Gedenkgottesdienst

Schönenwerd gedenkt «schrecklichem Unglück» und seinen Opfern

Am Donnerstagabend wurde in der Schönenwerder Stiftskirche der sieben Feuerwehrmänner gedacht, die vor 10 Jahren beim Einsturz einer Tiefgarage in Gretzenbach starben.

Beat Wyttenbach
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Blumen auf dem Friedhof von Schönenwerd
15 Bilder
Stützpunktfeuerwehr Schönenwerd geht geschlossen in die Kirche
Auch die Musikgesellschaft Schönenwerd ist da
Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Feuerwehrmänner von Gretzenbach
Eine Kerze für jeden verstorbenen Feuerwehrmann
Archivbild
Blumenschmuck
Blumenschmuck
Viele Kerzen brennen zum Gedenken
Schönenwerd, Donnerstagnachmittag: Gross und Klein gedenkt der Verstorbenen beim Feuerwehrlokal.

Blumen auf dem Friedhof von Schönenwerd

HR Aeschbacher

Sieben Kerzen schmückten am Donnerstagabend, am zehnten Jahrestag des Gretzenbacher Feuerwehrunglücks, den Altar der Stiftskirche Schönenwerd, versehen mit den Namenstäfelchen der damals verstorbenen Feuerwehrleute: Rudolf Gäumann, Matthias Heider, Rolf Heller, Patrik Kalt, Michael Hug, Rolf Schmid und Beat Weber.

Ihnen zu Ehren hatte die Feuerwehr Schönenwerd einen Gedenkgottesdienst organisiert, zu dem rund 180 Gäste geladen worden waren. Schon am Nachmittag bestand für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, ihr Mitgefühl an der Gedenkwand beim Feuerwehrmagazin Schönenwerd mit dem Anzünden von Kerzen auszudrücken.

«Wir vergessen Euch nie»

«Ein schreckliches Unglück hat uns vor zehn Jahren überrollt. Jeder war irgendwie davon betroffen: Kameraden, Angehörige, Rettungsdienstleistende, Behördenmitglieder, Bürger. Die Wunden sind verheilt, die Narben sind geblieben. Wir haben damals gesagt: ‹Wir vergessen Euch nie›. Es sind keine leeren Worte geblieben», bemerkte Kommandant Alessandro Klaiber einleitend.

«Es war das schwerste Feuerwehrunglück in der Geschichte des Landes», resümierte Pfarrer Ulrich Wilhelm. Man habe sich gewünscht, aus diesem schrecklichen Albtraum aufzuwachsen, diese Hoffnung erfüllte sich nicht. «Dennoch haben unsere Seelen Wege gefunden, wie sie weiterleben können», konstatierte er. Pläne hätten sich zwar geändert. «Der Schmerz über den Verlust wird aber immer bleiben; hoffentlich ist er erträglicher geworden. Über den Abgrund sind Brücken gebaut worden, doch der Abgrund ist noch da.»

Jedoch: Das Opfer der Verstorbenen sei nicht vergebens gewesen: Aufgrund dieses Unglücks hätten sich Feuerwehrreglemente verändert, Bauvorschriften seien verschärft worden; es hätten mehr Aufmerksamkeit, Sorgfalt und Sicherheit aus den getroffenen Massnahmen resultiert. Und das Unglück habe die Chance gegeben, zusammenzurücken und neue Freundschaften entstehen zu lassen.

Gemeindepräsident Peter Hodel war überzeugt, dass die Angehörigen aufgrund der riesigen Anteilnahme in ihrem Schmerz nicht alleine gelassen wurden. «Diese Solidarität wird Sie weiterhin stützen», war er sich sicher. Die Dimension des Unglücks habe die Grenzen der Belastbarkeit sehr deutlich aufgezeigt. Es gelte dabei auch, der Feuerwehr Schönenwerd Dankbarkeit zu zeigen, weil sie auch nach dem Unglück «pflichtbewusst zu Gunsten der Bevölkerung uneingeschränkt und voller Überzeugung ihren Dienst weitergeleistet hat». Hodel sprach aus, was sich wohl alle wünschten: «Ich hoffe, dass die Zeit Wunden heilt und das Leben weitergehen kann und muss.»