Solothurn

Einbahnverkehr auf der Unteren Steingrubenstrasse ist kein Thema mehr

Die Untere Steingrubenstrasse wird noch bis September 2013 saniert. Wegen Protesten wurde aber das geplante Bauregime geändert. Eine Einbahn soll jetzt doch nicht eingeführt werden.

Michael Hugentobler
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Für Manor noch immer suboptimal, aber optimiert: Die Bauarbeiten an der Unteren Steingrubenstrasse.

Für Manor noch immer suboptimal, aber optimiert: Die Bauarbeiten an der Unteren Steingrubenstrasse.

Michael Hugentobler

Es ist eng an der Unteren Steingrubenstrasse. Wer von der Werkhofstrasse in Richtung Manor Food abbiegen will, muss abbremsen, um den entgegenkommenden Autos nicht den Weg abzuschneiden. Bis zur Einfahrt des Manor-Parkplatzes bleibt es dann auch eng. Diese Situation wird sich nicht so schnell ändern. Denn der Kanton tritt die Untere Steingrubenstrasse an die Stadt ab, und diese übernimmt die Strasse nur in hervorragendem Zustand (wir berichteten).

Die Bauarbeiten dauern mit Unterbrüchen noch bis September 2013 an, im Bereich von Manor noch bis Anfang Dezember. Leidtragender dabei ist das Warenhaus. Über Mittag sind dort zwar viele Schüler der nahen Kantonsschule anzutreffen, aber sie kommen zu Fuss. Der Parkplatz für die Kunden ist schlecht besetzt. Gemäss Jürg Bächli, Direktor von Manor Solothurn, kommen die meisten Kunden mit dem Auto. Und wegen der engen Anfahrtsstrasse gehen sie jetzt lieber woanders einkaufen. Zwar halten sich die Reklamationen in Grenzen, aber die Bauarbeiten wirken sich dennoch auf das Geschäft aus. «Wir spüren die Einbussen», sagt Bächli. Gegenüber derselben Zeit im Vorjahr seien die Zahlen deutlich gesunken: «Wir sind nicht auf Vorjahreskurs.»

Wahl zwischen zwei Übeln

Die Situation hat sich aber schon verbessert. Der ursprüngliche Plan des kantonalen Tiefbauamtes hatte vorgesehen, die Untere Steingrubenstrasse während der Bauarbeiten nur im Einbahnverkehr befahren zu lassen. Dies wurde zu Beginn auch so durchgeführt – aber nicht lange. «Das führte bei uns zu enormen Rückstaus», so Bächli. Die finanziellen Einbussen für das Warenhaus wären auf lange Sicht zu gross gewesen und deshalb intervenierte Bächli mit seinem Vermieter beim Tiefbauamt. «Wir haben die Lage mit den Ingenieuren überdacht und zwischen zwei Übeln das kleinste ausgewählt», sagt Stefan Niggli vom Amt für Verkehr und Tiefbau AVT, Verantwortlicher für die Sanierung der Unteren Steingrubenstrasse. Mit dem Einbahnverkehr wären die Bauarbeiten um zwei Wochen verkürzt und die Kosten um rund 5000 Franken tiefer ausgefallen. Um den Anwohnern, der Pensionskasse und Manor entgegenzukommen, entschied sich das Amt für eine Zwischenlösung: Zweispuriger Verkehr, aber ohne Lastwagen – denn diese hätten auf der verengten Strasse nicht mehr mit den Personenwagen kreuzen können. Für Lastwagen gilt fortan eine Umfahrung. Jetzt werden die Arbeiten in drei statt wie geplant in zwei Etappen ausgeführt. In der ersten Etappe wird die Manor-Strassenseite saniert, in der zweiten die Strassenmitte und in der dritten die gegenüberliegende Seite.

Ziel ist es, den Verkehr fortan möglichst flüssig zu halten. Ausgenommen, wenn der Deckbelag verlegt wird, was aber nicht länger als ein bis zwei Tage dauere. «Es ist auch denkbar, dass wir den Belag an einem Sonntag verlegen, um den Verkehr möglichst nicht zu stören», so Niggli.

Im Winter wirds ruhig

Ein temporärer Lichtblick für die Anwohner der Unteren Steingrubenstrasse: Während der Wintersperre wird grundsätzlich nicht gebaut. Wie lange die Strasse während des Winters frei befahrbar sein wird, hängt vom Wetter und dem Verlauf der Arbeiten ab. Bei einem milden Winter würden die Bauarbeiten wieder früher aufgenommen werden. Zu einer einseitigen Sperrung der Strasse wird es nun jedoch nicht mehr kommen «Diese Option werden wir bei dieser Sanierung nicht mehr in Betracht ziehen», so Niggli.