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10 Köche rühren den Kulturbrei

Das Gäu lädt im September zum kulturellen Highlight in die Dorfhalle Neuendorf.

Liliane Manzanedo
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Das Gäu lädt im September zum kulturellen Highlight in die Dorfhalle Neuendorf
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Das Gäu lädt im September zum kulturellen Highlight in die Dorfhalle Neuendorf

Bruno Kissling

Das gab es noch nie. Oder es liegt zumindest lange Zeit zurück. Alle Gäuer Gemeinden Egerkingen, Neuendorf, Oberbuchsiten, Niederbuchsiten, Härkingen, Wolfwil, Kestenholz, Oensingen inklusive Fulenbach und Hägendorf machen gemeinsame Sache: Sie veranstalten am 10. September einen grossen Kulturanlass in der Dorfhalle Neuendorf, der bereits am Nachmittag beginnt. Jede der insgesamt zehn Gemeinden erhält etwa 20 Minuten Auftrittszeit für ihr Programm.

Es dürfen Konzerte von Jugendbands oder Musikgesellschaften, Kabarettshows, Theateraufführungen und andere Unterhaltungen geboten werden. «Es soll ein bunter Strauss an verschiedensten Darbietungen entstehen», wünscht sich Fabian Gloor, Gemeinderat aus Oensingen (Ressort Finanzen und Kultur) und Präsident der Kulturkommission. Er und sein Kulturteam sind gewissermassen die Drahtzieher, obwohl er betont: «In allen Kulturkommissionen war man mehrheitlich der Meinung, dass wir uns mehr für die Kultur einsetzen müssen.»

Das Gäu ist mit seinen zirka 20 000 Einwohnern eine grosse Fläche im Kanton: «Wir wollen nicht Gefahr laufen, als Schlafgemeinden wahrgenommen zu werden», sagt Gloor. «Kultur beleben» heisst das Motto in den Gäuer Kultur-Ausschüssen.

Die auftretenden Künstler verwandeln sich am Tag des gemeinsamen Anlasses quasi zu Repräsentanten ihrer Gemeinden. «Es ist ein bisschen wie bei Eurovision, nur dass keine Bewertungen abgegeben werden», lacht Gloor.

Startschuss für Kulturwoche

Der gemeinsame Kulturanlass soll Auftakt zu einer «Kulturwoche Gäu» sein, die voraussichtlich bis zum 18. September dauert. Während dieser Woche soll täglich, in mindestens einer Gemeinde kulturelles Programm geboten werden. Das definitive Wochenprogramm steht aber noch nicht fest. Die Kulturkommissionen der einzelnen Gemeinden arbeiten daran. Die siebenköpfige Kommission aus Oensingen spielt mit der Idee, eine Fotoausstellung im Schloss Neu-Bechburg zu organisieren.

Während die Planung des Startanlasses stark vernetzt verläuft und die Gemeinden sich intensiv miteinander absprechen müssen, bietet die Planung der Kulturwoche mehr Freiraum: «Jede Gemeinde übernimmt Eigenverantwortung und schaut für sich. Lediglich zeitliche Überschneidungen sind möglichst zu vermeiden», sagt Gloor.

Erste Sitzung im 2014

Zum ersten Mal getroffen haben sich die jeweiligen Präsidenten der Kulturkommissionen im Herbst des Jahres 2014. Schnell war klar: Das Interesse für einen solchen Event ist von allen Seiten vorhanden. Die Präsidenten trafen sich fortan, jedoch in unregelmässigen Abständen. Deshalb wird das Projekt erst fast zwei Jahre später wahr. Die nächste Sitzung ist im März geplant und soll das ganze Programm in grossen Schritten fixieren. Bis dahin also sollten die Gemeinden ihre Künstler für Startanlass und Wochenevent bestimmt haben. Fulenbach zumindest hat die Wahl bereits getroffen, möchte aber noch nichts preisgeben.

Synergie soll entstehen

Streng genommen gehören Hägendorf und Fulenbach nicht dem Bezirk Gäu an. «Plötzlich hiess es vonseiten der Wolfwiler, ‹wieso macht Fulenbach nicht mit?›», erzählt Zeno Rutz, Präsident der Kulturkommission Fulenbach. «Die Wolfwiler haben uns quasi angefragt. Wir unterstützen diesen Anlass gerne, es ist wirklich Mal etwas Neues.» Vor knapp zwei Jahren fand ein grenzüberschreitender Anlass zwischen Fulenbach und Wolfwil statt (OT berichtete), der sehr erfolgreich ausfiel. Und was bereits im kleinen Rahmen positiv einschlug, könnte im grossen Rahmen zu einer unschlagbaren Synergie werden.