Härkingen

Gemeinde stösst mit ihrer Postagentur ans Limit

Seit bald vier Jahren betreibt in Härkingen die Gemeindeverwaltung die Postagentur. Der Gemeinderat will die Situation neu beurteilen.

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Mittlerweile ein gewohntes Bild - Post und Verwaltung unter einem Dach.

Mittlerweile ein gewohntes Bild - Post und Verwaltung unter einem Dach.

Bruno Kissling

Der Postfilialen-Schwund in den Dörfern erreichte im August 2016 Härkingen. Die Gemeinde entschied sich damals dafür, eine physische Postagentur auf der Gemeindeverwaltung weiterzuführen. «Die alternative wäre gewesen, auf den Hausservice der Post zurückzugreifen», sagt Gemeindepräsident Daniel Nützi.
Vier Jahre später stellt die Gemeinde fest: Die Nachfrage nach Postgeschäften hat in Härkingen stetig zugenommen und macht inzwischen einen sehr grossen Teil der Schalterarbeit aus. «Die mit der Post AG vertraglich vereinbarte Entschädigung der Postdienstleistungen aufgrund der Agenturverträge deckt nur einen Teil des anfallenden Aufwandes ab», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Der Arbeitsaufwand für die Abwicklung der Postgeschäfte sei gewachsen. Daniel Nützi führt dies unter anderem auf den wachsenden Onlinehandel mit Paketversand zurück.

Auch die Schliessung von Postfilialen in den umliegenden Dörfern, der gute Kundenservice und die Parkplatzmöglichkeiten in Härkingen hätten dazu beigetragen, dass die Kundenfrequentierung deutlich zunahm. Nicht nur die Härkinger Einwohnerinnen und Einwohner und das örtliche Gewerbe, auch Auswärtige würden die Postdienstleistungen beanspruchen. «Wir befinden uns in einer Situation, die uns bewog, Überlegungen anzustellen», sagt Nützi. Es stelle sich für den Gemeinderat die Frage, inwieweit dieser Aufwand für die Einwohnergemeinde noch tragbar ist.

Um dies abzuklären, hat der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Weiter soll sie mögliche Alternativen prüfen. Die valabelste und wahrscheinlichste Alternative wäre – wie schon vor vier Jahren – der Hausservice, so Nützi. Die Arbeitsgruppe, welcher der Gemeindepräsident selbst angehört, wird daher abwägen, was ein Wechsel zum Hausservice gegenüber zur Agenturlösung bedeuten würde.

Keine Postgeschäfte wegen Corona

Zurzeit sind die Postdienste in Härkingen wegen der aktuellen Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingestellt – beziehungsweise der Postfiliale in Egerkingen übertragen. Im Zuge der Massnahmen wurden auch die Schalteröffnungszeiten der Gemeindeverwaltung auf drei Halbtage eingeschränkt.

Die an der Primarschule Härkingen getroffenen Massnahmen wurden jeweils direkt den betroffenen Eltern mitgeteilt. «Das Konzept des Fernunterrichts wurde sehr rasch und kompetent von der Schulleitung und Lehrerschaft umgesetzt und funktioniert einwandfrei», schreibt die Gemeinde in ihrer Mitteilung. Ebenfalls vom neuen Coronavirus betroffen sind diverse Veranstaltungen der Einwohnergemeinde und von Härkinger Vereinen. Die meisten Anlässe mussten ersatzlos abgesagt werden. Via Gemeindewebsite oder Gemeinde-App informierte die Gemeinde diesbezüglich.

Der Gemeinderat stellt fest, dass die seitens Bundesrat erlassenen Massnahmen von der Härkinger Bevölkerung eingehalten werden. Besonders erfreulich seien die grosse Solidarität und die verschiedenen Angebote, welche auf privater Basis entstanden sind.

Ortsplanungsrevision beim Kanton zur Prüfung

Die Planungskommission hat in knapp 30 Sitzungen die Planungsgrundlagen zur Ortsplanungsrevision erarbeitet. Anfang März prüfte der Gemeinderat die Plangrundlagen und unterbreitete das umfassende Dossier zur Vorprüfung dem Kanton. Nach einer Vorprüfungszeit von rund sechs Monaten ist eine öffentliche Mitwirkungsveranstaltung geplant. (yas/mgt)

Zwei Abgänge zu verzeichnen

Der langjährige Gemeindearbeiter Oskar Marbet hat sich entschieden, auf Ende Januar 2021 vorzeitig in Pension zu gehen. Damit die Gemeinde die Nachfolge aufgleisen kann, kündigte Marbet seinen Abgang dem Gemeinderat bereits jetzt an. Um die Stelle neu zu besetzen, setzt der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe ein, wobei der Rat die Wahl vornehmen wird. Oskar Marbet war über 20 Jahre für die Einwohnergemeinde Härkingen im Einsatz.

Einen weiteren Abgang verzeichnet die Gemeinde an der Schule. Schulsozialarbeiter Sandro Villiger hat sich dazu entschieden eine neue Herausforderung anzunehmen, weshalb er in Härkingen seine Kündigung einreichte. «Die Arbeit des Schulsozialarbeiters in Härkingen hat sich sehr bewährt und deshalb wurde diese Stelle wiederum ausgeschrieben», schreibt die Gemeinde in ihrer Medienmitteilung. Die Stellenbesetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit den ebenfalls involvierten Gemeinden Niederbuchsiten und Egerkingen. Eine gemeindeübergreifende Arbeitsgruppe setzt sich mit der Nachfolgeregelung auseinander.

Verzugszins wird auf null Prozent angepasst

Der Regierungsrat Kanton Solothurn hat im Massnahmenkatalog aufgrund der aktuellen Lage mit dem Coronavirus unter anderem beschlossen, den Verzugszinssatz der Staatssteuern bis Ende 2020 auf 0.0 Prozent zu senken. Dieser Verzugszinssatz gilt für die Steuerjahre 2019 und 2020. Gemäss Steuerreglement der Einwohnergemeinde Härkingen gilt der gleiche Ansatz für die Gemeindesteuern. Dementsprechend gilt für die Steuerjahre 2019 und 2020 auch für die Gemeindesteuern bis zum Ende 2020 ein Verzugszinssatz von 0.0 Prozent.
Weiter nahm der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung den Geschäftsbericht 2019 sowie die positive Rechnung der HEnergie Härkingen (HEH) zu Kenntnis und genehmigte diese zuhanden der Rechnungsgemeindeversammlung. (mgt/otr)