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Mit Video und Schreiben: Zwei Gemeindepräsidenten und ihre weisen Worte zum 1. August

Per Video und mit einem Schreiben: Johanna Bartholdi und Fabian Gloor wendeten sich mit ihren Botschaften an die Bevölkerung.

Yann Schlegel
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Johanna Bartholdi und Fabian Gloor richteten sich mit physischer Distanz an die Bevölkerung.

Johanna Bartholdi und Fabian Gloor richteten sich mit physischer Distanz an die Bevölkerung.

zvg/bko

Leise säuselt die Schweizer Nationalhymne durch den Lautsprecher, bevor Johanna Bartholdi in ihrer Videobotschaft die Bevölkerung begrüsst. In diesem Jahr sei alles anders. «Wir feiern - aber auf Distanz», sagt die Egerkinger Gemeindepräsidentin in die Kamera, während sie sich die Hände mit Desinfektionsmittel einreibt. Es ist der subtile, aber zugleich bisweilen sehr direkte Humor der 69-jährigen Politikerin, mit dem sie sich weit über Egerkingen hinaus einen Namen gemacht hat.

Auch im Jahr der Corona-Absagen liess Johanna Bartholdi es sich nicht nehmen, ihre Rede zum Nationalfeiertag zu halten. Diesmal sei ihre Ansprache ernster als sonst ausgefallen, hatte Bartholdi im Vorfeld gegenüber dieser Zeitung gesagt. In der Videoansprache war dann auch eine besonnene Bartholdi auf dem Schirm zu sehen, die ihre humanitäre Seite zeigt und die persönlichen Erkenntnisse aus der Coronakrise preisgibt. «Unsere Gesellschaft ist verglichen zu jener vor 75 Jahren, oder sogar noch später, menschlicher geworden», sagt Bartholdi in ihrer Botschaft. Jeder Mensch besitze die gleiche Würde. Nachdem sich unser Leben von einem Tag auf den anderen verändert habe, werde die Gesellschaft künftig hinterfragen müssen, was normal und was selbstverständlich ist.

«Wenn uns bewusst wird, dass die neue Normalität eben nicht die Selbstverständlichkeit der Vergangenheit ist, dann wird die Pandemie dazu führen, dass unsere Gesellschaft wie ein Phoenix aus der Asche steigen wird», sagt Bartholdi weiter. «Nämlich besser, gerechter und solidarischer, aber noch immer international vernetzt.»

Fabian Gloor: «Es chunnt druf ah»

Auch der Oensinger Gemeindepräsident Fabian Gloor schrieb zum 1. August im Corona-Jahr seine Gedanken nieder. Seiner Botschaft gibt er den Titel «Es chunnt druf ah» - sie ist ein Appell an die Bevölkerung, sie möge unsere Demokratie mitgestalten. Die Coronakrise habe gezeigt, dass es darauf ankommt, welche Menschen man im Staatswesen mit Macht betraut, schreibt Gloor.

In dieser heiklen Situation seien fakten- und wissenschaftsbasierte Entscheidungen wichtig. Für die Zukunft bedeute dies: «Starke Charaktere sind gefordert, die nicht korrumpierbar sind und nicht aus Eitelkeit Politik betreiben, sondern aus dem Willen heraus, die Gemeinde, den Kanton, die Schweiz und vielleicht sogar die Welt positiv zu gestalten.» Mit ihrem auf Konsens ausgerichteten politischen System habe die Schweiz einen Vorteil.