Solothurn
Solothurner Weltbürger Bill de Vigier könnte heute seinen 100. Geburtstag feiern

Heute könnte der in Solothurn geborene Unternehmer Bill de Vigier seinen 100. Geburtstag feiern. De Vigiers Erfolge wurden in verschiedenen Ländern gewürdigt.

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Bill de Vigier (sitzend) mit Stiftungspräsident Moritz Suter. Oliver Menge

Bill de Vigier (sitzend) mit Stiftungspräsident Moritz Suter. Oliver Menge

William A. de Vigier, von Bekannten und Freunden «Bill» gerufen, wurde in Solothurn 1912 geboren. Nach dem Besuch des Internats absolvierte er eine kaufmännische Lehre beim Stahlwerk von Roll und arbeitete anschliessend als Büroangestellter bei der Scintilla in Zuchwil. Dieser Berufsweg entsprach nicht dem Wunsch des Vaters: Der Familientradition entsprechend hätte der junge de Vigier Rechtsanwalt werden sollen. Doch Bill hatte dazu keine Lust; er wollte Unternehmer werden. Und davon brachte ihn auch die väterliche Drohung nicht ab: «Dann wirst du von mir keinen Rappen mehr bekommen.»

So zog Bill als 24-Jähriger nach London, mit knapp 1000 Franken im Sack und mit einer Geschäftsidee im Kopf. Mit der finanziellen Hilfe eines englischen Anwalts gründete de Vigier in London seine erste Firma, die «Acrow Engineers Ltd»; ein bescheidenes Unternehmen mit drei Mitarbeitern in einer kleinen Werkstatt unter einer Eisenbahnbrücke. Hier entwickelte Bill das erste Produkt, «The famous Acrow Prop», ein Baugerüst aus Metall, das während Jahrzehnten weltweit zu einem Verkaufshit werden sollte.

Rasch wurde aus dem Kleinunternehmen eine ansehnliche, an der Londoner Börse kotierte Firma. Doch auch England wurde dem initiativen Unternehmer bald zu eng und er gründete in den USA die «Acrow Corp of America». Weitere «Acrow»-Unternehmen auf allen fünf Kontinenten sollten in Laufe der Jahre folgen – insgesamt 150 an der Zahl. Auf dem Höhepunkt seiner unternehmerischen Tätigkeit führte de Vigier einen globalen Stahlkonzern mit über 10000 Beschäftigten und sass in drei Dutzend Verwaltungsräten.

Sein Erbe lebt weiter

Das unternehmerische Erbe lebt weiter: De Vigiers Erfolge wurden in verschiedenen Ländern gewürdigt. Als einer der erfolgreichsten ausländischen Unternehmer Grossbritanniens wurde er 1978 von Queen Elizabeth II «in Anerkennung seines ausserordentlichen Beitrags zum Wohlstand der britischen Exportindustrie» zum «Commander of the British Empire CBE» ernannt.

Der Kanton Solothurn verlieh dem 89-Jährigen den «Solothurner Unternehmerpreis 2001». «Die Schweiz braucht Jungunternehmer, darin liegt die Zukunft.» Davon war Bill de Vigier überzeugt. Deshalb gründete er 1987 die W.A. de Vigier-Stiftung zur Förderung der Schweizer Jungunternehmer. Keine andere vergleichbare Auszeichnung in der Schweiz ist derart angesehen und mit jährlich bis zu fünf Mal 100000 Franken dotiert.

Obwohl auf der ganzen Welt unterwegs, hat William A. de Vigier seine Wurzeln nie vergessen. Häufig verbrachte er den Sommer im historischen Sommerhaus in Solothurn. Als Mäzen und waschechter Solothurner setzte er sich auch vom Ausland aus für heimatliche Anliegen ein. Vom Vater hatte er etwa die Liebe zur Stadtmusik geerbt. Für die Förderung der jungen Blasmusikanten vermachte er ihr 2001 1 Million Franken mit der Auflage, einen Teil der Summe für einen Musikwettbewerb einzusetzen. Auch für die Restaurierung der Harnischsammlung im Alten Zeughaus wurden Mittel bereitgestellt. Dank seiner grosszügigen Schenkung steht zudem das Sommerhaus der Öffentlichkeit zur Verfügung. (mgt)

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