Wolfwil
Ein 48-Stunden-Fest für 750 Jahre Wolfwil

An der Gemeindeversammlung wurde ein letztes Mal vor Beginn des Dorffestes «750 Jahre Wolfwil» informiert.In zwei Wochen schon steigt das grosse Jubiläumsfest. Der Auftakt erfolgt mit der Eröffnung und der Ernte des Kohlemeilers.

Erwin von Arb
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Zum 750-Jahr-Jubiläum hat sich die Aaregäuer Gemeinde auch eingestrickt.

Zum 750-Jahr-Jubiläum hat sich die Aaregäuer Gemeinde auch eingestrickt.

Bruno Kissling

«Es ist so weit: In zwei Wochen steigt im Rahmen des 750-Jahr-Jubiläums der Gemeinde unser grosses Dorffest», sagte OK-Präsident Bruno A. Wirth zu den 30 Stimmberechtigten, die am Mittwochabend zur Gemeindeversammlung erschienen waren. Wirth erinnerte an die Entscheidung des Gemeinderates im Dezember 2012, das 750-jährige Bestehen von Wolfwil gebührend zu feiern. «Wir sind also seit dreieinhalb Jahren am Entwickeln, Kreieren und am schöpferischen Denken, um für ganze Bevölkerung ein unvergessliches Fest auf die Beine zu stellen», so Wirth.

Dorffest dauert 48 Stunden

Wer in zwei Wochen im Aaregäu mitfeiern will, braucht aber Standvermögen, denn das Dorffest dauert ganze 48 Stunden. Der Auftakt erfolgt am Freitag, 24. Juni, um 17.50 Uhr mit der Eröffnung und der Ernte des Kohlemeilers. Als Höhepunkte erwähnte Wirth den Festumzug mit 35 Gruppen und rund 1000 Teilnehmern am Samstag sowie den Festakt vom Sonntag. Das 48-Stunden-Fest endet am Sonntag um 17.50 Uhr. Der OK-Präsident nutzte die Gelegenheit, um Werbung in eigner Sache zu machen. Gesucht werden noch Helferinnen und Helfer für rund 30 Einsätze, wie er bemerkte.

Vor der Präsentation der Verwaltungsrechnung 2015 der Einwohnergemeinde durch den neuen Finanzverwalter Beat Wyss hatte die Versammlung über die Rechnung des Nahwärmeverbundes Wolfwil (NWW) zu befinden. Verwaltungsratspräsident René Wyss erklärte, dass 2015 bei einem Umsatz von 140'000 Franken ein Ertragsüberschuss von 115 Franken erzielt worden ist. Die Rechnung 2015 des NWW wurde von der Versammlung einstimmig verabschiedet.

Rechnung schliesst mit Überschuss

Ohne Wortmeldung und einstimmig genehmigt wurden auch die Rechnung 2015 und die Investitionsrechnung der Einwohnergemeinde. Die laufende Rechnung schliesst bei einem Aufwand von 10,177 Mio. Franken und einem Ertrag von 10,181 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von 3470 Franken ab.

Vorgängig waren fünf Nachtragskredite in der Höhe von 783'000 Franken einstimmig gutgeheissen worden: 39'080 Franken für die Ausfinanzierung der Deckungslücke bei der Kantonalen Pensionskasse; 33'695 Franken für zu wenig budgetierte Beiträge an Ergänzungsleistungen für AHV und IV; 40'000 Franken für zusätzliche Abschreibungen bei der Spezialfinanzierung Wasser; 640'000 Franken zusätzliche Abschreibungen auf das Verwaltungsvermögen; 31'030 Franken für die Abschreibung von Steuern.

Mehr Steuer abgeschrieben

Bei der letztgenannten Position erwähnte Gemeindepräsident Georg Lindemann, dass 2015 gemäss Budget Steuern in der Höhe von 80'000 Franken abgeschrieben werden sollten. Nun seien daraus effektiv 111'030 Franken geworden. 30'000 Franken davon hätten nicht direkt abgeschrieben werden können und seien deshalb dem Delkrederekonto zugewiesen worden. Dieses Geld sei damit aber nicht verloren, weil seit 2015 die Verlustscheine von Steuern von einem Inkassobüro bewirtschaftet würden. Ab dem kommenden Jahr könnten entsprechende Rückläufe in der Rechnung erstmals ausgewiesen werden. Das Delkrederekonto wurde aufgrund gefährdeter Steuerguthaben auf 290'000 Franken erhöht. Dabei handelt es sich Steuern, mit deren Eingang nicht mehr gerechnet wird.

Positiv schliessen 2015 die Spezialfinanzierungen ab. Bei der Wasserversorgung konnte ein Ertragsüberschuss von 1053 Franken verbucht werden, bei der Abwasserbeseitigung ein solcher von 12'5217 Franken. Die Abfallbeseitigung schliesst mit 21'820 Franken Ertragsüberschuss ab.

Die Investitionsrechnung weist bei Ausgaben von 2,435 Mio. Franken und Einnahmen von 1,65 Mio. Franken Nettoinvestitionen von 785'734 Franken aus. Budgetiert waren 899'600 Franken.
Die Bilanzsumme vermindert sich gegenüber dem Vorjahr um fast 4 Mio. Franken auf 10,838 Mio. Franken. Ursache dafür ist die Rückzahlung von drei Dahlehen im Gesamtbetrag von 3 Mio. Franken. Die Schulden aus bestehenden Darlehen betragen noch 5 Mio. Franken. Nach der Zuweisung des Ertragsüberschusses aus der Rechnung 2015 ins Eigenkapital beläuft sich dieses per 31. Dezember 2015 auf 3,498 Mio. Franken.

Kein Austritt aus Sozialregion

Gemeinderätin Karin Kissling informierte darüber, dass die Gemeinde Wolfwil nicht aus dem Zweckverband Sozialregion Thal-Gäu austreten kann. Aufgeworfen wurde diese Frage an einer Gemeindeversammlung wegen der stetig steigenden Kosten. Gemäss Sozialgesetz des Kantons Solothurn gebe es keine Möglichkeit für einen Austritt, so Karin Kissling. Die Kantonsrätin wies darauf hin, das zumindest bei der Kostenentwicklung offenbar eine Trendwende eingetreten sei. Dies zeige sich auch in der Rechnung 2015 der Gemeinde Wolfwil. Die Kosten für die Sozialhilfe seien erstmals gesunken, und zwar von 837'208 Franken im Jahr 2014 auf rund 765'000 Franken. Zu hoffen bleibe, dass dieser Trend weiter anhalte.

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