Busbetrieb Olten Gösgen Gäu

Fahrplan-Anzeigetafel zeigt in Echtzeit, wann der nächste Bus fährt

Durch eine elektronische Fahrplananzeigetafel erfährt der Fahrgast in Echtzeit, wann der nächste Bus oder das nächste Postauto abfährt. Die Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG will rund 10 Haltestellen mit dem satellitengestützen System ausrüsten.

Erwin von Arb
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Die Bushaltestelle Kirche in Neuendorf wurde mit elektronischen Fahrplananzeigen ausgestattet.
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Neue elektronische Fahrplananzeigen
So siehts von Nahem aus.

Die Bushaltestelle Kirche in Neuendorf wurde mit elektronischen Fahrplananzeigen ausgestattet.

Erwin von Arb

Wer öffentliche Verkehrsmittel benutzt, kann es sich in der Regel nicht leisten, zu spät bei der Haltestelle einzutreffen. Ausser, der Bus oder das Postauto haben Verspätung und es reicht dann doch noch, den Arbeitsplatz oder die Schule rechtzeitig zu erreichen.

Der Ungewissheit, ob man den Bus wirklich verpasst hat oder ob dieser noch kommt, ein Ende setzen möchten die Busbetrieb Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) und PostAuto. Bewerkstelligen wollen das die zwei Unternehmen mit der Einführung von elektronischen Fahrplananzeigetafeln, im Fachjargon DynPaper genannt. Der Begriff DynPaper steht für dynamische Fahrgastinformation, wie Peter Schib vom BOGG-Kundendienst dazu ausführt.

Bisher kaum Reaktionen

Zwei dieser elektronischen Fahrplananzeigen wurden Anfang November im Rahmen eines Pilotprojektes in Neuendorf bei der Haltestelle Kirche in Betrieb genommen. Ein Gerät wird über den Billettautomaten mit Strom versorgt, das zweite mit Solarstrom betrieben.

Die technische Aufrüstung der Haltestelle ist den Fahrgästen offenbar noch nicht sonderlich aufgefallen. Es gab bisher kaum Reaktionen, wie Schib bemerkt. DynPaper sehe dem konventionellen Papierfahrplan halt sehr ähnlich. «Wir hoffen, es gibt noch mehr Rückmeldungen, die Meinung der Kundschaft ist uns wichtig», betont der BOGG-Sprecher.

Beim genauen Hinsehen wird deutlich, das es sich bei besagter Tafel um einen Bildschirm handelt. Auf diesem können die Abfahrtszeiten der BOGG-Busse und der Postauto-Kurse vom aktuellen Tag abgelesen werden. Der grosse Vorteil dieses Systems sei, dass es sich bei den eingeblendeten Abfahrtszeiten um Echtzeiten handle, bemerkt Schib. Allfällige Verspätungen könnten auf DynPaper umgehend abgelesen werden.

System arbeitet selbstständig

Aufgenommen werden diese Daten in der Leitzentrale der BOGG in Wangen. Vor dort aus kann das System die täglich bis zu 50 verkehrenden Busse via dem satellitengestützten Positionsbestimmungssystem GPS auf ihren Fahrten überwachen.

Dank dem hinterlegten Fahrplan merkt das System selbstständig, auf welchen Linien es zu Verspätungen kommt. Die Übertragung der Daten auf die erwähnte DynPaper-Haltestelle in Neuendorf erfolgt automatisch. Von Hand eingegeben werden hingegen Störungen und Ausfälle oder wenn eine Haltestelle nicht bedient wird oder wegen Anlässen eine Umleitung eingerichtet werden muss.

Die Pilotphase wird mindestens ein Jahr dauern, wie BOGG-Geschäftsleiter Toni von Arx auf Anfrage erklärt. Die Kosten für das Projekt in Neuendorf betragen 20 000 Franken und werden von der BOGG und der PostAuto Schweiz AG zu gleichen Teilen getragen. Von ihren rund 300 Haltestellen will die BOGG nur etwa deren zehn mit DynPaper ausrüsten, wenn das Projekt zur Ausführung gelangen sollte.

Sinn machen würden solche elektronischen Anzeigetafeln für von Arx etwa auf dem Kirchplatz in Olten, wo oft Veranstaltungen durchgeführt werden. «Wir könnten den Kunden direkt mitteilen, wo ihr Bus fährt.» Das gelte auch für exponierte Haltestellen, wie etwa in Wisen, wenn diese im Winter nicht angefahren werden könnten. Die Kosten für die Umrüstung von etwa zehn Haltstellen schätzt von Arx auf 20 000 und 30 000 Franken. Entscheidend für den Preis sei, wie viele solcher Anzeigetafeln die PostAuto Schweiz AG als Initiantin von DynPaper für ihr eigenes Halteststellen-Netz anschaffen werde.

PostAuto entscheidet in Frühjahr

Postauto-Projektleiter Erich Helwin hielt sich bedeckt bezüglich der möglichen Anzahl an DynPaper-Fahrplananzeigetafeln für die schweizweit rund 12 000 Postauto-Haltestellen. Der Entscheid, wie es mit dem Projekt weiter gehe, falle im Frühjahr 2016. Auskunftsfreudiger zeigte er sich bei der inzwischen abgeschlossenen Pilotphase von DynPaper bei PostAuto. Die Geräte hätten rund zweieinhalb Jahre in der Witterung gut überstanden und stets funktioniert.