JASSEN: Jetzt müssen die Karten auf den Tisch

Zum Auftakt der 8. Zentralschweizer Jassmeisterschaft haben sich gestern 160 Frauen und Männer in Kriens getroffen. Wie immer war das Lokal proppenvoll.

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Konzentriert: die Jasser Jack Portmann und Lis Herzog am Montagabend im Restaurant Wichlern in Kriens. (Bild: Boris Bürgisser)

Konzentriert: die Jasser Jack Portmann und Lis Herzog am Montagabend im Restaurant Wichlern in Kriens. (Bild: Boris Bürgisser)

Lange bevor die Vorausscheidung beginnt, sitzen am gestrigen Abend bereits etliche Frauen und Männer an den Vierertischen im Restaurant Wichlern in Kriens und spielen sich warm. In der typischen Jassbeiz findet jeweils der Auftakt zur Zentralschweizer Jassmeisterschaft statt.

Diese wird heuer zum 8. Mal von unserer Zeitung präsentiert. Die Organisatoren Ernst Marti, ehemals Fernseh-Schiedsrichter beim «Donnschtig-Jass» und beim «Samschtig-Jass», und Hansjörg Kaegi von unserer Zeitung empfangen praktisch jeden Teilnehmer persönlich. Die Begrüssung ist herzlich, man kennt sich. «Die meisten Jasser kommen jedes Jahr wieder zur Meisterschaft. Neun von zehn Gesichtern haben wir schon einmal gesehen», sagt Marti.

«Seid lieb zueinander»

Gespielt wird an den insgesamt 15 Vorausscheidungen der traditionelle Einzelschieber ohne «Wyys» mit zugelostem Partner. Ernst Marti gibt vor Turnierbeginn kurz einige Informationen zum Ablauf und mahnt die 160 Teilnehmer: «Beim Jassen lernt man nette Leute kennen. Also denkt daran und seid lieb zueinander.»

Und dann wird geschoben, geklopft und natürlich nach jedem Spiel eifrig diskutiert. Kurt Fischer (56) aus Rothenburg spielt mit seinem Partner Jack Portmann (70) aus Kriens gegen die Frauen Lis Herzog (54) aus Küssnacht und Rösli Thalmann (75) aus Ebikon. Den Männern läuft es in der ersten Passe besser: 1027 zu 857. «Das ist super. Wenn wir jedes Mal über 1000 Punkte schreiben, bin ich zufrieden», sagt Fischer, der sich selber als verbissenen Jasser bezeichnet.

«Lustig, mit Fremden zu jassen»

Die Frauen kommen aber gut klar mit der Situation. Rösli Thalmann meint: «Ich mache mit, weil es lustig ist, mit fremden Leuten zu jassen. Wenn ich gute Karten habe, ist es gut. Und wenn nicht, dann auch.» Und Lis Herzog sagt, dass sie einfach viel Freude an diesem Spiel habe.

An den Tischen sitzen vorwiegend Leute über 50. Nur wenige sind jünger. Zum Beispiel Raphael Wallimann aus Schötz. «Ich bin zum dritten Mal an einem Jassturnier. Es ist der Plausch, mit den Alten zu jassen. Zudem muss ich den Altersdurchschnitt etwas herunterdrücken», begründet er seine Teilnahme.

Die gestrige Veranstaltung war gemäss Organisatoren ein guter Auftakt. In den nächsten zwei Monaten finden in der Zentralschweiz 14 weitere statt (siehe Kasten). Im letzten Jahr haben im Restaurant Wichlern 165 Jasser teilgenommen. An der gesamten Meisterschaft waren 1825 Frauen und Männer in 14 Wettbewerben dabei. Ein Jahr zuvor waren es 1579. Kaegi ist zufrieden: «Die Teilnehmerzahl ist um rund 15 Prozent gestiegen. Es wäre schön, wenn dieses Jahr 2000 kommen würden.» Weil eine Ausscheidung mehr als 2013 stattfinde, sei dieses Ziel realistisch.

Bild Jassmeisterschaft

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