung des Platzes weiter auszuloten, werden nun in einer zweiten Phase verschiedene Elemente umplatziert.» Damit solle sich die provisorische Gestaltung einer möglichen Lösung annähern, schreibt die Stadt.

Konkret heisst dies, dass das bestehende Gerüst in die Platzmitte verschoben wird, «um dadurch die künftige Atmosphäre des Verweilens unter einem Baumdach zu vermitteln». Weiter wird die Plattform ins Zentrum gerückt und mit Stufen ergänzt, die als Sitz- und Treffgelegenheit genutzt werden können. Dies macht gemäss der Stadt die künftige erhöhte Ebene des Postplatzes erlebbar, «und ermöglicht einen besseren Ausblick auf die Aare und Stadt sowie auf das gegenüberliegende Ufer». Zudem wird der Platz während der Wintermonate eine zusätzliche, einfache Beleuchtung erhalten.

Wunsch nach zusätzlichen Grünflächen

Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, betont, dass es ein Bedürfnis scheine, «dass mitten in der Stadt ein zusätzlicher Aufenthaltsort entsteht, welcher von der Bevölkerung genutzt und bespielt werden kann». Über die Mittagszeit sei der Platz täglich von rund 20 Personen genutzt worden. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung würden zudem zeigen, dass sich die meisten Nutzenden auch nach der Zwischennutzung einen Platz wünschen würden, «welcher einerseits eine Oase darstellt und andererseits klein aber fein belebt wird».

Die Rückmeldungen zeigen weiter, dass sich ein grosser Teil wünscht, dass der Platz ein Ort ohne Konsumzwang bleibt, der zum Verweilen einlädt. Es werden mehr Sitzplätze und Grünflächen gewünscht, auch damit es mehr Schatten auf dem Platz gibt. Kritik gab es gemäss Lenggenhager von Seiten der Anwohnenden, die sich teils am späteren Freitag- und Samstagabend gestört fühlten.

Nebst der künftigen Nutzung wird auf dem provisorischen Platz auch die künftige Führung der Buslinie 6 getestet. Bis morgen Sonntag fährt der Bus Richtung Hauptbahnhof über den Postplatz, in der Gegenrichtung zum Bahnanschluss Allmend wird er über die Westringstrasse, den Lagerhausweg und die Poststrasse geführt. Damit werden die Busfahrten über den Postplatz pro Stunde von vier auf zwei reduziert. Ab nächster Woche werden die Busse der Linie 6 in beiden Richtungen über die Westringstrasse geführt. Heisst im Endeffekt: Der Postplatz ist nächste Woche komplett verkehrsfrei. Ab Montag, 9. November, wird die Buslinie 6 wieder in beide Richtungen über den Postplatz fahren. Für diese Verkehrsführung wurden die Messungen bereits durchgeführt. Die gewonnenen Daten dienen als Beurteilungsgrundlage.