Otto Bitterli hat einen Ort der Begegnung geschaffen

Otto Bitterli wird zum Abschied als Leiter des NäijereHuus geehrt. Er hat das Haus in Hersiwil zu einem Ort der Begegnung werden lassen.

Urs Byland
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Otto Bitterli hat die Leitung desNäijereHuus abgegeben.

Otto Bitterli hat die Leitung desNäijereHuus abgegeben.

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Heute Abend wird Otto Bitterli überrascht. Der Motor der Galerie NäijereHuus im Dorfteil Hersiwil erhält als Hommage zu seinem Abschied als Leiter eine Ausstellung. «Das Grosse im Kleinen» ist dem 80-Jährigen gewidmet und vereint Weggefährten Bitterlis.

Otto Bitterli und seinen Mitstreitern gelang es, mit der Gründung der Stiftung Pro Hersiwil im Jahr 1999 ein Erbe des Dorfes zu bewahren. Mit der Stiftung sollte das NäijereHuus, ein Hochstudhaus teilweise im Jahr 1645 gebaut, langfristig erhalten werden. «Um das Jahr 2000 verlor Hersiwil innert eines Jahres alle Dorfläden, eine Käserei und zwei kleine von Frauen privat geführte Läden. Ich und meine Mitstreiter versuchten, das Haus zu einem Ort der Begegnung werden zu lassen», berichtet der ehemalige Gemeindepräsident und Dorfschullehrer, der am unteren Hauenstein aufgewachsen ist.

Das Haus wurde zu dem, was die Initianten sich wünschten. «Man trifft sich an Vernissagen oder Konzerten, wir organisieren Gartenfeste und lassen uns von Hermann Sahli bekochen.» Viele ältere Dorfbewohner besuchten die Vernissagen, haben sich auf bereitgestellte Stühle gesetzt und einfach das Geschehen verfolgt. «Sie kamen immer wieder und haben mich darin bestärkt: Doch es ist ein Ort der Begegnung.» Das NäijereHuus habe Abwechslung in den Hersiwiler Alltag gebracht.

Otto Bitterli wollte eine möglichst breite Palette von Kunststilen präsentieren. Dabei konzentrierte er sich auf Künstlerinnen und Künstler aus der Region. «Die Begegnungen mit ihnen waren immer sehr spannend.» Die Arbeit als Leiter der Galerie habe ihm am meisten Spass gemacht. Mit dem Aufhängen der Werke in der Galerie habe er auch die Künstlerinnen und Künstler kennen gelernt. «Ich habe ihre Motivation und Zielsetzung besser verstanden. Und die Technik, die sie anwandten.»

Teilweise pflege er einen freundschaftlichen Kontakt mit den Ausstellenden. Viel hat er zu erzählen von den letzten 14 Jahren. «Man spürt, unter welcher Spannung die Künstler oft sind. Einmal half ich einer jungen Frau all ihre Werke in die Galerie hochtragen. Alles lag am Boden bereit zum Hängen. Da kniete sie hin mit Tränen in den Augen und sagte: Ich weiss nicht mehr weiter. Sie war dermassen im Stress.»

Noch ein Projekt

«Ich habe das nicht gemacht, um Applaus zu erheischen. Ich machte es aus einem inneren Drang. Es war eine Herausforderung, die ich bewältigen wollte.» Die Leitung der Galerie hat er bereits an seinen ehemaligen Lehrerkollegen Georg Schmid aus dem Dorfteil Heinrichswil weitergegeben. Auch das Stiftungspräsidium will er an der nächsten Stiftungsversammlung abgeben.

Aber noch wartet eine Herausforderung. Bitterlis Liebe zu alten Dingen ist legendär. Heute steht sein Bett beispielsweise in einem umgebauten Speicher. Bereits hat Otto Bitterli, der Unermüdliche, ein weiteres Projekt im Visier. Er hat viele Objekte zu alten Berufen gesammelt. Die will er noch in sicheren Händen wissen.

Ausstellung «Das Grosse im Kleinen», NäijereHuus, Hersiwil. Vernissage: Heute Freitag, 28. November, 19 Uhr.