Corona-Virus

Analog oder digital: So wollen Thaler und Gäuer Schulen das «Homeschooling» umsetzen

Mitte Woche starten die Schulen der Region mit dem Heim-Unterricht. Wie sich das Bildungswesen an die fordernde Situation anpasst.

Yann Schlegel
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Die Schulen bleiben leer. (Archiv)

Die Schulen bleiben leer. (Archiv)

KEYSTONE/Ti-Press/Alessandro Crinari

Der Entscheid des Bundesrates vom vergangenen Freitag, die Schulen landesweit bis Anfang April zu schliessen, hatte sich abgezeichnet. Und doch konnte sich das Bildungswesen aufgrund der rasanten Entwicklungen rund um das Corona-Virus nicht mit Vorlauf darauf vorbereiten. Während der Kanton Aargau zunächst die Schulen anwies, auf Hausaufgaben zu verzichten, gab der Kanton Solothurn die Devise heraus, die Schulschliessung solle nach Möglichkeit durch «Homeschooling» kompensiert werden.

Übers Wochenende berieten sich die Schulleitungen und Lehrkräfte im ganzen Kanton, wie sich die Heimschulung umsetzen lässt. Die Massnahmen sind divers, doch klar ist: In der Region werden die Schulen spätestens ab Donnerstag den Unterricht mit Online-Kursen oder per Post zugestellten Aufgaben fortsetzen.

Die Gemeinde Niederbuchsiten informierte am Montag mit einem Schreiben an die Gemeinde, dass die Lehrpersonen über eine schuleigene Plattform mit den Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse kommunizieren und ihnen Aufträge geben werden. Kindergartenkinder und die 1. und 2. Klasse erhalten derweil Dossiers mit Arbeitsanweisungen von den Lehrkräften heimgeliefert. «Der Heim-Unterricht beginnt jeweils um 9 Uhr und dauert bis um 15 Uhr mit ordentlicher Mittagspause», schreibt die Schule in ihrer Botschaft. Zudem werde die Schule einen Helpdesk einrichten, der täglich von 9 bis 10 Uhr geöffnet sein wird.

Ein identisches Modell setzt die Schule Härkingen um, die bereits am Mittwoch mit dem Heim-Unterricht beginnt. «Die Lehrpersonen sind angehalten, sich regelmässig mit Ihrem Kind oder Ihnen auszutauschen. Dies geschieht in Form von Telefonaten, E-Mails oder anderem Schriftverkehr», schreibt die Primarschule Härkingen in ihrem Brief an die Eltern.

Auch die Thaler Primarschulen wendeten sich am Sonntag mit einem Schreiben an die Eltern der schulpflichtigen Kinder. Darin kommunizierte die Schulleiterkonferenz, sie werde ab Donnerstag eine Notfall-Betreuung für Kinder organisieren. Diese stehe jedoch nur Kindern offen, deren Eltern beide berufstätig sind. Für die Heimschulung wählen die Thaler Schulen den analogen Weg. So werden die Klassenlehrpersonen an den kommenden Donnerstagen im März Aufträge per Post zukommen lassen. Auch die Oensinger Primarschule gab gestern bekannt, dass die Schülerinnen und Schüler einmal wöchentlich neue Aufträge erhalten.

Auch Musikschulen suchen alternative Möglichkeiten

Die Kreisschulen Thal und Gäu kündeten auf ihren Websites ebenfalls an, ab dieser Woche auf «Homeschooling» via Internet umzustellen. Während im Thal über die Kommunikationsplattform «Teams» informiert wird, erhalten die Gäuer Schülerinnen und Schüler heute Dienstag einen neuen Mailaccount zugewiesen.

Leer bleiben während der nächsten Wochen auch die Musikschulen in den Bezirken Thal und Gäu. Sämtliche Konzerte und Veranstaltungen der Musikschulen wurden abgesagt. Verstummen sollen die Instrumente in dieser Zeit gleichwohl nicht. Die Musikschulleitungen stehen «in einem regen Austausch, um mögliche alternative Unterrichtsformen zu prüfen», schreibt etwa die Musikschule Hinteres Thal in ihrem Brief an die betroffenen Eltern. Zeit für Übungseinheiten werden die Kinder durch den Corona-Stillstand genügend haben.