Solothurn

Weniger Leute können an der «Authentica» auch mehr sein

Die Kleinproduzenten-Messe «Authentica» im Kapuzinerkloster zog heuer klar weniger Publikum an als auch schon. Trotzdem sind die Organisatoren zufrieden.

Wolfgang Wagmann
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Die Authentica 2015 ist Geschichte.

Die Authentica 2015 ist Geschichte.

Wolfgang Wagmann

«Ja es war eindeutig zu heiss. Es hat die Leute wohl eher ans Wasser gezogen», zog Co-Organisator Rafael Waber nach vier sehr sonnigen, heissen Tagen «Authentica» eine durchzogene Bilanz des Grossanlasses im Kapuzinerkloster.

Besuchten letztes Jahr rund 7500 Besucherinnen und Besucher die Ausstellung mit 60 Kleinproduzenten von Lebensmitteln und Kunsthandwerk, so wurden diesmal rund 2000 Eintritte weniger verzeichnet. «Wir sind aber zufrieden und dank der Aussteller-Gebühren konnten wir die Kosten abfedern. Denn im letzten Jahr konnten wir eine Rekordbesucherzahl verbuchen.» Als es einmal kühl und regnerisch gewesen war, hätten sich die Zahlen in einem ähnlichen Bereich bewegt, weiss Waber, «extreme Witterungsbedingungen schlagen sich immer auf die Besucherzahl nieder».

Willkommen zur Authentica 2015
14 Bilder
Authentica 2015
Hochbetrieib in der Nudelwerkstatt
Nudelwerkstatt-Chef Peter Geschwend mit seiner Crew
Holzbottiche im Kirchenschiff
In der Klosterküche gibts Käse zu versuchen
Köstlichkeiten in der Klosterküche
Fredy Balmer - der Herr der Trüffeln
Heinz Roth stellt Rosshaarmatratzen her
Ein Grill der ungewöhnlichen Art
Diese Limonaden waren begehrt
Entdeckungen im Refektorium
Sie staunen im Klostergarten
In der Oase des Klostergartens sind auch Gewürze und Blumen von Koni Muff erhältlich.

Willkommen zur Authentica 2015

Wolfgang Wagmann

«Keine schwarzen Schafe»

Was weiter aufgefallen ist: Viele Besucherinnen und Besucher der «Authentica» stammen gar nicht aus der Region Solothurn, sondern von weit her, «aus dem Wallis und der ganzen Deutschschweiz. Denn die Aussteller bringen jeweils die Leute aus ihrem Umfeld nach Solothurn mit.»

Die Auswahl der Aussteller erfolgt auch nicht nach regionalen Kriterien, sondern es zählen für die «Authentica»-Macher primär die Originalität, die Kreativität und die Hochwertigkeit der präsentierten und produzierten Produkte. «Und da hatte es diesmal keine schwarzen Schafe dabei», meint Waber für das mehrköpfige OK, das stets aufpassen muss, dass nicht triviale Händler unter das bewusst anspruchsvoll gehaltene «Authentica»-Dach schlüpfen.

Wallierhof-Ersatz gesucht

Positive Folge des geringeren Publikumsaufmarsches: «Die Aussteller konnten sich mehr Zeit für Gespräche mit Besuchern nehmen.» Auf grosses Interesse seien auch urbane Produzenten von Lampenschirmen oder Velos gestossen – für Rafael Waber eine wichtige Abwechslung zu den eher traditionellen «Ballenberg-Themen».

Viele Aussteller bedauerten, dass die wegen des Rotationssystems nicht gleich wieder an der «Authentica» in Solothurn teilnehmen könnten – bekanntlich wechselt das OK jeweils die Hälfte der 60 Teilnehmer aus. Nun wird die Messe aber zunehmend zum Exportschlager. So findet diesmal Anfang Oktober eine zweite «Authentica» im Kapuzinerkloster Appenzell statt. «Und hier in Solothurn ergab sich ein guter Kontakt zum Kapuzinerkloster in Stans», sieht Waber die Chance für eine dritte Durchführung im Kanton Nidwalden.

Dagegen muss Rafael Waber in Solothurn ein Problem lösen: Er sucht einen Verein, der 15 Leute zur Mithilfe bei der «Authentica» 2016 stellen kann. Denn die bewährte Crew des Wallierhofs mit 30 Personen im Zweischichten-Betrieb weilt nächstes Jahr am Durchführungstermin der Messe im Klassenlager.