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Abenteuer auf Europas Schienen

Laura Beck genoss zwei Wochen lang freie Fahrt auf Europas Eisenbahnnetz. Auf ihrer ersten Interrail-Reise lernte sie zahlreiche Städte kennen und erlebte auch einige Überraschungen, sodass kein Ferientag dem anderen glich.
Der Interrail-Pass ist das unkomplizierte Bahnticket, mit dem man von einem Land ins andere fährt. So etwa über die Öresundbrücke, die Dänemark mit Schweden verbindet.

Der Interrail-Pass ist das unkomplizierte Bahnticket, mit dem man von einem Land ins andere fährt. So etwa über die Öresundbrücke, die Dänemark mit Schweden verbindet.

Manchmal findet einen das Glück. Da füllt man einen Talon aus und gewinnt prompt den 2. Preis. So ist es Laura Beck aus Sursee ergangen. Die 22-Jährige gehörte zu den zahlreichen Teilnehmenden des Wettbewerbs, der im SBB Reisemagazin von September 2014 publiziert worden war. Den gewonnenen Gutschein für einen zwei Wochen lang gültigen Interrail-Pass hatte sie zwar kurz darauf erhalten. Allerdings verstrich fast ein ganzes Jahr, bis sie ihn im vergangenen September einlöste.

«Die Ferientermine waren während der dreijäh­rigen Ausbildung vorgegeben. Für zwei Wochen am Stück konnten meine Freundin und ich deshalb erst im Herbst 2015 wegfahren», erklärt die inzwischen diplomierte Pflegefachfrau, die am Spital in Sursee arbeitet.

Mit Rucksack und Interrail-Pass ausgerüstet, stieg sie, von ihrer Studienfreundin Corine Hess aus Kriens begleitet, an einem Mittwochmorgen Anfang September in den ersten von zahlreichen Zügen, die die beiden jungen Frauen von einer Stadt zur anderen bringen sollten. Köln war die erste. Geplant war allerdings eine andere Himmelsrichtung. «Ursprünglich wollten wir in den Osten fahren bis an den Bosporus», sagt Laura. «Weil es aber in Istanbul im Sommer zu Unruhen gekommen war, entschieden wir uns, die Reiseroute anders zu planen.» Flexibilität wurde von unseren Inter­rail-Passagierinnen auch während des weiteren Reise­verlaufs verlangt. Doch davon später.

Von Deutschland nach Skandinavien

Wenn sie von den vielen Stunden erzählt, die sie reisend im Zug verbracht hat, nennt Laura immer wieder den spannenden Blick aus dem Zugfenster. «Es ist faszinierend, wie sich das Bild der Landschaft verändert», sagt sie. Beeindruckt haben sie etwa die von Windmühlen geprägten Landstriche in Norddeutschland. Nach dem Besuch der Metropole Hamburg ging es im Zug auf die Fähre nach Kopenhagen und von dort aus über die Öresundbrücke ins schwedische Malmö. Die Weiterfahrt nach Stockholm führte auch an unberührten Landschaften vorbei. «An den vielen Seen waren meist nur wenige rote Häuschen zu sehen», erzählt sie. «Genau so, wie ich es aus dem Fernsehen kannte.»

Die nördlich von Stockholm gelegene Stadt Uppsala besuchten die beiden Schweizerinnen aufs Geratewohl und waren aufs Angenehmste überrascht: «Klein und fein und so hübsch zurechtgemacht, mit viel buntem Blumenschmuck.» Ebenso begeistert hat sie die norwegische Hauptstadt mit ihrem berühmten Altstadtviertel. «Da steht Neues neben Altem wie etwa das Opernhaus und die historische Festung auf dem Hügel. Von beiden Orten aus geniesst man wunderbare Ausblicke auf Oslo und den Fjord», schwärmt sie. Von Göteborg hingegen sei sie etwas enttäuscht gewesen, erinnert sich Laura: «Die Hafengegend ist das Schönste an dieser Stadt.»

Erstens kommt es anders ...

