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Fazialis-Chirurgie: Überzeugende Erfolge bei Gesichtslähmungen

Chirurgische Therapiemöglichkeiten bei Verletzungen und Erkrankungen des Gesichtsnervs.

Daniel Winter
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48-jähriger Patient mit kompletter rechtsseitiger Fazialisparese.

48-jähriger Patient mit kompletter rechtsseitiger Fazialisparese.

Bild: Getty

Eine Gesichtslähmung hat oft gravierende Folgen für Betroffene. Was viele nicht wissen: Operationen können helfen, wichtige Funktionen wiederherzustellen – zum Teil mit beeindruckenden Resultaten. Das Kantons­spital Aarau ist eines der wenigen ­Spitäler in der Schweiz, die mit der ­Fazialis-Chirurgie diese Kompetenz anbieten.

Blinzeln, lächeln, essen, atmen: An all diesen Aktivitäten ist der Gesichtsnerv, der Nervus facialis, beteiligt. Ist dieser beschädigt, kommt es zu Gesichtslähmungen, der sogenannten Fazialisparese. Deren physische und psychische ­Folgen können gravierend sein: «Ist beispielsweise das Augenlid betroffen, droht auf längere Zeit die Erblindung», erklärt PD Dr. med. Holger Klein. Er ist Leitender Arzt für Plastische Chirurgie und Handchirurgie am Kantonsspital Aarau und Spezialist für Fazialis-Chirurgie. Die Ursachen für eine Fazialisparese sind vielseitig und reichen von Virusinfektionen oder Unfällen über Tumore und deren Entfernung bis hin zur Bestrahlung. In vielen Fällen ist die Ursache jedoch unklar (idiopathische Gesichtslähmung). Manchmal sind die Schädigungen auch angeboren. Was auch immer die Ursache ist: Eine gezielte Behandlung kann grosse Erfolge erzielen.

Je früher die Behandlung beginnt, desto besser

Kurz gesagt dient die Fazialis-Chirurgie der Wiederherstellung einer Vielzahl von motorischen Gesichtsfunktionen. Dabei handelt es sich um ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Nerven, Muskeln und Sehnen. Entsprechend braucht es viel Feingefühl und Fachwissen, um die richtige Behandlung zu finden. «Darum arbeiten wir im Kantonsspital Aarau eng mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen zusammen», erklärt Holger Klein. Die gute Nachricht: Eine Operation ist nicht immer nötig. «In manchen Fällen reicht eine fachspezifische Physiotherapie aus, damit sich Funktionen wieder richtig einspielen.»

Ist eine operative Therapie notwendig, unterscheidet man zwischen der statischen und der dynamischen Rekon­struktion. Die statische Rekonstruktion zielt darauf ab, die abgesackte und erschlaffte Haut an ihre ursprüngliche Position zu bringen, um eine gewisse Ruhesymmetrie zu erreichen, wie z. B. das Anheben der tiefer stehenden Augenbraue oder des hängenden Mundwinkels. Die deutlich komplexere dynamische Rekonstruktion hingegen macht sich die Reanimation (Wiederbelebung) der verloren gegangenen Gesichtsbewegungen zur Aufgabe.

Holger Klein, Leitender Arzt Plastische und Handchirurgie, Schwerpunkt Fazialis-Chirurgie

Holger Klein, Leitender Arzt Plastische und Handchirurgie, Schwerpunkt Fazialis-Chirurgie

Welches der beiden Verfahren gewählt wird, hängt mitunter vom Alter des Patienten sowie dem zeitlichen Auftreten der Gesichtslähmung ab. «Bei Menschen über 70 Jahren ist eine statische Rekon­struktion häufiger, bei jüngeren Menschen bringen wir nach Möglichkeit das motorische System wieder zum Laufen», so Holger Klein. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser: Nach 12 bis 18 Monaten lassen sich gelähmte Muskeln nicht mehr ansteuern, sodass neben der statischen Rekonstruktion der Transfer von körpereigenem Muskelgewebe notwendig ist, um grundlegende Gesichtsbewegungen wiederherzustellen.

Jüngere haben die besten Ergebnisse

Ein allgemein geltendes Grundprinzip der plastischen Chirurgie lautet, Gleiches mit Gleichem zu ersetzen. Das gilt auch für die Fazialis-Chirurgie: «Im Idealfall können wir Nerven, Muskeln oder Sehnen des Gesichts ‹umhängen›», beschreibt Holger Klein den Vorgang. «Oder wir transferieren Nerven und/oder Muskeln aus einem anderen Körperbereich wie dem Oberschenkel.» Mit konsequenten Übungen und gezielter Stimulation lernt das Gehirn anschliessend, die neuen Funktionseinheiten korrekt anzusteuern. Dabei ist die Erfolgsquote hoch: «Auch wenn wir nie ganz an den natürlichen Zustand herankommen, profitieren alle unsere Patienten und ­Patientinnen von der Behandlung», sagt Holger Klein.

Und die Risiken? «Neben den üblichen Operationsrisiken kommt es vor, dass die Nerven- oder Muskelregeneration nicht wie gewünscht funktioniert», so Holger Klein. «Das ist aber eher selten und betrifft vor allem ältere Patienten.» In den allermeisten Fällen gelingt die Rekonstruktion – mit zum Teil beeindruckendem Erfolg: «Gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen können aufgrund des hohen Regenerationspotenzials annähernd perfekte Resultate erreicht werden – fast so, wie sie die Natur geschaffen hat.» Das sei besonders schön zu sehen, da beispielsweise das wiederhergestellte Lächeln eines Kindes unabdingbar für dessen soziale Interaktion und Weiterentwicklung ist, so Holger Klein.

Trotz diesen Erfolgen sind die Möglichkeiten der Fazialis-Chirurgie auch in Ärztekreisen nicht sehr bekannt. «Sogar in meiner Sprechstunde erlebe ich häufig Betroffene, die wegen etwas ganz anderem zu mir kommen», erklärt Holger Klein. «Darum wollen wir Patientinnen und Patienten sowie Fachleute besser über die Möglichkeiten der Fazialis-Chirurgie aufklären.» Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die Therapie. Mit gutem Recht: «Wenn das hochkomplexe Ensemble aus mimischer Muskulatur und Nerven wieder eingestellt ist, bleibt dies ein Leben lang erhalten.»

Weitere Infos www.ksa.ch/plastische-chirurgie oder plastischechirurgie@ksa.ch.

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