Expansion

Suteria: Erster Test in China gescheitert – neuer Anlauf

Nach sechs Monaten schliesst die Solothurner Suteria Chocolata AG ihre Filiale im chinesischen Harbin. Firmenchef Michael Brüderli gibt aber nicht auf. Er wird im April zwei neue Filialen in derselben Stadt eröffnen.

Franz Schaible
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Ende März schliesst die Suteria ihren bisherigen, 40 m2 grossen Laden in einem Einkaufszentrum in Harbin.

Ende März schliesst die Suteria ihren bisherigen, 40 m2 grossen Laden in einem Einkaufszentrum in Harbin.

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«Die Suteria braucht in China einen langen Schnauf», titelte diese Zeitung Ende November 2014. Michael Brüderli, Chef und Inhaber der Suteria Chocolata AG, zog darin eine durchzogene Bilanz, zwei Monate nach der Eröffnung des Verkaufsladens in der nordostchinesischen 10-Millionen-Metropole Harbin: «Auf uns hat niemand gewartet.» Der Laden ist in einem neuen Einkaufscenter platziert. Leider seien die dortigen Besucherfrequenzen nicht überragend, sagte er damals.

Abenteuer China geht weiter

Harbin erweist sich als schwieriges Pflaster für Schweizer Schokoladespezialitäten, wie sie die Suteria anbietet. Deshalb schliesst die Confiserie ihren Laden in Harbin Ende März, wie der Firmenchef einen Bericht von Radio SRF bestätigt – nach sechs Monaten und 800 Kilogramm exportierter Schokolade. Es liege aber nicht an den Produkten, Schokolade bleibe sehr gefragt und es gebe in Harbin eine kaufkräftige Kundschaft. Nicht verbessert hätten sich Besucherfrequenzen.

Damit nimmt das Abenteuer China für die Suteria aber kein Ende. «Wir werden im April zwei neue Läden eröffnen, wiederum in Harbin.» Ein Standort sei «das bestfrequentierte Shoppingcenter ganz Chinas», berichtet Brüderli. Der zweite Laden werde in einem Einkaufscenter in einem «besseren Quartier» eröffnet. «Dort werden wir deutlich höhere Besucherfrequenzen haben.»

Zwei kleinere Standorte

Ziel sei es, besser wahrgenommen zu werden. Die neue Strategie laute deshalb, kleinere Läden, aber mehrere Standorte. Der erste Laden war 40 m2 gross, die neuen umfassen noch rund 10 m2. Keine Veränderung erfährt das Produktesortiment an Truffes, Pralinés, Tafelschokolade oder Solothurner Bsetzisteinen. Dagegen ändert die Suteria teilweise den Auftritt. Zu Beginn habe man alles in chinesisch angeschrieben. Das sei aber gar nicht erwünscht, weil die Chinesen eher europäischen als chinesischen Produkte vertrauten. «Deshalb haben wir umgestellt und Produkte und Auslagen teilweise in Deutsch, aber sicher in Englisch angeschrieben.»

«Ich war vielleicht etwas zu optimistisch, aber nicht blauäugig», sagt Brüderli rückblickend. Vom ursprünglichen Plan, 1 Millionen Franken Umsatz zu erzielen, sei man meilenweit entfernt. Neu wird auf einem deutlich tieferen Niveau budgetiert. Die Risiken seien überschaubar, das Ausgabenbudget von 150 000 Franken reiche. Die Existenz des Solothurner Betriebes mit rund 80 Angestellten werde auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt.

Wie das China-Abenteuer ausgehen wird, ist offen. Brüderli gibt sich einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren. Die Herausforderung bleibe unverändert. «Auf uns hat niemand gewartet.»