Region Olten

Bei der Landumlegung soll es am Schluss «nur Gewinner geben»

Nach Verzögerungen im Herbst und Frühling wird seit Mitte Jahr intensiv am Projekt Landumlegung Region Olten (LRO) gearbeitet. Die Arbeiten werden schätzungsweise bis 2016/2017 fertiggestellt sein. Angefangen wurde im Jahr 2005.

Karin Schmid
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Auf dem stark schadstoffbelasteten Gebiet beim Kugelfang in Kappel sind zurzeit Untersuchungs- undSanierungsarbeiten im Gang.

Auf dem stark schadstoffbelasteten Gebiet beim Kugelfang in Kappel sind zurzeit Untersuchungs- undSanierungsarbeiten im Gang.

HR.Aeschbacher

«Im Moment haben wir zwischen Olten und Gunzgen zahlreiche Baustellen», sagt Max Zülli, Präsident der Flurgenossenschaft Landumlegung Region Olten (LRO). Teilweise lägen Bauhaufen herum. «Aufgrund der schlechten Wetterbedingungen mussten wir zuwarten und konnten den Boden im Herbst 2012 und Frühling 2013 nicht bearbeiten, doch seit Mitte Jahr sind wir intensiv an den Flurwegumlegungen und -neubauten.» Was die Umsetzung der fünf beschlossenen Baulose angeht, befindet sich die Flurgenossenschaft mittlerweile «bereits in der vierten Etappe», so Zülli. «Im Moment sind wir daran. das letzte Baupaket von Los 5 mit 15 verschiedenen Objekten zu schnüren.»

Die Eigentümer traten ihren Neubesitz auf 1. November 2011 an. Dabei mussten laut Zülli bei der Umsetzung der Landumlegung Prioritäten gesetzt werden. Es ging darum, «Land auszuscheiden, das für den landwirtschaftlichen Nutzen geeignet ist». Für Verzögerung sorgte teilweise auch der nötige Einsatz vom Fachpersonal der Sieber Cassina & Partner AG (Olten), einer Spezialfirma, die beim LRO-Projekt als bodenschützerische Baubegleitung wirkt. Im Rahmen der Landumlegung Region Olten muss die Flurgenossenschaft 1200 Meter öffentliche Gewässer revitalisieren und renaturieren. Diese Arbeiten stehen nach Angaben von Max Zülli kurz vor dem Abschluss.

«So schnell wie möglich nutzen»

Die Mitarbeitenden der Sieber Cassina & Partner AG sind zurzeit vor allem auf dem Areal zwischen Kleinwangen und Kappel tätig, auf dem bis 2012 das Schützenhaus stand und wo gerade der Kugelfang saniert wird. Als Folge des heuer erstellten Flurwegs entlang der Mittelgäustrasse musste das Gebäude im letzten Jahr abgerissen werden.

Zur Erfassung von vorhandenen Altlasten wurden umfangreiche Berichte erstellt – «mit dem Ergebnis, dass um das Schützenhaus herum praktisch keine Schadstoffe festgestellt wurden», so Zülli. «Der Bereich beim Kugelfang hingegen ist stark belastet, vor allem mit Blei.» Die Verantwortlichen der Flurgenossenschaft hätten «alles Interesse daran, dass das Gebiet um den Kugelfang so schnell wie möglich landwirtschaftlich genutzt werden kann».

Die Gemeinden, die das Schützenhaus genutzt hätten – Kappel und Rickenbach –, seien dafür zuständig, dass die Altlasten saniert oder entsorgt würden. Zu diesem Zweck wurde Ende 2012 eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Gesamtkosten von rund 295 000 Franken aufteilt. Der Bund beteiligt sich daran mit 128 000 Franken. Die Restkosten übernehmen, je nach Bevölkerungszahl, zu drei Vierteln Kappel (120 000 Franken, Schiessverein und Bürgergemeinde) sowie zu einem Viertel Rickenbach (40 000 Franken).

Bis 2016/17 schätzungsweise fertig

Bis vorgestern lagen die Unterlagen zu den Baum- und Stangenschatzungen in den sechs beteiligten Gemeinden öffentlich zur Begutachtung auf, gegen die bis heute Einsprache eingereicht werden kann. Auf dem 500 Hektaren umfassenden Landumlegungsgebiet stehen laut Zülli «1200 Bäume, teilweise Waldstücke und Hecken. Da man die Bäume nicht mit dem Land verlegen kann, wurde jeder einzelne Baum geschatzt.»

Und: «Alle 1200 Grundbucheinträge müssen auf die neuen Eigentumsverhältnisse umgeschrieben und dies danach öffentlich aufgelegt werden.» Zuvor stehen jedoch die Untersuchung und Erneuerung von Entwässerungen sowie die Neuvermessung und -vermarchung auf dem Programm. «Teilweise haben wir damit schon angefangen. Erst danach weiss man auf den Quadratmeter genau, wie gross die neuen Grundstücke sind.» Wenn auch dieser Projektteil öffentlich aufgelegt und genehmigt wurde und die Grundbucheinträge erledigt sind, folgt die Auflage des Restkostenverteilers.

Bei einem reibungslosen Arbeitsverlauf soll dies nach Schätzung von Max Zülli 2016/2017 der Fall sein. «Wir haben 2005 mit der LRO angefangen; zwölf Jahre sind für so ein Projekt eine Rekordzeit», findet der Flurgenossenschaftspräsident und macht dabei darauf aufmerksam, dass es in dieser Zeit darum geht, «rund 90 Wege entweder um- oder neu zu bauen, zu sanieren oder aufzuheben. Das ist eine gewaltige Aufgabe.» Das – von Bund und Kanton subventionierte – Investitionsvolumen schätzt Max Zülli auf «acht bis zehn Millionen Franken».

«Am Schluss nur Gewinner»

Zülli zeigt sich überzeugt davon, dass es bei der Landumlegung Region Olten «am Schluss nur Gewinner gibt». Als sein persönliches Highlight bezeichnet der Wangner den Umstand, dass «die 22 aktiven Eigentümer, die mit der Landwirtschaft ihr tägliches Brot verdienen, alle mit unserer Zuteilung zufrieden sind. Das ist das Hauptmotiv für mich: die landwirtschaftliche Nutzung und die Wirtschaftlichkeit für Bauern».