Klub der jungen Dichter

Alles Schoko oder was?

Lynn Näpflin, Ennetbürgen, schildert im «Klub der jungen Dichter» ein phantastisches Abenteuer im Schokoladenland.

Lynn Näpflin, Ennetbürgen, 6. Primar
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Lynn Näpflin, Ennetbürgen, 6. Primar

Lynn Näpflin, Ennetbürgen, 6. Primar

Als ich nach Hause kam, merkte ich sofort, dass etwas nicht stimmte, weil die Haustüre sperrangelweit offen war. Ich lief langsam ins Haus. Ich entdeckte in meiner Küche einen blauen Diamanten. Diesen beobachtete ich fünf Minuten lang, bis ich mich traute, ihn anzufassen.

Da passierte es: Ich verschwand im Boden und war nicht mehr zu Hause in meiner Küche! Ich war ganz woanders, alles war aus Schokolade: Bäume, Häuser, Gräser und die Sonne. Ich fragte eine Schokoladentafel, welche vorbeihüpfte: «Wo bin ich?» – «Du bist im Schokoladenland. Ich bin Ben, die Schokoladentafel, und wer bist du?» Ich stellte mich vor: «Ich bin Finn, und ich bin im Schokoladenland! Yuppie!»

«Woher kommst du denn?», fragte Ben. «Ich komme von der Erde», sagte ich. «Wie komme ich eigentlich wieder zurück?» Ben hatte keine Ahnung und meinte, ich solle den Schokoladenkönig fragen. Der sei im Schokoladenschloss in der Mitte des Dorfes zu finden. «Okay, danke!», sagte ich und verabschiedete mich.

Ich lief los, brauchte aber sehr lange bis zum Schloss. Ich betrat das schöne, grosse Schloss. Ich suchte den Königssaal 30 Minuten lang. Der König erschrak, als er mich erblickte. Er warf die Schokoladentrauben, die er gerade essen wollte, weg und fragte mich verwundert, was ich hier zu suchen hätte. Ich erzählte ihm die ganze Geschichte und dass ich wieder gerne zurück in meine Küche möchte. Er antwortete: «Du musst eine bestimmte Schokolade, die Bergspitzenschokolade, finden.» «Wo finde ich diese?» «Auf dem Schokoladenberg.» Ich lief auf den Berg. Zum Glück war es an diesem Tag nicht so warm. Das wäre nicht lustig gewesen auf dem Schokoladenweg, welcher sicher klebrig geworden wäre.

Als ich oben war, griff mich ein Schokoladenbär an. Mit meinem Schokoladenspeer verteidigte ich mich. Nach einigen Minuten hatte ich den Kampf gewonnen! Nun ging ich weiter auf die Suche nach der Bergspitzenschokolade. Ich sah sie zwar schon von Weitem in der Höhle, aber der Eingang war eng. Ich musste mich durch den Eingang drücken. Ich sah die spezielle Schokolade in der Felsenwand. Mit meinem Schokoladenpickel ging ich an die Arbeit.

Endlich hatte ich ein Stück der Bergspitzenschokolade freigelegt, packte sie in meinen Rucksack und verliess die Höhle. Ich lief wieder nach unten, ohne einen Schokoladenbären zu treffen. Unten traf ich wieder auf Ben. «Wann gehst du wieder nach Hause?», fragte er. «Wenn ich die Bergspitzenschokolade dem König abgegeben habe», antwortete ich.

Ben lud mich zum Abendessen ein, was mich sehr freute. Aber zuerst musste ich zurück zum Schokoladenkönig. Ich überreichte ihm die Bergspitzenschokolade. Er war überrascht, dass ich sie gefunden hatte, und erklärte mir, wie ich wieder nach Hause käme. Die Bergspitzenschokolade sei mit ein bisschen Schokoladengras zu mischen. Aber zuerst wollte ich zu meiner Verabredung mit Ben. Wo er wohl wohnte? An der Stelle, wo ich Ben zum ersten Mal getroffen hatte, wartete er bereits.

Zusammen liefen wir zu seinem Schokoladenhaus. Er hatte schon gekocht. Es gab Schokoladenmuffins. Wir redeten über die Erde, er wollte alles wissen. Dann musste ich «Tschüss» sagen. «Bye Finn!», sagte er, «Schokoladenehrenwort, wir sehen uns wieder oder, Ben?» Ich bestätigte dies sofort. «Tschüss Ben.» Ich musste mich beeilen, weil es schon Abend war. Der Schokoladenkönig wartete auf mich und hatte alles schon bereit gemacht, damit ich sofort nach Hause kommen konnte. Würde das wirklich klappen? Ich verabschiedete mich vom Schokoladenkönig und bedankte mich. «Schokoladentschüss!» Ich mixte das Schokoladengras mit der Bergspitzenschokolade und sprang in den Schokoladenbrunnen, mit geschlossenen Augen. Prompt landete ich wirklich wieder zu Hause in meiner Küche. Ich war überglücklich und der blaue Diamant war verschwunden. Gespannt warte ich nun auf das nächste Abenteuer.