Montpelon

Nur Schlemmen erlaubt: So lief der Corona-Brunch auf dem Berghof Montpelon

Dieses Jahr gibt es keine offiziellen 1. August-Feiern wegen Corona. Ein Stück Normalität gabs auf dem Montpelon oberhalb Gänsbrunnen. Die Plätze für den Brunch am Samstag waren allesamt ausgebucht.

Yann Schlegel
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1.-August-Brunch 2020 auf dem Berghof Montpelon
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300 Gäste konnten sich dem Nationalfeiertag auch kulinarisch widmen.
Verschiedene Sektoren mussten ausgezeichnet werden. Jeder hatte sein eigenes Buffet.
Hochbetrieb in der Küche
Spiegelei braten im Akkord

1.-August-Brunch 2020 auf dem Berghof Montpelon

Patrick Lüthy

Reihenweise sagten die Gemeinden ihre 1. August-Feiern ab. So wurde der Nationalfeiertag in diesem Jahr zum Fest im kleinen Kreis. Nur hoch oben auf dem Berg herrschte im Thal am Samstagmorgen ein Stück weit Normalität: Die traditionellen 1. August-Brunchs auf dem Bauernhof konnten trotz allem stattfinden. «Theoretisch könnten alle ihn durchführen, vielen war der Aufwand aber viel zu gross», sagt Elsbeth Lanz am Freitagmorgen auf Anfrage. Die Bauern vom Berghof Montpelon oberhalb von Gänsbrunnen gehören zu den wenigen, die trotz den strengen Vorgaben am Brunch festhielten. 200 Plätze weniger als sonst konnte die Familie Lanz am Samstagmorgen anbieten. Die 300 Brunch-Plätze waren denn auch alle vergriffen.

Jammern möge sie nicht, sagt Elsbeth Lanz. Irgend in einer Form träfen die Folgen des Coronavirus schliesslich jeden. «Wir sind alle im gleichen Boot», habe ihr jemand gesagt. Sie stimmte zu, sagte aber: «Nur müssen nicht alle gleich fest rudern.» In der Bergwirtschaft waren die Auswirkungen spürbar, da Anlässe ausfielen. Dafür ist diesen Sommer bemerkbar, dass viele Familien in der Schweiz blieben und auch den Weg nach Montpelon fanden, wie Lanz sagt.

Den Brunch aufgeben, war für die Berghof-Landwirte keine Option. Vor allem den treuen Gästen wegen. «Der Brunch hat auch den Zweck, die Landwirtschaft und die restliche Bevölkerung zu vereinen», sagt Lanz. Und gerade in der Corona-Zeit hätten die Bauern an Bedeutung gewonnen.

Eigenes Buffet und Gästeliste

Die Familie Lanz nahm deshalb den Mehraufwand auf sich, welcher das Schutzkonzept bedingte. «Vielleicht müssen wir künftig lernen, damit zu leben», sagt Lanz. Wer wisse, wie die Lage in einem Jahr aussehe. Sie habe aber vollstes Verständnis, dass andere Bauernhöfe, die üblich bis zu 800 Brunch-Gäste empfangen, sich unter den gegebenen Umständen gar nicht erst anmeldeten.

Auf dem Montpelon war der diesjährige Brunch anders als sonst: Mit drei Sektoren à 100 Personen - einen im Stall, einen im Laufhof und einen im Freien - konnte die Familie Lanz die kantonalen Vorgaben erfüllen. Statt einem Buffet für 500 Gäste, gab es für jeden Sektor ein eigenes Buffet. Zudem mussten die Gastgeber eine Gästeliste führen, auf der sich jeder einzelne Gast über 12 Jahren eintrug. Um den Mehraufwand zu bewältigen, verdoppelte der Berggasthof zudem die Belegschaft im Vergleich zu anderen Jahren auf 20 Mitarbeitende.