Stadtbummel Solothurn

Über die Kunst, das richtige Händchen zu haben

Wolfgang Wagmann
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Hände schütteln ist momentan nicht angebracht.

Hände schütteln ist momentan nicht angebracht.

Getty Images/CSA Images RF

«Laurastar» bügelt für die Grünen. Emsig und immerdar. Doch nun hat Gemeinderätin Laura Gantenbein ein Problem: Nicht nur coronabedingt, aber auch, lösen sich ihre Themen förmlich in Luft auf. Grossmächtiger Frauenstreik am 14. Juni? Die dringliche Einführung von Mehrweggeschirr an Stadtfesten? Absolut Nullthemen derzeit. Auch das Aussperren der Autos wegen Bike Days oder slowUp funktioniert derzeit nicht. Wäre noch ihre Motion für vier autofreie Sonntage in der Stadt Solothurn geblieben. Doch die hat «Laurastar» zurückgezogen. Also was ausgebügelt. Denn autofrei nur auf den Gemeindestrassen hätte laut Antwort von Kurt Fluri bedeutet: Absperren von 80 Strasseneinmündungen mit einem Signalwald von 240 Fahr- und Abbiegeverboten, dazu Absperrlatten – Gesamtkosten des nicht vorhandenen Materials: fast 100'000 Franken. Und der Platz fürs Material müsste erst noch geschaffen werden. Vom 20-köpfigen Stapo-Korps zur Durchsetzung der Sperren spricht Fluri wohlweislich erst gar nicht. Doch sein Fazit: unmöglich! Nun, die Motion soll in anderer Form aufs Tapet kommen. «Laurastar» gibt sich nicht einfach so geschlagen. Aber vielleicht zuerst eine Auskunft einholen und dann eine Motion (nicht) schreiben? Stars stellen keine Fragen – sie handeln.

Aber mal ganz ehrlich: Das richtige Händchen für etwas zu haben, ist derzeit auch äusserst schwierig. Desinfiziert und gewaschen muss es ohnehin sein. Trotzdem, ein Begriff hat alle Chancen, zum Unwort des Jahres zu mutieren: Shakehands! Den letzten dieser Art gabs für mich am zweitletzten Märet vor dem Lockdown. Am 7. März. Ausgerechnet von Kurt Fluri. Mit «Regieriger» Roli Heim war einige Minuten zuvor das Gespräch bereits ohne Händeschütteln vereinbart worden. Damals hofften wir noch alle drei, der Märet könne weiterhin stattfinden und in der Stadt bleiben. Nur für den Monatsmäret hatte Heim Bedenken. Weil so viele Marktfahrer von weiter her in die Stadt kämen. Denn damals hatte es Solothurn noch ausgespart, das böse Virus.

Es sollte auch nie in Heerscharen bei uns auftauchen. Weil seither nie mehr Monatsmäret war? Wieder so eine Frage, auf die wir niemals eine Antwort bekommen werden. Es ist zum Händeverwerfen.
Doch man sieht sich wieder – oben am Schanzenplatz. Das ist der, zu dem auf jedem der grossen Märet-Plakate im Weltformat steht: (Platz hinter der Rythalle). Man merke: Mit Namen ist man rasch zur Hand. Bis sie aber in den Köpfen sind, klammert man sich an die Klammer.