Solothurn

Durchschnittlich 40 Kinder: Die Spielplätze der Stadt platzen aus allen Nähten

An der GV des Vereins Quartierspielplätze von vergangenem Donnerstag war der Zustand der einzelnen Plätze ein grosses Thema.

Katharina Arni-Howald
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Ein seltener Anblick: Während des Lockdown waren die Spielplätze - wie hier auf der Chantierwiese - meist leer.

Ein seltener Anblick: Während des Lockdown waren die Spielplätze - wie hier auf der Chantierwiese - meist leer.

Hanspeter Bärtschi

«2019 war ein dynamisches Jahr mit personellen Veränderungen, viel frischem Schwung, Freude und Überraschungen.» Mit dieser Aussage eröffnete Vereinspräsidentin Nadine Walker unter der Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins Quartierspielplätze Solothurn auf dem Spielplatz Tannenweg. Wie in den letzten Jahren platzten auch 2019 die drei Quartierspielplätze phasenweise aus allen Nähten. Durchschnittlich 40 Kinder verbrachten dort ihre freien Nachmittage beim Spielen, Basteln, Werken und Kochen. Nebst den zahlreichen engagierten Leiterinnen und Leitern, Assistentinnen und Assistenten sowie hilfsbereiten Kindercoaches tragen auch die Kinder mit eigenen Ideen viel zum Erfolg des Spielplatzmodells bei.

Spielplatz steht vor personellen Problemen

Der grosse Zulauf an Kindern stellte vor allem die Villa 41 an der Weissensteinstrasse vor personelle Probleme, sodass sich der Vorstand veranlasst sah, bei den Sozialen Diensten der Stadt ein Gesuch für die Finanzierung einer Assistenzstelle zu beantragen. Aus der Not half schliesslich der Armenverein, der die auf zwei Jahre befristete Anstellung einer Assistentin finanziell ermöglichen wird. Wie die Geschäftsleiterin Monika Roth festhielt, haben auch am Tannenweg und auf dem Güggi personelle Wechsel stattgefunden. So hat unter anderem das Güggi mit Nora Steffen eine neue Assistentin erhalten.

Auf grosses Interesse stösst nach wie vor der Mädchentreff MyDay, der sich mit den Worten von Monika Roth «zu einem verlässlichen und beliebten Jugendangebot entwickelt hat» und bei den Mädchen der Stadt unverzichtbar geworden ist. Zudem hat sich die im Zuge einer Reorganisation vorgenommene Zusammenführung mit dem ebenfalls unter neuer Leitung stehenden Schülertreff als sinnvoll erwiesen.

Die Zeit im Lockdown wurde produktiv genutzt

Die erste Hälfte des Jahres 2020 mit dem unerwarteten Lockdown hat schliesslich auch den Verein Quartierspielplätze erschüttert und das Leben auf den Spielplätzen lahmgelegt. «Als wir aus der obligaten Winterpause gekrochen sind, waren die Vorzeichen bereits deutlich spürbar und die Welt nicht mehr dieselbe», erinnert sich die Geschäftsleiterin. Heute sei man stolz, die Zeit im Team so fruchtbar und produktiv genutzt zu haben. In aller Ruhe wurde unter anderem die Villa 41 von Ballast befreit und hat eine «coole» Outdoor-Waschanlage erhalten. Das Güggi wurde von Mäusen und Plunder befreit und hat neu einen Fensterkiosk. Der Tannenweg wurde neu eingerichtet und die Kinder freuen sich über das neu entstandene Wald-Labyrinth. Daneben wurden neue Wege gemacht und frisch angepflanzt. Kurz: Die Spielplätze erstrahlen alle in neuem Glanz. In sich kehren, nachdenken, loslassen und neu anpacken lautete die produktive Phase während der Coronazeit, in der auch ein «Konzept Jugendangebote» für Jugendliche von 10 bis 16 Jahren erarbeitet wurde. Darin werden Aktivitäten, Angebote sowie Haltungen und Grundsätze festgehalten.

Mit einem weinenden Auge wurde schliesslich im Rahmen der Mitgliederversammlung Lis Dreier verabschiedet, die während 16 Jahren die Villa 41 mit viel Herzblut geleitet hat und nun neue Wege gehen will. Neuer Leiter wird Michael Rohrer, assistiert von Sabrina Christ.

Sanierung der Spielplätze wird gefordert

Die Spielplätze in der Stadt Solothurn beziehungsweise deren Zustand ist aktuell ein brennendes Thema. Bereits an der Gemeinderatssitzung von vergangenem Dienstag wurde über eine Sanierung der Plätze diskutiert. Die Motion «Kinderfreundliche Spielräume in der Stadt Solothurn» verlangt eine eingehende Prüfung hinsichtlich der Kinderfreundlichkeit und die Erstellung eines gesamtstädtisches Speilraumkonzeptes. Denn die Spielplätze in der Stadt seien nicht nur veraltet, sondern würden auch zu wenig Möglichkeiten zum kreativen Spielen lassen.
Diese Forderung scheint nach den Ausführungen von Monika Roth, der Geschäftsleiterin des Verein Quartierspielplätze umso nachvollziehbarer. Der grosse Zulauf an Kindern, der den Verein zuweilen sogar vor personelle Schwierigkeiten stellt, zeigt, wie begehrt die Freizeitanlagen sind. Vor diesem Hintergrund erscheint es umso wichtiger, dass den Kinder ein angemessener Platz zum Spielen geboten wird. (jsr)

Die Rechnung 2019 schliesst für die Spielplätze mit einem Gesamtaufwand von 202'598 Franken. Der Beitrag der Stadt beläuft sich auf 180'533 Franken. 22'065 Franken wurden vom Verein selber erwirtschaftet. Für den Schüler- und Mädchentreff wurden 42'378 Franken aufgewendet. Dieser Betrag wurde vollumfänglich von der Stadt übernommen.