Konzertsaal
«Die Musik verbindet die Menschen»: Das zeigt das gemeinsame Konzert von Mädchenchor und Stadtmusik in Solothurn

Die Stadtmusik Solothurn trat gemeinsam mit der Singschule Solothurner Mädchenchor auf. Wie gut die beiden Formationen zusammenpassen, offenbarte insbesondere an der Zugabe «Thank You For The Music».

Silvia Rietz
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Gemeinsam auf der Bühne: Die Singschule Solothurner Mädchenchor und die Stadtmusik Solothurn.

Gemeinsam auf der Bühne: Die Singschule Solothurner Mädchenchor und die Stadtmusik Solothurn.

zvg

Kinderlachen erfüllte den Konzertsaal lange bevor die ersten Töne erklangen. Musik verbindet Generationen auf und vor der Bühne, wie Samira Helscher vom Solothurner Mädchenchor auf dem Konzertflyer schreibt: «Musik bewegt die Welt, das gilt für das zusammen Singen im Mädchenchor, wie auch für das Musizieren in der Stadtmusik. Die Musik verbindet die Menschen.» Und Familien, müsste man dazu setzen.

Stadtmusik-Dirigent Anton Helscher ist nämlich der Vater von Samira Helscher, die nicht nur im Mädchenchor singt, sondern Cornet spielt und mit ihrer Mutter und ihrem Bruder gelegentlich in der Stadtmusik aushilft. Claudia Schaller schlägt als Flötistin der Stadtmusik und seit einem Jahr Präsidentin der Singschule Solothurner Mädchenchor die offizielle Brücke zwischen den Vereinen und half mit, das gemeinsam Konzert zu realisieren.

Walfängersong als Highlight

An dem überzeugt die Stadtmusik mit Titeln wie dem Soundtrack aus dem Film «Guardians Of The Galaxy» und dem turbulenten Stück «A New Age» von Armin Koffler. «Entstanden 1999 vor dem Milleniumwechsel und damit älter als einige Stadtmusikanten», spielte Moderator Rolf Fäs auf die erfreulich vielen Nachwuchskräfte an.

Ihr jugendlicher Enthusiasmus, gepaart mit der Erfahrung langjähriger Mitglieder, prägt das Niveau der Blasmusik. Gut aufgestellt in allen Registern, verstärkten mit dem Orchester verbundene Zuzüger – wie Klarinettist und Ehrenmitglied Stefan Schwarz, von 1996 bis 2006 Dirigent der Stadtmusik – den Klangkörper. Unter der Stabführung von Anton Helscher klang die Stadtmusik homogen, die solistischen Passagen wurden mit differenzierter Dynamik wiedergegeben.

Neben zeitgenössischen Komponisten überraschten die Musikerinnen und Musiker mit einem alten Seefahrersong, dem «The Wellerman Comes», der den Kampf der Fischer mit einem Wal beschreibt. Da wurde nicht nur mit den Füssen der Takt gestampft, sondern die Musiker avancierten kurzzeitig zum Chor, sangen eine der Liedstrophen.

Mit «Body Percussion»

Eloquentes Singen präsentierte indessen der Solothurner Mädchenchor. Armin Glatz vertrat Chorleiterin Lea Pfister-Scherer, die das Grieg-Stück «I Himmelen» für die Mädchenstimmen arrangierte. Im Chor wirken Sängerinnen von 7 bis 22 Jahren mit, gestaltet ein transparentes Klangbild mit strahlenden Sopranhöhen. Besonders eindrücklich «Changes» von Audry Snyder, mit einer eigens komponierten und vorgegebenen «Body Percussion».

Mitreissend auch die Zugabe «Thank You For The Music», zu der Achim Glatz den ABBA-Sound auf dem E-Piano beisteuerte. Vereinen sich Mädchenstimmen mit der Klanggewalt einer Blasmusik, ist seitens des Orchesters Zurücknehmen angesagt. «Believer» ertönte denn auch mit ausgedünnten Registern und ausgewogener Balance. Zu Recht dankte Stadtmusikpräsidentin Ursula Tschanz den Mitwirkenden für das gelungene Konzert, welches mit dem «Solothurner Lied» ein stimmiges Finale erlebte.