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EISENMANGEL: «Lieber ein Rüebli statt einen Kaffee»

Zum Thema «Lähmende Müdigkeit» gab der Luzerner Arzt Ernst Feusi lebendigen Anschauungsunterricht. Im gut besuchten Vortrag der LZ-Forum-Reihe kamen viele zur Einsicht, dass Eisenmangel der Grund für Schlappheit sein könnte.
Mathias Haehl
Der Luzerner Ernst Feusi wusste auf fast alle Fragen Rat. Sein wichtigster: «Erzählen Sie Ihrem Hausarzt alles über sich.» (Bild: Eveline Beerkircher)

Der Luzerner Ernst Feusi wusste auf fast alle Fragen Rat. Sein wichtigster: «Erzählen Sie Ihrem Hausarzt alles über sich.» (Bild: Eveline Beerkircher)

Mathias Haehl

Nicht nur im Frühling fühlen sich viele Menschen trotz ausreichend Schlaf müde und erschöpft. Schlappheit, Unlust, Motivationsmangel oder Konzentrationsschwäche sind die Symptome einer allfälligen Erkrankung, welcher der Hausarzt mit Befragung, Laboruntersuchung oder gar einer Einweisung in ein Schlaflabor auf den Grund gehen kann. Der Arztbesuch ist spätestens dann angesagt, wenn die Lebensqualität durch die lähmende Müdigkeit stark beeinträchtigt wird.

Müdigkeit, Gereiztheit, Lustlosigkeit

Ein solcher Arzt ist Ernst Feusi (siehe Bilderslider), der nach seinem ersten Vortrag anlässlich der vor über einem Jahr von der «Luzerner Zeitung» gegründeten Forumsreihe erneut antrat. Er gab sein Wissen über den menschlichen Eisenmangel auf erhellende Weise weiter. «Ich bin in meiner Arbeit täglich mit Leuten konfrontiert, die unter ständiger Müdigkeit, Gereiztheit und Lustlosigkeit leiden», sagte der Luzerner Arzt. Er konnte ­letzten Donnerstagabend die grossen ­Erwartungen der rund 100 Neugierigen erfüllen, die auf Einladung von der ­«Luzerner Zeitung» und ihren Regionalausgaben im Maihof erschienen waren. Sie wurden nach Feusis wissenschaftlichen Ausführungen und einer angeregten Diskussion mit einem reichhaltigen Buffet belohnt.

«Essen Sie lieber mal ein Rüebli, anstatt noch einen weiteren Kaffee zu trinken», empfahl Ernst Feusi. Denn viele Genuss- und Nahrungsmittel hem­men im Körper die Aufnahme des Eisens im dunklen Fleisch, von Hülsenfrüchten, Müesli oder Vollkornbrot. Als beste Eisenlieferanten wirken Blut- und Leberwurst.

Milchprodukte und Schmerzmittel hemmen

Hemmend für die Aufnahme des ­wichtigen Kraftspenders sind vor allem Milchprodukte. Käse wirkt dem Eisen in Kernenbrot entgegen. Oder auch Schmerzmittel, die zu mikroskopisch kleinen Blutungen im Darm führen, uns also den Lebenssaft und somit Eisen entziehen. Auch Vegetarier leben letztlich riskant, viele von ihnen nehmen aus diesem Grund Eisen- und Vitamin-B12-Zusätze zu sich.

Anhand von Fallbeispielen ging Arzt Feusi den Fragen zu diversen Erschöpfungszuständen auf den Grund: Burn-out und Depression, psychische Überlastung und chronische Krankheiten, Übergewicht und starkes Rauchen haben alle ähnliche Symptome – Unlust, depressive Verstimmung, Schlaf- und Konzentrationsstörungen oder andere mehr. Oft stehen die Krankheiten aber in Verbindung mit Eisenmangel. Denn Eisen bindet im Blut den Sauerstoff. Eisenmangel bedeutet also, dass weniger Sauerstoff transportiert wird. Das macht schlapp und unkonzentriert. Und führt auch zu sichtbaren Wachstumsstörungen etwa bei Haaren und Nägeln.

Eisentabletten: Günstige Variante

«Eisen muss deshalb bei Mangel stets von aussen zugefügt werden», so Feusi. Um Eisenmangel vorzubeugen, sollte man auf eine eisenreiche Ernährung achten. Sind die Eisenspeicher allerdings leer, können diese entweder mit günstigen Eisentabletten-Kuren oder etwas teureren Eiseninfusionen wieder aufgefüllt werden. Vorher muss allerdings das Ferritin im Blut überprüft werden, um sicher zu stellen, dass auch tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt. Einleuchtend war da seine Rechnung für Leute, die nicht auf ihren täglichen Bedarf von 10 bis 15 Milligramm (mg) Eisen kommen: Um eine üppige Monatsration von 500 mg aus Rindfleisch zu ziehen, muss man Beef für mehr als 1000 Franken einkaufen; intravenöse Infusionen in zwei halbstündigen Sessionen für die gleiche Menge Eisen kosten 360 Franken; 100 Eisentabletten mit gar 800 mg hingegen kommen auf bescheidene 35 Franken zu stehen.

