Firma Calag

Hier kriegt das neue Rivella Räder

Seien es Nutzfahrzeuge, Busse oder Kleinwagen: Auf vielen prangt eine Werbebotschaft. Auf Besuch bei einer Firma, die Fahrzeuge zu fahrenden Visitenkarten macht.

Alois Winiger (Text und Bilder)
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Neues Design, neues Kleid: Hier wird ein Lastwagen mit dem neuen Rivella-Design beklebt.

Neues Design, neues Kleid: Hier wird ein Lastwagen mit dem neuen Rivella-Design beklebt.

Alois Winiger

Augenfällig ist es bei Lastwagen mit grossvolumigen Auflegern oder doppelstöckigen Bussen: Die einen sind fast ohne jeglichen Schmuck unterwegs. Andere dagegen muten wie eine fahrende Grossleinwand an. Darauf sind ganze Landschaften, überdimensional grosse Früchte, Flaschen oder auch Würste und Schinken zu sehen. Oder ein Firmenname verläuft in meterhohen Buchstaben über die ganze Wagenlänge hinweg. Das sind fahrende Visitenkarten, die darauf platzierten Botschaften sind auf einen Blick erkennbar, sollen in Erinnerung bleiben. Die Ausführung übernehmen Schriftenmalereien wie die Calag Carrosserie Langenthal AG. Sie ist bei weitem nicht die einzige in der Region. doch hat sie Möglichkeiten, die andere nicht haben.

1888 als Wagnerei gegründet, zog die Firma vor vier Jahren in einen Neubau an der Chasseralstrasse. Hier werden Aufbauten für Nutzfahrzeuge verschiedenster Art und Grösse von Grund auf neu hergestellt. Ferner werden Reparaturen an Karosserien – auch an Bussen und Personenwagen – vorgenommen inklusive Servicearbeiten, Lackierungen sowie eben auch Beschriftungen. Es spiele es keine Rolle, wie gross das Fahrzeug sei, «es passt in die Halle», heisst es in der Firmenbroschüre. Die Aussage bestätigt sich bei einem Rundgang durch die Firmenhallen mit einer Nutzfläche von fast 13 000 Quadratmetern. Aktuell sind dort 150 Personen beschäftigt.

Unser Augenmerk gilt dem Bereich Beschriftung mit 13 Fachleuten, zwei davon sind in Ausbildung zum Gestalter Werbetechniker EFZ. «Grundsätzlich bieten wir einen Vollservice an», erklärt Bereichsleiter René Meier, «das fängt an bei Gestaltung und Design, geht über Digitaldruck auf verschiedenste Materialien, Signaletik, Werbebanner bis hin zur Beschriftung von Gebäuden. Unser Kerngeschäft ist aber das Beschriften von Fahrzeugen. Wir haben dabei Möglichkeiten, wie sie nicht viele anbieten können.» Meier zeigt auf einen Linienbus, der durch einen Unfall stark beschädigt worden ist; daran gibt’s viel zu reparieren, am Chassis, an Mechanik und Elektronik, an Fenstern, an der Carrosserie und an der Beschriftung. «Das Fahrzeug verlässt während der Reparatur kein einziges Mal das Firmengelände, wir erledigen alles selber.»

Als weitere Beispiele für den Vollservice stehen zwei Firmenfahrzeuge im Atelier, auf denen bedruckte Folien aufgetragen werden. «Je nachdem, wie die Folie platziert werden soll, müssen Anbauteile wie Türgriffe, Zierleisten oder Rückspiegel abmontiert und wieder eingesetzt werden», führt René Meier aus. «Auch da haben wir den Vorteil, dass wir die entsprechenden Fachleute im Hause haben.»

Die Beschriftung mit Folie habe viele Vorteile. «Viele Kunden kaufen ihre Fahrzeuge in neutraler Farbe und lassen sie dann in ihrer Wunschfarbe folieren. Die Werbebotschaft lässt sich später beliebig anpassen.» Letztlich kann die Folie entfernt und das Fahrzeug in neutraler Farbgebung wieder verkauft werden. Bei der Werbung auf den grossen Anhängern und Aufliegern für Lastwagen kämen praktisch nur Folien infrage; als Beispiel dafür sind gerade mehrere Anhänger von Rivella in Bearbeitung, auf denen riesig grosse Getränkeflaschen im neuen Design prangen.

Letztes Jahr betrug der Umsatz im Bereich Beschriftung 1,5 Millionen Franken, so Meier. «Die Auftragslage ist momentan recht gut, aber sie ist schwankend. Wir müssen sehr flexibel sein, da die Aufträge häufig innert kürzester Zeit zu erledigen sind. Aber das gehört zum Geschäft», betont er.