Bezirksfeuerwehrverband

Thaler Brandlöscher feuern 100-Jahr-Jubiläum

Der Bezirksfeuerwehrverband Thal feiert heuer sein 100-Jahr-Jubiläum mit einem grossen Fest. Dabei werden alle sechs Feuerwehren des Thals ihr Können bei einer Übung zeigen.

Rahel Bühler
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Das OK des Jubiläums (v.l.): Urs Meier, Martin Schumacher, Sandro Stampfli, Christian Born, Pascal Rumpf, Christian Star,Kurt Schneeberger. Es fehlt Björn von Burg.

Das OK des Jubiläums (v.l.): Urs Meier, Martin Schumacher, Sandro Stampfli, Christian Born, Pascal Rumpf, Christian Star,Kurt Schneeberger. Es fehlt Björn von Burg.

zvg

100 Jahre ists her, seit sich die Thaler Feuerwehren dazu entschlossen haben, sich zu einem Verband zusammenzuschliessen. Nach ersten Kontaktaufnahmen im Jahr 1914 entstand zwei Jahre später der Bezirksfeuerwehrverband Thal (BFV Thal), bestehend aus den Feuerwehren aller Thaler Gemeinden ausser Welschenrohr, welche 1917 beitrat.

Ursprünglich lautete das Ziel, eine einheitliche Plattform zu schaffen für Ausbildungskurse, die neu eintretende Feuerwehrleute absolvieren mussten. Ausserdem sollte die Kameradschaft gepflegt werden.

Acht Präsidenten in 100 Jahren

Dies ist auch heute, 100 Jahre später, noch der Fall, wie Sandro Stampfli, der Präsident des BFV Thal im Gespräch im Feuerwehrmagazin Matzendorf bestätigt. «Wir Thaler pflegen einen guten Zusammenhalt», weiss sein Kamerad Pascal Rumpf — er ist Präsident der Feuerwehr Mittelthal — und ergänzt lachend: «Dieser ist wohl auch topografisch bedingt.» Heute besteht der BVF Thal aus den Feuerwehren Balsthal, Laupersdorf, Mittelthal (Aedermannsdorf, Herbetswil und Matzendorf), Welschenrohr-Gänsbrunnen, Holderbank und Mümliswil-Ramiswil.

Bei einem 100-Jahr-Jubiläum ist ein historischer Rückblick wohl nicht ganz so verkehrt: Zu Beginn, wir befinden uns mitten im Ersten Weltkrieg, hatte der junge Verband Mühe, den obligatorischen Verbandsaktivitäten nachzukommen. Wegen des Krieges konnte die erste Delegiertenversammlung erst zwei Jahre nach der Verbands-Gründung abgehalten, und der erste Vorstand gewählt werden.

In den letzten 100 Jahren gab es acht Personen, die das Amt des Präsidenten innehatten. Dies entspricht einer durchschnittlichen Amtszeit von zwölfeinhalb Jahren. Zum 50-Jahr-Jubiläum fand im Dezember 1965 eine Feier im Hotel Kreuz in Balsthal statt. Zum 75. Geburtstag wurde ein grosses Fest in Laupersdorf durchgeführt.

Fast zwangsläufig hat sich im letzten Jahrhundert einiges verändert: «Die Feuerwehr ist heute technischer als früher», erklärt Pascal Rumpf und liefert ein Beispiel nach: «Während die Alarmierung früher über die Ortssirene erfolgte, geht sie heute via Handy und Pager vonstatten.» Sandro Stampfli ergänzt: «Auch die Gerätschaften, wie zum Beispiel die Brandschutzkleidung, sind viel moderner.»

Auch in der Aufgabenverteilung sei einiges passiert: «Heute sind die Feuerwehrleute viel flexibler. Jeder muss jede Aufgabe ausführen können und ist nicht nur auf eine Funktion spezialisiert.»

Wozu braucht es einen BFV?

Die grösste Veränderung fand allerdings in der Hauptaufgabe statt: Seit einigen Jahren übernimmt die Solothurner Gebäudeversicherung (SGV) die Koordination der Ausbildungskurse. Der Bezirksverband wurde damit seiner Hauptaufgabe beraubt. «Es gibt tatsächlich Verbände, die sich fragen, ob es sie noch braucht», weiss Stampfli.

Im Thal sei dies aber nicht so, sagt Pascal Rumpf: «Der Vorteil von einem Bezirksverband besteht darin, dass man bei grossen Einsätzen weiss, wer welche Fähigkeiten und Ressourcen besitzt. Ausserdem kennt man sich durch die regelmässigen Treffen, wie zum Beispiel gemeinsamen Offiziersübungen, bereits.»