Oensingen

Bauprojekt schafft 153 Wohnungen — und stösst auf gemischte Gefühle

Bis zum Jahr 2025 soll das Quartier Leuenfeld in Oensingen durch insgesamt drei neue Baufelder erweitert werden. Die Pläne stossen jedoch nicht überall auf Begeisterung.

Sarah Kunz
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BKO/MTR

«Die Vision weiterentwickeln.» So lautet die Idee, die hinter dem Projekt Leuenfeld Süd steckt, welches am Montagabend im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens der interessierten Bevölkerung vorgestellt wurde.

Das grosse Publikum im Restaurant Rössli bestand primär aus Anwohnern des bestehenden Quartiers, welche die Informationen über die Erweiterung des Leuenfelds aus erster Hand erhielten und sich somit erstmals ein Bild der geplanten Bauobjekte machen konnten.

Der Visualisierung diente einerseits ein 3D-Modell des gesamten Quartiers und andererseits die verschiedenen architektonischen Pläne, die Men Vital, Architekt der Schmid Gestaltungsunternehmung AG mit Sitz in Luzern, als Vorstellungshilfe benützte.

Nebst Vital waren auch Gemeindepräsident Fabian Gloor, Landschaftsarchitekt Marcel Sigrist von Hüsler + Hess AG und Daniel Kaufmann von ZEITRAUM Planungen AG anwesend, um allfällige Fragen zum Projektplan zu beantworten.

Ein Dorf im Dorf schaffen

«Ich bin überzeugt, dass wir mit dem bisherigen Leuenfeld bereits etwas Gutes erreicht haben», steigt Architekt Vital ein und spricht damit das bestehende Quartier an. Die Erweiterung «Leuenfeld Süd» führe diese Vision eines Riesenparks weiter. Geplant sind drei verschiedene Baufelder mit den Bezeichnungen J, K und A0.

Letzteres ist direkt angeschlossen an das bisherige Leuenfeld und besteht aus einer neuen Erschliessungsstrasse sowie zwei Baublöcken, in welchen insgesamt 19 Wohnungen geplant sind. An der Ecke zwischen der Lehngasse und der Solothurnerstrasse sollen Wohnblöcke mit verschieden hohen Stockwerken entstehen. Dieser Baufeld K soll Platz für rund 92 Wohnungseinheiten schaffen.

 Klar erkennbar: Die verschieden hohen Stockwerke der geplanten Gebäude (weiss).

Klar erkennbar: Die verschieden hohen Stockwerke der geplanten Gebäude (weiss).

zvg

Entlang der Solothurnerstrasse entsteht laut den vorläufigen Plänen das Baufeld K, in welchem 42 Wohnungen in den jeweils oberen Stöcken und Dienstleistungsräume in den unteren Stöcken entstehen sollen.

Die Grösse der Wohnungen werde noch dem Markt angepasst, variiere jedoch zwischen 21⁄2- und 41⁄2-Zimmer-Wohnungen. Laufe alles nach Plan, soll das Baufeld J bereits im Jahr 2020 bezugsbereit sein. Die Baufelder K und A0 folgen dann voraussichtlich bis ins Jahr 2025.

Die Erschliessung der neuen Baufelder sei zudem zum Teil bereits durch bestehende Strassen abgedeckt. Als Dienstleistungen stellt sich der Architekt Cafés, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten oder Fitnessräume vor. Somit habe man eine schöne Durchmischung. «Es wäre somit ein Dorf im Dorf», schliesst Vital ab.

Verkehrskonzept überdenken

Die Reaktionen der Bevölkerung nach der Vorstellung des Konzepts sind kritisch. Einerseits erregt die Höhe von teilweise sieben Stockwerken die Gemüter, da im Zonenplan lediglich sechs Stockwerke vorgesehen wären. Die hohen Stockwerke würden die Sicht auf die Alpenkette versperren, argumentieren einige aufgebrachte Oensinger.

«Zwischen den Gebäuden entsteht viel Grünfläche», erklärt Architekt Vital. «Deshalb und weil das Projekt städtebaulich geplant ist, kann die Gemeinde mehr Stockwerke bewilligen, als ursprünglich im Zonenplan vorgesehen.»

Auch das Verkehrskonzept müsse laut einigen Anwohnern noch ausgearbeitet werden. So, wie die Pläne den Verkehr momentan andenken, werde der Leuenplatz noch unübersichtlicher, als er mittlerweile bereits sei. Denn bereits jetzt werden oftmals Autos auf den Trottoirs abgestellt, die den Weg versperren. Diesem Problem müsse man entgegenwirken.

Die Bevölkerung hat jetzt bis zum 5. Februar die Möglichkeit, die Pläne auf der Einwohnergemeinde einzusehen und Eingaben schriftlich oder per E-Mail einzureichen. «Noch sind die aufgelegten Pläne schliesslich nicht definitiv», meint Gemeindepräsident Gloor und wendet sich an die anwesenden Einwohner: «Es ist deshalb wichtig, dass Ihr auch mitreden könnt.»