Gemeinderat

Laupersdorf will ab 2022 die Steuern senken

Der Gemeinderat Laupersdorf genehmigte den überarbeiteten Finanzplan für die Jahre 2021-2025. Dieser sieht eine Steuersenkung ab 2022 vor.

Rudolf Schnyder
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Sollte sich die finanzielle Situation aufgrund des Coronavirus in den nächsten Jahren verschlechtern, wird von einer Steuersenkung abgesehen.

Sollte sich die finanzielle Situation aufgrund des Coronavirus in den nächsten Jahren verschlechtern, wird von einer Steuersenkung abgesehen.

Bruno Kissling

Jedes Jahr überarbeitet die Finanzplanungskommission (FIPLAKO) mit Josef Walpert (Präsident), Thomas Brunner, Dieter Bruttel (Gemeinde-Vice-Präsident), Daniel Fluri und Heidi Jeker den rollenden Finanzplan und stellt ihn dann dem Gemeinderat vor.

Der gesamte Steuerertrag 2019 belief sich auf 4,6 Mio. Franken, budgetiert waren 4,234 Mio. Franken. Nach Ansicht der FIPLAKO zeigt dies, dass die nochmalige Steuersenkung auf 124 Prozent der einfachen Staatssteuer richtig gewesen ist. «Laupersdorf zählt nicht mehr zu den finanzschwächsten Gemeinden im Kanton Solothurn», bilanzierte Gemeindeverwalter Stefan Schaad. Er hat den Finanzplan 2021 – 2025 mit der Jahresrechnung 2019 und dem Budget 2020 nachgeführt. Ebenso hat er den gesamten Investitionsplan mit dem Budget 2020, der Sanierung Schulhäuser und Kindergarten sowie den weiteren bekannten Begehren aktualisiert. Die Kommission für öffentliche Bauten und Anlagen (OeBAK) hatte im Herbst 2019 neue Investitionen für die kommenden Jahre angemeldet: Friedhof 30'000 Franken, Entsorgungsplatz 80 000 Franken, Sanierung Gemeindezentrum 525'000 Franken).

Im überarbeiteten Finanzplan 2021-2025 ist nun ersichtlich, dass im Jahr 2021 ein Ertragsüberschuss von 88'000 Franken resultiert, dass jedoch in den Folgejahren Aufwandüberschüsse zwischen 34'000 Franken und 49'000 Franken zu erwarten sind.

In der Finanzplan-Periode sind Netto-Investitionen von insgesamt sehr hohen 8,045 Mio. Franken enthalten. Dadurch würde der Nettoverschuldungsquotient ab 2022 auf über 150 Prozent steigen, was zur Schuldenbremse führen würde. Dies will man verhindern. Die FIPLAKO nahm Anpassungen vor: Sanierung Schulhaus Linden 2020: 400'000 Franken, 2021: 1,4 Mio. Franken; Sanierung Kindergarten 2022, Sanierung Gemeindezentrum 2025.

Ab 2022 ist ein Steuerfuss von 122 Prozent vorgesehen. Der Steuerertrag der juristischen Personen wird konstant mit 200'000 Franken eingesetzt. Beim Gesamt-Steuerertrag ist zu erwähnen, dass als Basis das Budget 2020 mit einer Summe von 4,372 Mio. Franken gilt. Es wird davon abgesehen, aufgrund der wirtschaftlichen Coronavirus-Krise den Steuerertrag zu reduzieren, da noch eine Reserve eingerechnet ist.

Beim Finanz- und Lastenausgleich wird davon ausgegangen, dass der Betrag von 2020 über 2021 – 2025 konstant bleiben wird. Mit den sehr hohen Investitionen steigt das Fremdkapital (Schulden) beträchtlich an und zwar von 4,5 Mio. Franken auf 7,275 Mio. Franken im Jahr 2025. Das Eigenkapital (Bilanzüberschuss) verbleibt mit 1,64 Mio. Franken praktisch auf dem Stand von 2019. Bei den Kennzahlen legte die FIPLAKO folgende Ziele fest: Der gewichtete Nettoverschuldungsquotient soll nie höher als 130 Prozent betragen, der Eigenkapitaldeckungsgrad soll auf mindestens 25 Prozent aufgebaut werden und die Nettoschuld pro Einwohner soll nie mehr höher als 2500 Franken sein, was der maximalen mittleren Verschuldung entspricht.

Sollte sich die finanzielle Situation aufgrund des Coronavirus in den nächsten Jahren verschlechtern, könnten von der vorgesehenen Senkung des Steuerfusses abgesehen und die Nettoinvestitionen reduziert werden. Hier gilt es die Entwicklung genau zu beobachten. Der Gemeinderat genehmigte den so überarbeiteten Finanzplan 2021 – 2025 einstimmig.