Büsserach
Damit es nicht weiter zum Himmel stinkt: Es braucht eine Lösung für die Tierkörpersammelstelle

Belüftungstechnisch ist die regionale Tierkörpersammelstelle in Büsserach veraltet. Es stinkt. Die Thiersteiner Gemeinden müssen das Problem beheben.

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Die Belüftung ist mangelhaft im Raum.

Die Belüftung ist mangelhaft im Raum.

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«Wer schon dort war, kennt die Problematik des Gestanks im Innern des Raums», resümiert Dieter Künzli, Gemeindepräsident von Breitenbach. Die Rede ist von der regionalen Tierkörpersammelstelle in Büsserach, die rund um die Uhr geöffnet, doch belüftungstechnisch veraltet ist. Die Sanierungspläne liegen vor, erklärt Künzli. Bevor die Gemeinden die Finanzierung für bauliche Massnahmen regeln können, brauche es eine Einigung in rechtlichen Fragen.

Man sei auf der Suche nach einer neuen Rechtskörperschaft, bestätigt Erschwils Gemeindepräsidentin Susanne Koch. Laut kantonaler Tierseuchen- und Tierschutzverordnung müsse jede Gemeinde in Absprache mit dem Veterinärdienst eine Sammelstelle unterhalten, in die tierische Abfälle geliefert werden können. Für Einwohner der Thiersteiner Gemeinden, für Landwirte und Jäger bestehe seit 1982 in Büsserach die regionale Tierkörpersammelstelle und Notschlachtstelle.

Die Sammelstelle befindet sich in diesem Gebäude.

Die Sammelstelle befindet sich in diesem Gebäude.

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Die Gemeinden hätten damals zusammen mit sieben Tierversicherungen einen Gesellschaftsvertrag unterzeichnet. Ab 2002 waren sie einverstanden, dass die Laufentaler Gemeinden die Anlage mitbenutzen. Das Konstrukt soll nun den heutigen Anforderungen angepasst werden, das gelte auch für die Rechnungsführung, hält Koch fest. Offenbar beanstandete der Kanton Solothurn, dass die Rechnung seit 2018 nicht nach dem neusten Modell (HRM2) geführt wird.

Anpassung im Grundbuchamt nötig

Ausserdem braucht es eine Anpassung im Grundbuchamt. Als Landeigentümer eingetragen ist der Vieh- und Ziegenversicherungskreis Büsserach-Erschwil, ohne spätere Handänderung, bestätigt Karl Laffer, Präsident der Betriebskommission der Sammelstelle. Die ursprünglichen Investitionskosten betrugen über 450'000 Franken, an denen hatte sich auch der Kanton Solothurn beteiligt.

Zur Deckung der Betriebskosten für die Sammelstelle (Reinigung durch Abwart, Kosten für Wasser und Strom) bezahlen die Gemeinden derzeit pro Jahr einen Franken pro Einwohner. Die Betriebskosten des Schlachtlokals werden über die Einnahmen der Gebühren gedeckt, die pro Schlachtgewicht erhoben werden.

Menge hat sich fast verdoppelt

Verändert haben sich die Hygienevorschriften und der Bedarf. Die Mengen haben sich in den letzten Jahren fast verdoppelt. «Heute sind es bis 3600 Kilo Tierkadaver und Schlachtabfälle, die pro Woche in Büsserach deponiert und nach Lyss in die Verbrennungsanlage transportiert werden», erklärt Laffer. Um den veränderten Anforderungen zu entsprechen, müsse ein neuer, gekühlter Raum gebaut werden. Das Baugesuch sei eben eingereicht worden. Die Betriebskommission rechnet mit Investitionskosten von über 110'000 Franken.

Die Thiersteiner Gemeinden müssten sich mit vier Franken pro Einwohner beteiligen, erfuhr man an der Gemeinderatssitzung von Breitenbach. Die Gemeinden sind aufgefordert, bis im Mai ihre Meinungen der Ammännerkonferenz mitzuteilen, sodass diese in Zusammenarbeit mit der Betriebskommission der Tierkörpersammelstelle das weitere Vorgehen festlegen kann. (bea)

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