Am Anfang ist es aber wichtig, dass ein Arzt alle möglichen Ursachen der Symptome abklärt, deren Unterschiede erkennt und richtig deutet. Entscheidend ist laut Ernst Feusi, dass chronisch Erschöpfte eine Gesprächstherapie beim Hausarzt suchen: «Erzählen Sie Ihrem Arzt alles über sich: Lebens- und Ernährungsweise, Probleme und Laster – ohne falsche Scham. Oft liegt die Erklärung im Einfachen, denn gut 15 Prozent der Bevölkerung in Industrieländern sind von Eisenmangel betroffen.»

Der wissenschaftliche Vortrag im Medienraum der «Luzerner Zeitung» bot auch viel Gesprächsstoff am anschliessenden reichhaltigen Apéro. (Bild: Eveline Beerkircher)

Der wissenschaftliche Vortrag im Medienraum der «Luzerner Zeitung» bot auch viel Gesprächsstoff am anschliessenden reichhaltigen Apéro. (Bild: Eveline Beerkircher)

Ernst Feusi Jahrgang 1967, ist in Jona und Engelberg aufgewachsen und studierte in Zürich Medizin. Nach einer Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich und an den Kantonsspitälern Winterthur, Sarnen und Luzern eröffnete er im Jahre 2005 eine Praxis. Im Jahre 2013 gründete er zusammen mit Kollegen das Ärztezentrum Schönbühl in Luzern. (Bild: Eveline Beerkircher)

Ernst Feusi Jahrgang 1967, ist in Jona und Engelberg aufgewachsen und studierte in Zürich Medizin. Nach einer Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin am Universitätsspital Zürich und an den Kantonsspitälern Winterthur, Sarnen und Luzern eröffnete er im Jahre 2005 eine Praxis. Im Jahre 2013 gründete er zusammen mit Kollegen das Ärztezentrum Schönbühl in Luzern. (Bild: Eveline Beerkircher)

Sarah Aerni (46), Meggen «Als begeisterte Sportlerin habe ich Diverses gegen Schlappheit versucht: Eisentabletten, mehr Fleisch – doch die Verunsicherung betreffs einer allfälligen Eisen-Überdosis blieb. Ich erfuhr in Ernst Feusis kompetentem Vortrag: nicht möglich.» (Bild: Eveline Beerkircher)

Sarah Aerni (46), Meggen «Als begeisterte Sportlerin habe ich Diverses gegen Schlappheit versucht: Eisentabletten, mehr Fleisch – doch die Verunsicherung betreffs einer allfälligen Eisen-Überdosis blieb. Ich erfuhr in Ernst Feusis kompetentem Vortrag: nicht möglich.» (Bild: Eveline Beerkircher)

Rita Schmid (53), Luzern «Mit zunehmendem Alter fühle ich mich oft müde. Und bin bei weniger als acht Stunden Schlaf leicht gereizt. Gegen den Eisenmangel werde ich mich dank Feusis Rat nun bemühen, mehr Hülsenfrüchte und Fleisch zu essen und Rüeblisaft zu trinken.» (Bild: Eveline Beerkircher)

Rita Schmid (53), Luzern «Mit zunehmendem Alter fühle ich mich oft müde. Und bin bei weniger als acht Stunden Schlaf leicht gereizt. Gegen den Eisenmangel werde ich mich dank Feusis Rat nun bemühen, mehr Hülsenfrüchte und Fleisch zu essen und Rüeblisaft zu trinken.» (Bild: Eveline Beerkircher)

Hans Heer (82), St. Niklausen «Mein Bauch wird immer runder! Ich lernte, dass ich nach dem Turnen nicht mehr Flammkuchen und ein Herrgöttli-Bier geniessen sollte. – Herrgott, ich nehme Doktor Feusis Tipp an: nach Sport gibt’s Steak und Rotwein. Oder doch besser nur noch Wasser?» (Bild: Eveline Beerkircher)

Hans Heer (82), St. Niklausen «Mein Bauch wird immer runder! Ich lernte, dass ich nach dem Turnen nicht mehr Flammkuchen und ein Herrgöttli-Bier geniessen sollte. – Herrgott, ich nehme Doktor Feusis Tipp an: nach Sport gibt’s Steak und Rotwein. Oder doch besser nur noch Wasser?» (Bild: Eveline Beerkircher)

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