Herbetswil
Kirchenbau jährt sich zum 125. Mal

Vor 125 Jahren wurde die Kirche St. Johannes erbaut. Grund genug für die katholische Kirchgemeinde, dieses Jubiläum zu feiern. «Der Kirchenpatron steht auch dafür, dass man in Herbetswil den Finger auf das Ungerade hält», so Andrea Allemann, Pastoralassistentin.

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Andrea Allemann bei ihrer Predigt in der Kirche St. Johannes.

Andrea Allemann bei ihrer Predigt in der Kirche St. Johannes.

zvg

In Herbetswil wurde das 125-Jahr-Jubiläum des Kirchenbaus feierlich begangen. Das Fest an «Santi Hans», dem Herbetswiler Gemeindefeiertag zu St. Johannes, wird als kleine, aber sehr feine und würdige Feier in Erinnerung bleiben. Den auch das Wetter meinte es gut mit der jubilierenden Kirchgemeinde und zeigte sich von seiner sonnigsten Seite, als am Freitagabend die nunmehr 125 Jahre alten Glocken die Gläubigen in die Kirche riefen. Und die diese kamen zahlreich zur Messe, die von Pastoralraumpfarrer Simon Moser, unterstützt durch den Konzelebranten, Pfarrer Eugen Franz, abgehalten wurde. Für die anwesenden Herbetswilerinnen und Herbetswiler war aber vor allem die Besetzung der dritten Mitwirkenden speziell: Andrea Allemann, einst Präsidentin der Kirchgemeinde und heute Pastoralassistentin, hielt die Predigt.

Damals ein mutiger Schritt

Es seien entbehrungsreiche Zeiten gewesen, in denen man die Kirche erbaut habe. Und doch habe man die Opfer erbracht, im Wissen um die Tatsache, dass das Immaterielle ohnehin wichtiger sei im Leben als das nicht vorhandene Geld. Es habe Mut gebraucht seinerzeit, diesen Kirchenbau zu wagen. Der Heilige Johannes der Täufer, der zum Kirchenpatron ernannt wurde, sei ja aber auch ein mutiger Wegweiser gewesen. Und, so hielt die einheimische Predigerin mit Augenzwinkern in Richtung der Verantwortlichen im Pastoralraum fest, der wegweisende Kirchenpatron stehe deshalb bis in die heutige Zeit halt auch dafür, dass man in Herbetswil «den Finger auf das Ungerade halte», wenn es Anlass dazu gebe.

Zu diesem Selbstbewusstsein passte an diesem Freitagabend die stimmgewaltige und musikalisch sehr gelungene Umrahmung des Kirchenchors unter der Leitung von Simon Haefely.

Nach dem feierlichen Gottesdienst wurde das Geschehen ins Festzelt verlagert, welches neben der Kirche aufgebaut war. Das offerierte Apéro und vor allem das üppige Kuchenbuffet, für welches die Pfarreigruppe schon weitherum bekannt ist, sorgten dafür, dass der Abend länger wurde, als manch einer sich gedacht hatte. Was blieb von diesem Abend war die Gewissheit, dass die vor 125 Jahren mit dem Kirchenbau wortwörtlich zementierte Gemeinschaft ausgesprochen vital in die Zukunft gehen kann.