«Klub der jungen Dichter»

Auf Spurensuche nach Bella

Céline Camenzind, Inwil, erzählt im «Klub der jungen Dichter», wie sie ihre verschwundene Hündin Bella aus den Fängen von skrupellosen Hundehändlern befreien konnte.

Céline Camenzind, Inwil, 6. Primar
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Céline Camenzind, Inwil, 6. Primar

Céline Camenzind, Inwil, 6. Primar

Seit drei Wochen war sie nun verschwunden. Dann stiess ich auf eine neue Spur. Ich und meine Familie suchten schon die ganze Zeit nach unserer Hündin Bella. Weder beim Tierheim noch bei der Polizei war eine Meldung über einen vermissten Hund eingegangen. Wir vermissten Bella alle so sehr.

Als ich eines Tages auf dem Weg zur Schule war, entdeckte ich im Gebüsch, neben den Containern etwas silbrig Glitzerndes. Ich ging näher ran und entdeckte ein zerschnittenes Hundehalsband. Ich hob es auf und sofort war klar, es war das Halsband von unserer Hündin. Es war nämlich mit ihrem Namen und unserer Adresse sowie mit einem Chip versehen. Jemand musste sie hinter den Container ins Gebüsch gezerrt und ihr das Halsband abgeschnitten haben.

Ganz in Gedanken an Bella schlich ich weiter ins Gebüsch und fand ein weisses Fellbüschel. Da, riesige Fussspuren führten durch den Matsch quer über die Wiese, bis sie an einem hohen Zaun bei einem verwahrlosten Grundstück endeten. Aus der Stille ertönte plötzlich ein lautes Winseln und Ketten klirren. Es lief mir eiskalt den Rücken hinunter, doch ich nahm all meinen Mut zusammen und suchte nach einem Eingang.

Eine riesige Dornenhecke überwucherte das Eingangstor, ich suchte nach einem Durchkommen. Ganz unten in der rechten Ecke des Tores entdeckte ich ein Schlupfloch. Ich traute meinen Augen nicht, wieder ein weisser Fellbüschel und blutige Pfoten abdrücke. Ich zwängte mich durch die Öffnung und da stand ich vor dem geisterhaften, verwahrlosten Haus. Ich schlich ums Haus herum plötzlich ertönten Männerstimmen und ganz viele Hunde begannen zu bellen. Die Männer liefen rüber in den alten Schuppen hinter dem Haus. Ich folgte ihnen unauffällig.

Hinter dem Schuppen hatte es ein Fenster. Ich musste auf eine morsche Leiter steigen, um hinein sehen zu können. Was ich da sah, war unglaublich, so viele Hunde, die in einem Käfig an Ketten eingesperrt waren. Da sah ich meine Bella. In diesem Moment knarrte die Leiter und brach zusammen. Die Männer stürzten schreiend aus dem Schuppen, wollten mich packen, doch ich entwischte ihnen. So schnell wie ich konnte, rannte ich den Weg zurück. Sie waren mir dicht auf den Fersen. Es mussten Hundehändler sein, die all diese Hunde ins Ausland schmuggeln wollen, um sie für viel Geld zu verkaufen. Ich musste möglichst rasch die Polizei informieren. Ich merkte, dass die Männer mir nicht mehr folgten. Sie mussten umgekehrt sein, um die Hunde wegzubringen, bevor die Polizei eintraf.

Endlich sah ich vor mir den Polizeiposten. Ich stürmte hinein und erzählte einem Polizisten, was vorgefallen war. Sofort rückten wir mit Blaulicht aus. Wir konnten die Verbrecherbande gleich noch stoppen, bevor diese das Grundstück mit einem Kastenwagen verlassen konnten. Die Bande wurde umzingelt und verhaftet. Als ich den Wagen öffnete, sprang mir Bella entgegen. Die Freude war riesig. Jedoch waren die Hunde in so schlechtem Zustand, dass alle zuerst von einem Tierarzt behandelt werden mussten. Danach konnten alle Hunde zu ihren Besitzern zurück. Nach genaueren Ermittlungen wurde bekannt, dass ich eine der grössten illegalen Hundehändlerorganisationen aufdecken konnte. Meine ganze Familie war überglücklich, dass unsere Bella wieder bei uns war.