Solothurn

Wie in Hollywood werden an Synchro-Show Oscars verteilt

Die Abteilung Synchro des Schwimmclubs Solothurn hat bereits zum 17. Mal eine Weihnachtsshow durchgeführt. Der Anlass stand unter dem Motto «Oscar Night».

Katharina Arni-Howald
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Schwerelos über und unter dem Wasser – ein Erfolgskapitel des Solothurner Schwimmclubs.

Schwerelos über und unter dem Wasser – ein Erfolgskapitel des Solothurner Schwimmclubs.

Simon Kneubühl

Ein Hauch von Hollywood verwandelt das Hallenbad der Pädagogischen Hochschule Solothurn in ein Filmstudio. Der ausgelegte rote Teppich, über den hübsche Girls im Badeanzug leichtfüssig und zielstrebig Richtung Wasser unterwegs sind und Männer und Frauen in Alltagskleidern der Tribüne zustreben, ist vielverheissend.

Zum 17. Mal schon führt die Abteilung Synchro des Schwimmclubs Solothurn eine Weihnachtsshow durch. Das Synchronschwimmen wurde zum 75-Jahr-Jubiläum des SCSO ins Leben gerufen. Heute zählt der Verein in dieser Sparte 45 Aktive. Eine Erfolgsgeschichte.

Simon Kneubühl

Das Wasser ist ruhig – noch, denn bald werden die Wassernixen mit einem eleganten Kopfsprung das Nass in Bewegung setzen und zeigen, welch wunderbare Figuren sich dank Ausdauer, Fleiss und Kreativität in ein Schwimmbecken zaubern lassen. Und das über und unter dem Wasser. Einmal sind die grazilen Stars des Abends in gedämpftes Licht getaucht, ein andermal stehen die fünf Teams voll im Scheinwerferlicht.

Ein Hauch von Hollywood

«Oscar Night» haben die Synchronschwimmerinnen zusammen mit ihren Trainerinnen den diesjährigen Anlass getauft. Und es werden genauso wie im fernen Hollywood fingierte Oscars verteilt – für das beste Make-up, das beste Kostüm, die beste Musik und das beste Drehbuch.

Einen Höhepunkt erlebt das Publikum, das nicht mit Applaus geizt, bei den Showküren. Sie tragen Namen wie «Blues Brothers», «Pirates of the Caribbean», «James Bond», «Mary Poppins» und als Showdown «Dirty Dancing». Wahre Leckerbissen, von denen es – wenn auch anderer Art – in der Pause im Synchrobeizli noch mehr gibt. Und dies dank der tüchtigen Mithilfe von Eltern.

«Das Tempo und die Athletik haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert», sagt die Fachwartin Ramona von Gunten. Selbst einmal Synchronschwimmerin betont sie, dass alles selbst einstudiert wurde und die Schwimmerinnen eigene Ideen beigesteuert haben. Neben ihr stehen die 17-jährige Julia und die 15-jährige Lisan. Zehn bis zwölf Stunden pro Woche trainieren die Gymnasiastinnen in ihrer Freizeit. Ob da nicht vieles auf der Strecke bleibt? Lisan denkt nicht lange nach: «Es stimmt, dass wir nicht mehr viel Zeit für unsere früheren Kollegen haben.» Allzu gross scheint der Verlust allerdings nicht zu sein. «Wir haben im Team Freunde gewonnen. Man kann aufeinander zählen, wenn man Probleme hat.» Ein Subkosmos, in dem es nicht nur um Medaillen geht, sondern in dem sich ein wesentlicher Teil der sozialen Struktur abspielt. Und das alles, weil man Freude am Wasser hat und daran, sich zu bewegen und zu tanzen.