Primarschule Egerkingen

Das sagt der Schul-Chef zur neuen Deutsch-Regel

Die Schule in Egerkingen hat neue Regeln erlassen, die Deutsch als einzige Sprache auf dem Schulareal erlauben. Was sagt das Volksschulamt dazu? Amtschef Andreas Walter nimmt Stellung.

Philipp Felber
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Andreas Walter ist Chef des Amtes für Volksschule und Kindergarten des Kantons Solothurn.

Andreas Walter ist Chef des Amtes für Volksschule und Kindergarten des Kantons Solothurn.

Bruno Kissling

Wie schätzt das Volksschulamt solche Ausführungsbestimmungen, wie sie Egerkingen erlassen hat, ein?

Andreas Walter: Wir begrüssen solche Bestimmungen, weil dort konkret das soziale Zusammenspiel in den Schulen geregelt wird. Dabei wird eine gemeinsame Basis zwischen der Schule, den Lernenden und den Eltern hergestellt. Pädagogisch gehen solche Papiere in Ordnung.

Was ist wichtig, wenn die Schule solche Bestimmungen erlässt?

Der Dialog ist entscheidend. Die Eltern sollten mündlich über die Regeln informiert werden. Schriftliche über solche Regeln zu informieren, ist meist schwierig, weil sofort Fragen aufkommen werden. (In Egerkingen werden die Eltern auf mündlichem Weg in Kenntnis gesetzt werden. Anm. d. Red.)

Wie schätzen Sie konkrete Strafen ein, mit welchen im besagten Papier gedroht wird?

Von der pädagogischen Seite her ist ein solches Vorgehen zu begrüssen. Denn so wird klar, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist. Doch die Ausführungsbestimmen sollten nicht zur Eskalierung einer Situation dienen, sondern zur Problemlösung. Wie es rechtlich aussieht, kann ich nicht beurteilen. Zum Beispiel werden auch an anderen Schulen zu pädagogischen Zwecken Handys eingezogen. Ob dies rechtlich durchsetzbar ist, ist ein anderes Thema.

Die neuen Regelungen an der Egerkinger Volksschule zeugen davon, dass gerade die Umgangssprache in der Schule ein Thema ist. Lässt sich dies verallgemeinern?

Ich kann nicht bestätigen, dass dies ein allgemeines Problem ist. Das Thema scheint aber momentan in Egerkingen zu bewegen. Wir begrüssen auch, dass klar gesagt wird, dass Deutsch grundsätzlich die Umgangssprache ist. Im Unterricht ist es ja deutlich geregelt: Unterrichtssprache ist Schriftdeutsch. In Egerkingen scheint das Sprachproblem aber akzentuierter zu sein als anderswo.

Der Gemeinderat bezieht sich auf Paragraf 24bis des Volksschulgesetzes, um die angeordneten Deutschstunden zu verankern. Geht das?

Nein, Paragraf 24 bis bezieht sich darauf, dass Eltern mit einer Busse belegt werden können, wenn sie ihrer Pflichten gegenüber der Schule nicht nachkommen.