Subingen

14 Beschäftigte der KMU-Firma O. Bay AG in Subingen verlieren den Job

Die O. Bay AG, Herstellerin von Papierfalzmaschinen, aus Subingen, hat am Donnerstag den Betrieb eingestellt. 14 Beschäftigte verlieren die Arbeitsstelle. Inhaber Christian Bay begründet die Schliessung mit dem starken Franken und der Euro-Konkurrenz

Andreas Kaufmann
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Firma O. Bay in Subingen ist Konkurs

Firma O. Bay in Subingen ist Konkurs

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Die Ankündigung kam zwar nicht aus heiterem Himmel, tränenreich und überraschend war sie dennoch für die Angestellten der Bay AG in Subingen: Am Donnerstagmorgen musste Inhaber Christian Bay der 14-köpfigen Belegschaft (12,5 Vollzeitstellen) die sofortige Stilllegung des Betriebs mitteilen. Die Bilanz musste deponiert werden.

Druck im Euroraum wurde zu gross

«Seit dem Euro-Einbruch Anfang 2011 haben wir diverse Massnahmen zur Kostensenkung eingeleitet. Aber um den Währungsverlust von 20 Prozent aufzufangen, hat es nicht mehr gereicht», sagt Bay. Als Herstellerin von Papierfalzmaschinen sei man in einem Nischenmarkt mit einem Exportanteil von 99 Prozent tätig. «Im Euroraum sind immer mehr Konkurrenten aufgetreten, womit unser Wettbewerbsvorteil als fast alleiniger Anbieter schleichend wegfiel. Und wenn jemand plötzlich 30 Prozent günstiger anbietet, können wir dem nichts mehr entgegenhalten.»

Auch das Internet trägt Mitschuld

Zudem habe im Zeitalter des Internet die Notwendigkeit von Papier als Träger und Transportmittel massgeblich an Bedeutung verloren, fügt er als weiteren Grund für den Niedergang an. Damit geht in Subingen ein KMU zugrunde, das 1953 von Christian Bays Vater Otto Bay gegründet worden war. Um die Frage zu beantworten, was mit der Firmenliegenschaft geschehen soll, ist der Zeitpunkt für Bay noch zu früh.

Familiäres Team hat bis zum Ende gekämpft

Soziale Auffangmassnahmen für die nun arbeitslose Belegschaft wird es keine geben. So gibt Bay auf Anfrage bekannt: «Das ist in einem so kleinen Betrieb gar nicht möglich.» Allerdings betont er, dass man als familiäres Team zusammengespannt habe, um den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu begegnen. «Ich habe mitgekämpft und mitgelitten», so der Geschäftsinhaber, der nun ebenfalls von einem Tag auf den anderen arbeitslos geworden sei. «Letztlich wären wir ohne den Wechselkurseinbruch auf gutem Weg gewesen», so sein Fazit. Schliesslich habe man lange in ein exzellentes Produkt investiert.

Probleme bei Lohnzahlungen

Schwierigkeiten bei der O. Bay AG scheinen sich schon länger abgezeichnet zu haben, wie auch die Schilderungen einer bei der Firma tätigen Person nahelegen: «Seit zwei Jahren wurde der Lohn nicht mehr pünktlich ausgezahlt», erinnert sie sich. Zuguterletzt habe die Belegschaft die Geschäftsleitung auch mit der Möglichkeit einer Betreibung und Arbeitsniederlegung konfrontieren müssen. Nun ist es ironischerweise zwangsläufig dazu gekommen. Doch auch in der Mitarbeiterschaft ortete man den Grund in der Euroschwäche. Bay selbst hat sich nach eigenen Angaben nicht davor gescheut, seinen eigenen Lohn zu kürzen: «Wir haben hier keine Teppichetage, die einfach nur absahnt.»

«Subingen verliert Perle»

Aus Sicht von Subingens Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold geht der Gemeinde mit der Firmenschliessung «eine Perle verloren, die gute Produkte hergestellt hat». Damit falle nicht nur ein Steuerzahler weg, sondern - noch wichtiger - ein Arbeitgeber: «Für ein Dorf wie Subingen mit rund 3000 Einwohnern sind 14 Arbeitsplätze nicht bedeutungslos.»