Welschenrohr/Gänsbrunnen

Alle Fragen zur Gemeindefusion sind jetzt beantwortet — bald wird abgestimmt

Welschenrohr und Gänsbrunnen beschliessen Urnenabstimmung zur Fusion am 30. August.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Geht die Urnenabstimmung am 30. August positiv aus, sollen Welschenrohr und Gänsbrunnen (am Horizont) am 1. Januar 2021 als Fusionsgemeinde funktionieren.

Geht die Urnenabstimmung am 30. August positiv aus, sollen Welschenrohr und Gänsbrunnen (am Horizont) am 1. Januar 2021 als Fusionsgemeinde funktionieren.

Bruno Kissling

37 Welschenrohrer Stimmberechtigte fanden am Montag den Weg in die Mehrzweckhalle zur coronaverträglichen Rechnungsgemeindeversammlung. Es standen diesmal nicht nur Zahlen im Mittelpunkt der Versammlung; es ging auch um das Eintreten auf die Urnenabstimmung zur Fusion von Welschenrohr und Gänsbrunnen zur Einheitsgemeinde.

Der Präsident der Arbeitsgruppe Gemeindefusion, Stefan Schneider skizzierte zunächst nochmals die wichtigsten Punkte dieses Zusammenschlusses. Dies sei eigentlich ein logischer Schritt: «Die Gänsbrünneler sind jetzt schon halbe Welschenrohrer.» Die Schulen, die Feuerwehr, das Vereinsleben werde seit längerem gemeinsam geführt. Es gebe viele Vorteile und Vereinfachungen, die aus der Fusion entstehen würden. «Zudem sichern wir damit unsere Gemeindeautonomie und auch raumplanerische Gründe sprechen dafür.»

Klar gebe es auch neue Aufgaben, welche auf die Einheitsgemeinde zukommen würden, so Schneider. Er erwähnte den ARA-Anschluss von Gänsbrunnen, das vergrösserte Strassennetz und den Unterhalt der Drainagen. Stellt sich die Frage nach dem Namen, welchen die neue Gemeinde tragen soll. Man habe sich in der Arbeitsgruppe auf den Doppelnamen «Welschenrohr-Gänsbrunnen» geeinigt, so Schneider. Als Logo auf Gemeindebriefpapier würden beide Wappen erscheinen, allerdings figuriere nur noch das Welschenrohrer Wappen als offizielles Wappen der Gemeinde. Der Kanton leistet einen Beitrag von 400'000 Franken an die Fusionskosten, und die Finanzausgleichsbeträge für beide Gemeinde seien sechs Jahre lang garantiert. Ausweise müssten erst dann angepasst werden, wenn sie sowieso erneuert werden müssen, Adressen und Grundbucheinträge müsse niemand von sich aus verändern, das geschehe «automatisch», informierte Schneider. Als Gast war der Leiter des Amtes für Gemeinden des Kantons Solothurn, André Grolimund an der Versammlung anwesend. Auch er konnte noch letzte Fragen aus seiner Sicht beantworten.

Nachdem keine Fragen mehr gestellt wurden, beschloss die Versammlung einstimmig, «Eintreten» auf dieses Geschäft, was bedeutet, dass es am 30. August 2020 zur Urnenabstimmung darüber kommt.

Das Resultat aus Gänsbrunnen

Wie «orchestriert» betrat Dominik Fluri, Leiter Koordinationsstelle Gemeindefusionen beim Amt für Gemeinden, den Saal. Er war an der gleichzeitig in Gänsbrunnen stattfindenden Gemeindeversammlung mit dabei und überbrachte das Resultat der dortigen Abstimmung. «Es war wohl die kürzeste Gemeindeversammlung, die ich je erlebt habe», begann er. Die 21 dort erschienenen Stimmberechtigten stimmten ebenfalls einstimmig für «Eintreten» auf die Fusion. Mit Applaus dankten die Welschenrohrer dem Überbringer und damit den «Gänsbrünnelern» für die Nachricht.

Wie es nach der Fusion weiter geht

Gemeindepräsidentin Therese Brunner erläuterte danach kurz das weitere Vorgehen: «Nach einer positiv verlaufenen Urnenabstimmung müssen Gemeindeordnung und Dienst- und Gehaltsordnungen angepasst werden, der Regierungsrat und der Kantonsrat muss seine Zustimmung zur Fusion geben und dann können wir ab 1.1.2021 als Welschenrohr-Gänsbrunnen weiter arbeiten. Die beiden Gemeinderäte werden bis zum Legislaturende zusammen weiter arbeiten. Nach den Neuwahlen wird es noch einen gemeinsamen Gemeinderat geben.» Zwei Jahre habe man danach Zeit, alle Reglemente zu überarbeiten und anzupassen.

Danach stand die Genehmigung der Rechnung 2019 auf der Traktandenliste. Welschenrohr habe noch nie ein so positives Resultat vorlegen können, erläuterte Fiko-Präsident Beat Allemann. Die Rechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 525'000 Franken. Budgetiert war einer von lediglich knapp 8000 Franken. Die Versammlung beschloss, den Überschuss dem Eigenkapital gut zu schreiben.
Weiter wurde dem Antrag, eine weitere Erhöhung des Rahmenkredits für Wohnbauförderung von total 100'000 Franken für zinslose Darlehen von höchstens 20'000 Franken für Bauwillige zuzustimmen.