Amtsgericht
Drogendealer muss sechs Jahre ins Gefängnis

Das Urteil über Peter W.*, der während 1,5 Jahren mit Kokain gehandelt hatte, ist gefällt. Der Solothurner soll ins Gefängnis, so hat es das Amtsgericht Solothurn-Lebern verkündet.

Beatrice Kaufmann
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Das Gericht gelangte zum Schluss, Peter W. habe mindestens 3,5 Kilogramm Kokaingemisch bzw. rund 1,4 Kilogramm reines Kokain zwecks Weiterveräusserung gekauft.

Das Gericht gelangte zum Schluss, Peter W. habe mindestens 3,5 Kilogramm Kokaingemisch bzw. rund 1,4 Kilogramm reines Kokain zwecks Weiterveräusserung gekauft.

Keystone

Staatsanwalt Jan Gutzwiller hatte am Dienstag neun Jahre Haft gefordert, Anwältin Franziska Ryser hingegen Freisprüche in den meisten Anklagepunkten. Nun sprach das Gericht Peter W. tatsächlich in einigen Punkten frei. Die Haftstrafe, die es dem Beschuldigten auferlegt, umfasst dennoch sechs Jahre.

Freispruch bzgl. Mordauftrag

Die Bedingungen, um dem Angeklagten versuchte Anstiftung zur Anstiftung zum Mord nachweisen zu können, seien nicht erfüllt, so Richter Rolf von Felten. Es könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Peter W. seinen Kollegen Simon C.* tatsächlich dazu anstiften wollte, einen Killer zu suchen. Weiter sei nicht mit Sicherheit nachweisbar, ob der Beschuldigte den Vorsatz hatte, den Mord wirklich zur Ausführung zu bringen. «Wir können nicht wissen, was in Peter W.s Kopf vorging.» Daher wurde der Angeklagte in diesem Punkt freigesprochen.

Hinsichtlich seiner Drogendelikte sowie den beiden Diebstählen bei einem Medikamenten-Grossisten stützte sich das Gericht hingegen mehrheitlich auf die Anklageschrift. Es gelangte zum Schluss, Peter W. habe mindestens 3,5 Kilogramm Kokaingemisch bzw. rund 1,4 Kilogramm reines Kokain zwecks Weiterveräusserung gekauft. Bei einem durchschnittlichen Einkaufspreis von 70 Franken und einem Verkaufspreis von 140 Franken pro Gramm Kokaingemisch ergebe sich ein Umsatz von 490 000 und ein Gewinn von 245 000 Franken. Damit habe der Beschuldigte eindeutig qualifiziert und gewerbsmässig gehandelt.

Auch hinsichtlich der mehrfachen Hehlerei kam das Gericht zum Schluss, der Angeklagte sei schuldig zu sprechen.

Instruktionen aus der U-Haft

«Es mag für den Laien nicht nachvollziehbar klingen, aber im Vergleich zu Delikten anderer Dealer ist Peter W.s Verschulden leicht», so von Felten. Der Beschuldigte habe über einen nachweisbaren Zeitraum von «nur» 1,5 Jahren und mit einer vergleichsweise kleinen Menge gehandelt. Die kriminelle Energie aber sei hoch. «Erschwerend kommt hinzu, dass Peter W. besser als jeder andere wusste, was Drogen anrichten können.» War doch seine Ex-Freundin an einer Überdosis gestorben.

Dass W. mit dem Drogenhandel schlicht Geld verdienen wollte, stufte das Gericht als egoistischen Beweggrund ein. Weiter sei er skrupellos vorgegangen. «Die ganze Stadt wusste, dass man bei Peter W. Drogen kaufen konnte, das war ein offenes Geheimnis.»

Bis zu diesem Moment war das Gericht mit seiner Begründung bei einem Strafmass von 5,5 Jahren Haft angelangt. Die Erhöhung um weitere sechs Monate hat sich der Täter mit seiner «uneinsichtigen und renitenten» Art eingebrockt. Denn Peter W. hatte aus der U-Haft insgesamt elf Briefe an die Verfahrensbeteiligten verschickt. In diesen habe er ihnen detaillierte Instruktionen für das Ermittlungsverfahren erteilt, so von Felten. Er wollte sogar Schulden aus seinen Drogengeschäften vom Gefängnis aus eintreiben lassen.

W. hatte bis 2005 einen tadellosen Leumund und sich seit seiner Entlassung aus der U-Haft nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Das Gericht war sich aber einig, dass sein Nachtatverhalten und damit die straferhöhenden Umstände die strafmildernden Umstände deutlich überwiegen.

Namen geändert

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