Wer unterwegs ist, macht irgendwann auch die Erfahrung, dass selbst bei bester Planung das Unerwar­tete «zuschlägt» und dafür sorgt, dass die Geduld zuweilen strapaziert und die eigene Flexibilität gefordert wird. Bei Laura Beck prägten zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle die Reise. «Ursprünglich wollten wir zurück nach Kopenhagen und von da aus nach Prag und Budapest weiterreisen», sagt Laura. «Doch dann entschieden wir uns, nach Berlin zu fahren, da meine Freundin Corine schon mal dort gewesen war und sie mir die Stadt gern zeigen wollte.» Die historischen Bauten oder etwa das Holocaust-Mahnmal haben Laura besonders beeindruckt. Und auch, «dass es so viele Grünflächen in dieser Riesenstadt gibt».

Gegen Ende ihrer Interrail-Reise fuhr Laura Beck mit ihrer Freundin von Deutschland über Österreich zurück in die Heimat. Nach dem Besuch der Mozartstadt Salzburg mit ihren zahlreichen Barockbauten hiess es ein letztes Mal, den Rucksack zu packen. Und wie zu Beginn des Abenteuers Interrail war auch am Ende wieder Geduld gefragt. «Die Ausreise Richtung Schweiz verzögerte sich, da zu wenig Lokführer verfügbar waren.»

Interrail? – Gerne wieder!

Das Interrail-Ticket hat Laura Beck nicht nur die Entdeckung der Landschaft im Norden und ein erstes Beschnuppern vieler europäischer Städte ermöglicht, sondern auch einige schöne Begegnungen beschert. «Einmal sassen wir mit älteren Leuten im Abteil und fragten sie, ob sie eine Runde mit uns jassen würden», schmunzelt sie. «Als wir merkten, dass dieses Kartenspiel in Deutschland nicht bekannt ist, haben wir mit ihnen UNO gespielt, das war lustig.» Nicht nur Spiele, auch Bücher und sogar Filme auf DVD hatten die beiden Freundinnen im Rucksack, was die teils langen Fahr- und Wartezeiten verkürzt hat.

Zurück in der Schweiz, hat sich Laura geschworen: «Ich werde mich nie wieder ärgern, wenn mein Zug fünf Minuten Verspätung hat», lacht sie und betont, wie komfortabel wir es hierzulande mit dem Reisen haben. Ob sie wieder einmal mit Interrail unterwegs sein möchte? «Auf jeden Fall. Im Gegensatz zu Flugreisen sieht man mit der Bahn viel mehr von der Landschaft, man kann im Zug aufstehen, Kaffee trinken gehen und mit Leuten ins Gespräch kommen.» Eines allerdings würde sie beim nächsten Mal anders angehen: «Nicht so viele Städte aufs Mal besuchen, sondern weniger im Voraus planen und dafür spontan ­länger bleiben, wo es mir gefällt.»

Antonio Russo

INFOS

Interrail-Pässe

Wer Europa mit dem Zug entdecken möchte, profitiert von den attraktiven Konditionen der Interrail-Pässe. Der Global-Pass berechtigt zur freien Fahrt durch 30 europäische Länder. Er ist als flexibles Angebot (5 Gültigkeitstage innerhalb von 15 Tagen oder 7, 10, 15 Gültigkeitstage innerhalb eines Monats) und als fortlaufendes Angebot für 15 bzw. 22 Tage oder einen Monat erhältlich.

Interrail-Pässe gibt es für Jugendliche, Erwachsene und Senioren in 1. und 2. Klasse. Ebenfalls im Angebot sind One-Country-Pässe, die zur freien Fahrt in einem von 30 Ländern berechtigen. Tarife und weitere Informationen unter
sbb.ch/interrail

«Im Gegensatz zu Flugreisen sieht man mit der Bahn viel mehr von der Landschaft.» Laura Beck (links), mit Corinne Hess.

«Im Gegensatz zu Flugreisen sieht man mit der Bahn viel mehr von der Landschaft.» Laura Beck (links), mit Corinne Hess.

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