Lohn-Ammannsegg
Chrüter-Oski entdeckte im heimischen Wald allerlei kulinarische Leckereien

Chrüter-Oski alias Oskar Marti ging im Rahmen von «schweiz bewegt» mit Interessierten auf eine Waldkräuter-Exkursion. Dabei entdeckte er so manche Leckerei.

Agnes Portmann-Leupi
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«Wenn wir uns in Symbiose mit der Natur ernähren, geht es uns gut», versicherte Chrüter-Oski auf der Exkursion im Hubel-Wald.

«Wenn wir uns in Symbiose mit der Natur ernähren, geht es uns gut», versicherte Chrüter-Oski auf der Exkursion im Hubel-Wald.

Agnes Portmann-Leupi

Beide haben ihre Aufgabe mehr als erfüllt: Hubel-Meteorologe Ruedi Luterbacher, der für sonniges Wetter sorgte, und Chrüter-Oski alias Oskar Marti, der die 140 Interessierten auf der Waldkräuter-Exkursion im Rahmen von «Schweiz bewegt» nicht nur bewegte, sondern zum herzhaften Lachen brachte.

Bis vor vier Jahren führte Chrüter-Oski, bekannt als Fernsehkoch und Prediger für vergessene Kräuter, die legendäre «Moospinte» in Münchenbuchsee. «Meine Mutter, eine Köchin aus der Steiermark, hat mir das Interesse an Kräutern in die Wiege gelegt», blickte er auf seine Jugend zurück.

Auf einem Gutsbetrieb mit grossem Garten in St. Urban, den sein Vater führte, sei er aufgewachsen. Seine Mutter habe aus Kräutern Köstlichkeiten hergestellt, vor allem die leckersten Mittel gegen Husten. «Wir Kinder hatten daher immer Husten», scherzte Chrüter-Oski. Auf dem gut zweistündigen Waldspaziergang waren sein Feuer und die Begeisterung für die «Chrüter», ob als Genuss- oder Heilmittel, ansteckend.

Mehr Elan dank Milzkraut

Chrüter-Oski schwärmte den 140 Interessierten vom Sirup aus weissen Holunderblüten und aus Waldmeister und von Suppen aus Schlüsselblumen und Brennnesseln vor. Kinder könnten nach einem Glas Milch mit Sirup aus Weisstannenknospen wunderbar schlafen. Zu mehr Elan verhelfe das Milzkraut. Ein Ebereschen-Schnäpschen fördere die Verdauung.

Der frühere Spitzen-Gastronom rief einen Wildsalat in Erinnerung, bestreut mit Blüten von roten, gelben und weissen Taubnesseln sowie mit Blüten der Lichtnelken. Den Löwenzahn bezeichnete er als «eine der interessantesten Pflanzen». Hier könnten Blätter, Knospen, Blüten und Stängel verwertet werden. «Da steckt die Kraft des Frühlings drin», meinte Chrüter-Oski euphorisch. «Kein Wildkraut ist gleich wie das andere», gab er zu bedenken, «und wir Menschen streben nach Globalisierung.»

Ein Teil des Muttertagmenüs dürfte für einige Teilnehmer nun feststehen: Chrüter-Oski schlug ein Dessert vor mit frischen Erdbeeren auf Sauerklee, begleitet von Schlagrahm und Zitronenschalenstreifen oder von Scharbockskraut mit frischem Ziegenkäse und Honig. Die Muttertagtorte habe man früher mit in Eiweiss und Zucker getauchten Gänseblümchenköpfen verziert, da Mandeln zu teuer gewesen seien.

Taufpate einer Wildrose

«Wenn wir uns in Symbiose mit der Natur ernähren, geht es uns gut», versicherte Chrüter-Oski. Denn Kräuter würden von der Natur dann zur Verfügung gestellt, wenn sie der Mensch benötige. Er habe immer gesund, sozusagen präventiv gekocht. Einmal hätten zwei Damen die Rechnung ihres «Moospinte»-Menüs an die Krankenkasse geschickt – und prompt hätte die Kasse bezahlt, weil sie die Idee der Damen so lustig fanden.

Die Organisatoren – die Vereinigung der Hubel-Meteorologen und die Bürgergemeinde – erteilten dem Referenten im Hubel-Wald eine besondere Ehre: Chrüter-Oski durfte den Wildrosenstrauch, den Ruedi Luterbacher vor zwei Jahren entdeckt hatte, taufen. Auf einem metallenen Schild ist verewigt: «Diese Pflanze ist getauft auf Wildrose (Rosa dupontii) Chrüter-Oski».