Solothurn

Renoviertes Stadttheater: «Das haben die Schauspieler verdient»

Zahlreiche Besucher besichtigten am Samstag das Stadttheater Solothurn, welches nach dem Umbau in neuem Glanz erstrahlt.

Von Angelica Schorre
Drucken
Teilen
Von einem Logenplatz aus hat man die beste Sicht auf das Geschehen auf der Bühne
24 Bilder
Viele gönnten sich den einmaligen Einblick in die Künstlergarderoben
Noch sitzt sie alleine auf den Rängen
Viele Besucherinnen und Besucher waren begeistert vom Wandel des Stadttheaters
Eröffnung Stadttheater Solothurn
Hinter den Kulissen des Stadttheaters
Faszinierte Blicke nach oben
Eröffnung Stadttheater Solothurn
Eröffnung Stadttheater Solothurn
Er übt schon mal für den grossen Applaus, der bald wieder zu hören sein wird
Emsig wandelte das Publikum die Treppen hoch und runter
Ein Erinnerungsfoto des denkwürdigen Tages darf natürlich nicht fehlen
Diese Dame gönnt sich viel Zeit auf den neuen Sesseln und erfreut sich am Trubel im umgebauten Stadttheater
Diese Perspektive bietet sich den meisten Besuchern wohl nur am Tage der Eröffnung
Die Saisonkartenbesitzer testeten schon mal ihre neuen Plätze
Der eindrückliche Unterschied zwischen den projizierten Bildern des Umbaus und dem gegenwärtigen Zustand des Stadttheaters
Das umgebaute Stadttheater in Ruhe auf sich wirken lassen
Das Stadttheater wurde vom neugierigen Publikum von oben bis unten bestaunt
Das neue Stadttheater ist einfach umwerfend, es haut auch das stärkste Kind aus den Socken
Bei so bequemen Sesseln hätte wohl manch eine gerne eine Saisonkarte
Backstage konnte die Technik des Theaters bestaunt werden
An der Eröffnung durfte jeder einmal auf die Bretter, die die Welt bedeuten
Auch einen Saal für kleinere Anlässe gibt es
Angeregtes Fachsimpeln

Von einem Logenplatz aus hat man die beste Sicht auf das Geschehen auf der Bühne

Tina Dauwalder

Am Samstag kurz nach neun Uhr morgens: Tag der offenen Tür im neu renovierten Theater Solothurn. Man ist bei weitem nicht die erste, die neugierig in die strahlend helle Eingangshalle tritt. Aber vielleicht die einzige mit einer fixen Idee im Kopf. Theatersessel! Aus purer Gewohnheit biegt man im Parkett links ab und sucht sich etwas hektisch einen Sessel aus. Schon nimmt man Kurs – doch halt! Erst mal das «grosse Ganze». Man schaut herum und wünscht sich sofort nur eines: Wieder Kind zu sein, mit offenem Mund dastehen, um dann einfach zu sagen: Schön! Die restaurierten Malereien an den Balkonen werten den Zuschauersaal wunderbar auf; in das warme, dunkle Rot des Raumes setzen kleine Spotlichter heitere Akzente. Ein festlicher Raum, in dem bald die Vorfreude knistern wird: «Das Spiel beginne!»

Doch heute läuft auf der Bühne eine Diaschau, die die Etappen der verschiedenen Bauarbeiten festhält. Da landet man wieder in der Realität. Theatersessel! Man klappt den Sitz herunter und platziert seine 180 Zentimeter Länge: Kein wohliges Versinken wie früher, aber die Knie befinden sich im freien Raum, quetschen sich nicht an die Rückenlehne des Vordersitzes. Man lümmelt ein wenig im Sessel herum – es ist wirklich eine kleine gymnastische Übung nötig, damit die Knie die Rückenlehne erreichen. Fixe Idee ade – auf gehts zum Rundgang.

Dunkle Böden und Möbel, weisse Wände in den übrigen Räumen, die mit ihrer schlichten Eleganz einen spannenden Akzent zum barocken Zuschauersaal bilden. Auch in der Bar im Parterre läuft eine Diaschau. Der ehemalige Raum mit den Kostümen wird gezeigt. «Ein geordnetes ‹Puff›», kommentiert eine Dame. Kaum mehr vorstellbar, wenn man wenig später in der Schneiderei steht, das Anprobezimmer inspiziert, in der Garderobe sieben Stühle an dem Schminktisch zählt und ins grelle Licht blinzelt, in dem man im Spiegel wirklich jedes Fältchen sieht. «So eine schöne Dusche», stellt ein Herr fest, «das haben die Schauspieler verdient.» Auch im «Studio Arici», im kleinen Vortragssaal im zweiten Stock: schlichte Eleganz, elegante Zweckmässigkeit. Und man stellt sich vor, wie schön das alles aussehen wird: Bunte Stoffballen, vollgestellte Schminktische, farbenfrohe Kostüme ... Ein «geordnetes Puff»?

Zurück in den Zuschauersaal. Wie war das mit der Kabine für Regie und Technik, die mitten in den Zuschauersaal ragen sollte? Also da ragt gar nichts – man findet die Kabine auf der Galerie, diskret im Hintergrund verborgen. Man kanns nicht lassen: Nochmals ein kurzes Probesitzen. Dann schreitet man die Treppe hinunter – weiss mit mattgoldenem Handlauf. «Das sieht alles ganz anders aus», sagt ein Besucher vor einem, «aber es sieht super aus.» Oder wie es beim Ausgang ein Herr mit – grossem – Understatement zufrieden auf den Punkt bringt: «Es ist alles gut.»