Solothurn

Was die Stadt mit dem Pavillon auf dem Dornacherplatz vorhat

Die Stadt Solothurn kauft den Pavillon auf dem Dornacherplatz zurück und will ihn der Vereinigung Pro Vorstadt verpachten.

Andreas Kaufmann
Drucken
Teilen
Der kaum beachtete und von Linden umrahmte Pavillon auf dem Dornacherplatz.

Der kaum beachtete und von Linden umrahmte Pavillon auf dem Dornacherplatz.

Andreas Kaufmann

Verlassen wirkt das Glashäuschen auf dem Dornacherplatz. In den vergangenen Wochen wurden hier Tische und Stühle ausgeräumt und Teller und Besteck nach draussen gestellt. Die «Diamond Café Bar» an der Ostflanke des Platzes ist Geschichte. Viel Publikum ging im Lokal aber nicht ein und aus, nie, seitdem das Häuschen vor zwölf Jahren hingestellt wurde. Ausser vielleicht an Wochenenden, an denen hier Karaoke-Partys stiegen.

Harziger Start

Doch blenden wir zurück: Das Jahr 2005 sollte einen Wendepunkt in der Entwicklung der Vorstadt markieren. Der Dornacherplatz erhält durch die Fertigstellung des Parkhauses Berntor ein neues Gesicht. Dem Platz zur Zierde entsteht im Herbst des gleichen Jahres auch ein kleiner Glaspavillon. Özcan Dagci, der auch den «Pascha-Imbiss» an der Prisongasse betreibt, erhält von der Stadt eine Betriebskonzession für eine Sondernutzung über einen Zeitraum von 30 Jahren: Hier darf er fortan ein Restaurantlokal betreiben. Je hälftig finanzieren Dagci und die Stadt den Bau des Kabäuschens.

Sein Sohn Serkan Dagci übernimmt im Winter 2005 die Geschäftsleitung für das 40-Quadratmeter-Lokal. Es herrscht zuversichtliche Pionierstimmung – doch nicht lange. Eher verhalten sei der Gästestrom kurz nach Eröffnung gewesen, bilanzierte dieser bereits im Frühling 2006. Und findet: «Die Solothurner brauchen eben einen Moment.» Doch der Schnauf reicht nicht lange, denn die Belebung auf dem Dornacherplatz fällt nicht wie erwartet aus: Im Sommer 2007 verkündigt Özcan Dagci das Ende des Stadtcafés – und die Absicht, das Lokal seinerseits zu verpachten.

Wenig Zulauf fürs Häuschen

Doch weder zehn weitere seither verstrichene Jahre oder einige Wirtewechsel, noch das sonstige Aufblühen der Vorstadt bescheren dem Lokal wirklich viel Zulauf. Oft fragt sich der Passant angesichts leerer Stühle, wie sich das Geschäft bewähren kann. Kann es nicht. So gibt Serkan Dagci, der heutige Besitzer und Konzessionsnehmer, nun letztlich seinen Anteil am Häuschen auf. In ihrer letzten Sitzung entschied die Gemeinderatskommission, den anderen Gebäudeteil des Häuschens zurückzukaufen – und zwar für einen Betrag von 270 000 Franken. Damit wird auch die Konzession Serkan Dagcis hinfällig, die bis 2035 angedauert hätte.

Doch wie wird der Pavillon weiterverwendet werden? Laut Stadtschreiber Hansjörg Boll soll er künftig nur noch verpachtet werden. Und auch schon ein Anwärter wird im Beschluss der Gemeinderatskommission erwähnt. So soll ein Pachtvertrag mit der Vereinigung Pro Vorstadt oder mit deren Präsident Martin Tschumi geschlossen werden. Die Pläne seien schon sehr weit gediehen, sagt Boll: «Sobald der Verkauf über die Bühne gegangen ist, werden wir den Pachtvertrag abschliessen.»

Konkrete Pläne für die weitere Zukunft kann auf der anderen Seite Martin Tschumi vor dem Abschluss eines Pachtvertrags noch nicht nennen. Tendenziell werde es aber schon um einen Gastrobetrieb gehen – auch eine kleine Küche gehört zum Pavillon. «Allenfalls werden auch neues Mobiliar oder eine Umgestaltung nötig sein», sagt Tschumi.

Auf jeden Fall aber soll ein Betrieb entstehen, um den Dornacherplatz zu beleben. Tschumi war schon seit längerer Zeit in Kontakt mit Serkan Dagci: Eine direkte Handänderung aber stand nicht zur Debatte: «Dafür hätten wir als Verein gar nicht die nötigen Mittel.»