Balsthal

Die Allmend war von existenzieller Bedeutung

Am Bürgertag der Bürgergemeinde Balsthal stand das Thema «Allmend» im Vordergrund. Dieses Land durfte früher von den Dorfbewohnern gemeinwirtschaftlich genutzt werden.

Peter Wetzel
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Michael Bur (rechts )orientiert die «Blau-Behüteten» über die Entwicklung des Allmendwesens.

Michael Bur (rechts )orientiert die «Blau-Behüteten» über die Entwicklung des Allmendwesens.

Peter Wetzel

Nach der Begrüssung durch Thomas Fluri, Präsident der Bürgergemeinde, übernahm Michael Bur die Führung zur Exkursion. In seiner Funktion als Allmendpräsident verstand er es, auf dem Weg mit verständlichen Erklärungen und Illustrationen die Entwicklung der Allmenden aufzuzeigen. Erster Halt der Wandergruppe war am Ende des Schlossgässli in der Ziegelhütte. Hier bot sich ein prächtiger Ausblick auf das Dorf, die Ruine Neu-Falkenstein und einen Teil des Guldentals.

Bur hielt fest, dass früher fast alle Dorfbewohner einen landwirtschaftlichen Hintergrund gehabt hätten. Die Dreizelgenwirtschaft, in Balsthal mit dem Ober- und Kleinfeld, dem Mülifeld und dem Rainfeld, sei die Grundlage für die landwirtschaftliche Versorgung gewesen. Auf den drei verschiedenen Zelgen hätten die Familien je ein Stück Land besessen, so Michael Bur.

Daneben habe es aber noch das Allmendland gegeben. «Dieses Land durfte von allen Dorfbewohnern gemeinwirtschaftlich genutzt werden.». Die sei vor allem für die ärmere Bevölkerung von existenzieller Bedeutung gewesen. 1836 habe dann der Staat das bis jetzt ihm gehörende Allmendland den Gemeinden abgegeben und dieses sei erst später den sich bildenden Bürgergemeinden übertragen worden.

Allmendland nicht verkaufen

In der Nähe des Bauernbetriebes Kamber an der Ziegelgasse orientierte der Allmendpräsident über die Standorte und Flächen des heutigen Allmendlandes der Bürgergemeinde, welches an sieben verschiedene Landwirte verpachtet sei. Dabei geht es um folgende Gebiete: Cholgruben, Hinter Schloss, Aegertenfeld, Munimatten, Hinterflüeli und Kühweid. Die Gesamtfläche dieses Pachtlandes beträgt 24 Hektaren.

Beim malerisch gelegenen Mattenstöckli angekommen, referierte Bur kurz über das aktuelle Allmendreglement, welches als Grundlage zur Verwaltung diene. Das Pachtland bringe der Bürgergemeinde jährlich etwa 10 000 Franken an Pachtzinsen ein. «Ich finde es richtig und wichtig, dass wir das Allmendland auch in Zukunft behalten, nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus kulturellen und vorsorglichen Gründen», meinte der Allmendpräsident. Zudem habe man mit den Pächtern ein sehr gutes Einvernehmen.

Zimmerplatz wird aufgewertet

Auf dem Zimmerplatz brutzelten schon die ersten Würste, als die Exkursionsteilnehmer nach einem kleinen Umweg über das wildromantische «Kapälleli» eintrafen. Die neu eingerichtete Grillstelle bewährte sich hervorragend und durfte somit der Öffentlichkeit übergeben werden. Jörg Hafner konnte von einer weiteren Aufwertung des Zimmerplatzes berichten. Geplant sei der Bau eines gedeckten Unterstandes mit Sitzgelegenheiten.

Zuerst müssten aber noch die notwendigen Bewilligungen eingeholt werden. Diese Idee wurde von den meisten anwesenden Bürgern positiv aufgenommen. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass nach der Realisierung des Unterstandes eine regelmässige Kontrolle der Anlage gewährleistet werden müsse.