Niederbuchsiten

Jura will abspecken: Bis Ende Jahr soll es 1400 Verkaufsläden weniger geben

Jura Elektroapparate AG erzielte 2013 ein Umsatzplus von 3,6 Prozent. «Wir haben auf den klassischen Kernmärkten in Europa wieder Fuss gefasst», freut sich CEO Emanuel Probst. Jura setzt auf Qualität vor Quantität und reduziert die Verkaufspunkte.

Erwin von Arb
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In der «Jura World of Coffee» wird noch gebaut
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In der «Jura World of Coffee» wird noch gebaut
Medienkonferenz in der Jura in Niederbuchsiten
Jura-CEO Emanuel Probst an der neuen «Impressa»
Jura-CEO Emanuel Probst

In der «Jura World of Coffee» wird noch gebaut

HR Aeschbacher

Das letzte Jahr sei kein besonderes gewesen, «alles war ziemlich normal», erklärte Emanuel Probst, General Manager der Jura Elektroapparate AG am Mittwoch an der Medienkonferenz in Niederbuchsiten. Der Kaffeemaschinenhersteller blickt auf ein erfolgreiches 2013 zurück. «Wir haben auf den klassischen Kernmärkten in Europa wieder Fuss gefasst», so Probst erfreut.

2013 wurden weltweit 270 000 Kaffeespezialitäten-Vollautomaten verkauft; der Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 360 Mio. Franken. Allein 9,9 Mio. Franken dieses Wachstums erzielte Jura in den europäischen Märkten.

Besonders erfreulich entwickelt haben sich dabei Grossbritannien und Frankreich, die jeweils um 24 Prozent zulegen konnten, wie Probst erwähnte. Positive Wachstumsimpulse gab es auch in den osteuropäischen Märkten. Jura trug diesem Trend 2013 mit der Gründung einer eigenen Vertriebsgesellschaft in Polen Rechnung.

Erstarkt ist Jura auch im Professionalbereich mit Vollautomaten für Büros, Bars, Ladengeschäfte, Tankstellenshops, Konferenzhotels, etc., wo ein Wachstum von 14 Prozent zu verzeichnen war. Dazu beigetragen habe die Eröffnung des zweiten Professional-Kompetenzzentrums im deutschen Grainau und die 2013 lancierte «GIGA X8» mit Speed-Funktion.

Neue Vertriebsgesellschaft

Probst zeigte sich überzeugt vom «Comeback» des europäischen Marktes. Dieser werde in den kommenden Jahren wieder zu einer Wachstumslokomotive. Dafür passte Jura auch die Organisation entsprechend an. So wurde per Anfang 2014 die Jura Vertrieb (Schweiz) AG gegründet. Sie wird künftig den Heimmarkt nach internationalem Vorbild als eigene Vertriebsgesellschaft betreuen.

Für das laufende Jahr hat sich das Niederbuchsiter Unternehmen ein moderates Wachstum auf 275 000 Einheiten zum Ziel gesetzt. Dazu beitragen sollen neue, im Premiumbereich angesiedelte Produkte. Dabei setzt Jura auf Wertigkeit und Langlebigkeit verknüpft mit Innovationen. Den Beweis tritt Jura mit der neuen «Impressa A9 One Touch» an, die im Frühling in den Handel kommt und intuitiv über Touchscreen zu bedienen ist. Förderlich auf den Umsatz auswirken dürfte sich ferner, dass deutsche Zeitschrift «test» in der Ausgabe 12/2013 die «ENA Micro 9» und die «Impressa C50/C55» von Jura zu Testsiegern erklärten.

Weniger Verkaufspunkte

Planmässig schreitet auch die Umsetzung der «Agenda 2020» voran. Diese beinhaltet unter anderem eine Steigerung von Kompetenz und Produktivität an den Verkaufspunkten. Dabei gilt ganz klar Qualität vor Quantität. Die Anzahl der Verkaufspunkte in weltweit 50 Ländern soll im laufenden Jahr von 9900 auf 8500 reduziert werden.

Bereits abgespeckt hat Jura im Gourmet Kaffee Catering, wo zehn Stellen gestrichen wurden. Diese Sparte gebe es auch im Ausland nicht, meinte Probst dazu. Jura beschäftigt weltweit 693 Personen, 273 davon am Hauptsitz in Niederbuchsiten.

2014 begeht Jura ein besonderes Jubiläum: Im Herbst 1994 kam der «Impressa»-Kaffeevollautomat auf den Markt. Ein Meilenstein in der Geschichte der 1931 gegründeten Firma, wie Probst betonte. Zum Jubiläum wird derzeit für rund 1 Mio. Franken die Juraworld of Coffee umgebaut.

In den ersten sieben Jahren ihres Bestehens ist die Erlebnisausstellung rund um die Welt des Kaffees von über eine Viertelmillion Menschen besucht worden. Ab Mai werde sie mit neuen Attraktionen aufwarten, so Emanuel Probst. «Und als Krönung wird Jura im September das 20-Jahr-Jubiläum der ‹Impressa› und die Wiedereröffnung des ‹Epizentrums des Kaffeegenusses› mit einem Tag der offenen Tür feiern.»