Niederbuchsiten

Überzeugende Solisten setzten die Rosinen

Die Blaskapelle MG Niederbuchsiten lud zu ihrem Hauptkonzert in die Kirche St. Nikolaus ein.

Edgar Straumann
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Die Blaskapelle der Musikgesellschaft Niederbuchsiten unter der Leitung von Hans Kurth.

Die Blaskapelle der Musikgesellschaft Niederbuchsiten unter der Leitung von Hans Kurth.

markus müller

Genau nach dem letzten Glockenschlag begrüsste Franziska Kurth die Besucherinnen und Besucher in der Kirche St. Nikolaus zum Konzert der Blaskapelle der Musikgesellschaft Niederbuchsiten.

Es sei weder ein Adventskonzert noch ein Weihnachtskonzert oder auch kein eigentliches Kirchenkonzert, sagte die Vereinspräsidentin, sondern das Jahresabschlusskonzert, an welchem man die breite Palette der Musikliteratur vorstellen möchte. Tatsächlich wurde ein abwechslungsreiches und umfangreiches Programm geboten, mit welchem die grosse Leistungsfähigkeit der Blaskappelle eindrückliche bewiesen wurde.

Viele Highlights

Nach dem einleitenden «Trouble in the Air» folgte bereits ein erster Höhepunkt mit dem «Impromptu» von Eric Ball. Obschon die Besetzung auf den einzelnen Registern bei der Blaskapelle praktisch auf ein Minimum beschränkt ist, wurde der heroische Charakter dieses Werkes hervorragend umgesetzt.

Ein Beweis dafür, dass Qualität nicht von der Quantität abhängig sein muss. Schade eigentlich, dass sich nicht noch mehr Besucherinnen und Besucher davon überzeugen liessen. Ursprung von «La Colondrina» sei ein mexikanisches Volkslied, war von Moderator Patrick Gulik zu vernehmen, arrangiert von einem gewissen Adi Swiller.

Hinter diesem Pseudonym versteckt sich, wie später zu vernehmen war, kein geringerer als der Dirigent Hans Kurth. Der musikalische Leiter versteht sich, wie mit dem Vortrag bewiesen wurde, nicht nur aufs Dirigieren, sondern auch aufs Arrangieren.

Die Polka «Von Freund zu Freund» von Martin Scharnagel war nicht nur vom Titel her, sondern auch inhaltlich geradezu symbolisch für die harmonische Einheit der Niederbuchsiter Blaskapelle. Als erster Solist trat Thomas Kurth in der «Ballade Romantica» ins Rampenlicht.

Mit seinem Cornet-Solo überzeugte er mit seiner reinen Tongebung in allen Lagen, einfühlsam begleitet von den übrigen Bläserinnen und Bläser. Das Gleiche kann auch von Ruedi von Arx gesagt werden, der das «Hornkonzert Nr. 4 in Es Dur» von W.A. Mozart hervorragend intonierte. Bemerkenswert, wie sehr die Handschrift des Komponisten heraus zu hören war. Den herzlichen Applaus verdiente sich der Solist wie auch alle seine Begleiter.

«Helter Skelter» Solo für Xylofon war die weitere Programm Nummer. Mit «Hals über Kopf» könne der Titel übersetzt werden, ergänzte Patrick Gulik bei seiner Programm Ansage und stellte den erst 15-jährigen Solisten Samuel Käch aus Murgenthal vor.

Was der Gymnasiast auf dem Xylofon bot, war grosse Klasse, weshalb es auch nicht verwunderte, dass eine Zugabe gefordert wurde.

Claudia Jung und Richard Clayderman erreichten mit «Je t’aime mon Amour» (wie viele Stunden hat die Nacht) einen Welthit. Die Interpretation von Christine Kurth auf dem Euphonium und Claudia Zeltner auf dem Horn, wiederum gefühlvoll begleitet, war in der Niederbuchsiter Kirche ebenfalls hitverdächtig. Wie auf die Blaskapelle zugeschnitten war die Polka «Aus Böhmen kommt die Musik» von Christin Bruhn.

Erwartungen übertroffen

Die Erwartungen wurden in jeder Beziehung mehr als erfüllt, wurden doch die Gäste zum Mitklatschen geradezu animiert. Zum Abschluss standen doch noch weihnächtliche Melodien auf dem Programm. Hans Kurth hat für seine Formation «Christmas in our Hearts» arrangiert und mit der Wiedergabe einen weiteren Beweis für das vielfältige Schaffen und unbestrittenen Könnens erbracht. Mit zwei Zugaben wurden die Besucherwünsche abschliessend erfüllt.