«Klub der jungen Dichter»: Der Blick in die Zukunft

Avelina Seregi erzählt im Klub der jungen Dichter, wie ein magisches Ereignis vielleicht die Erde retten kann.

Avelina Seregi, Emmenbrücke, 6. Primar
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Avelina Seregi.

Avelina Seregi.

Hallo, ich bin Ashley und habe in drei Tagen Geburtstag. Dann werde ich 13 Jahre alt. Ihr werdet es nicht glauben. Es passierte am letzten Schultag. Ich kam soeben nach Hause, stieg die Treppe hoch, öffnete die Zimmertüre und traute meinen Augen nicht!

In meinem Zimmer herrscht täglich ein Chaos, doch so schlimm sah es noch nie aus. Dort, wo sonst immer mein Fenster war, befand sich nun ein schwarzes Loch! Das Portal zog mich wie einen Magneten an und ich flog durch diesen schwarzen Kanal. Als ich aufwachte, lag ich auf kaltem Beton. Sofort rappelte ich mich auf und entdeckte etwas Kleines am Himmel herum schwirren. Es sah aus, als wäre es eine Fee. Sie fragte: «Hallo, bist du gut gelandet?» Darauf antwortete ich: «Wenn sich das gut landen nennt, dann ja!» Die Fee schaute mich genervt an. «Ich bin nicht zum Spassen hier. Wie du siehst, bist du in der Zukunft gelandet und wenn du die Zukunft nicht rettest, sieht es in ein paar Jahren bei euch auch so aus.»

«Wir brauchen dringend eine Idee, um die Umweltverschmutzung zu stoppen!», fügte die Fee hinzu. «Findest du eine Lösung für dieses grosse Problem, so öffnet sich das Portal und du gelangst in dein Zimmer zurück. Der Rest erledigt sich von selbst. Wenn du das nicht schaffst, dann kommst du nicht nach Hause!», erklärte die Fee weiter. Erst jetzt bemerkte ich, dass alles um mich nur schwarz-weiss war und überall Fabriken standen, die rauchten. Da realisierte ich, dass ich schnell handeln musste.

Plötzlich hörte ich ‹Eine kleine Nachtmusik› und merkte, dass mein Rucksack vibrierte. Ich hatte ganz vergessen, dass ich noch den Rucksack trug. Da schoss mir eine Idee durch den Kopf: Der Apfel, den ich zum Znüni nicht gegessen hatte, lag noch in der Box. Ich könnte ja Bäume pflanzen! Als könnte die Fee Gedanken lesen, schrie sie: «JA, genau das ist es!» «Doch ich kann nicht zaubern», sagte ich traurig. «Das würde ewig dauern, bis aus dem Apfelkern ein Baum gewachsen wäre», fügte ich vom Mut verlassen hinzu. Die Fee starrte mich entgeistert an. «Was denkst du, was eine Fee kann?» Ich stand auf und ging durch die Strassen und Gassen. Tatsächlich, nirgends war ein Baum oder ein Strauch zu sehen, nichts. In dieser Zeit ass ich meinen Apfel und steckte enttäuscht die Kerne in die Hosentasche. Da sah ich, wie sich plötzlich eine graue, aber noch leicht grüne Wiese vor mir erstreckte. Hier gab es noch etwas Humus und Erde. Ich kniete mich hin und grub, so tief ich konnte. Danach wollte ich die Apfelkerne aus der Hosentasche nehmen und merkte dabei schlagartig, dass ich ein Loch in der Hosentasche hatte. «Oh nein», dachte ich, «das darf doch nicht wahr sein.» Schnell rannte ich zurück. Alle ca. 20 Meter lag ein Kern am Boden. Als ich alle Kerne eingesammelt hatte, lief ich zur Wiese zurück. Dort buddelte ich die Apfelkerne ein.

Die Fee murmelte einen Spruch vor sich hin. Es blitzte und auf einmal schossen grosse Apfelbäume in die Höhe. Es hörte nicht auf und mit einmal war alles grün und die Fabriken fielen in sich zusammen. Doch an einem Baum war noch etwas Schwarzes. Es zog mich an und bevor ich es merkte, lag ich wieder in meinem Bett. Es wird mich sicher jeder für verrückt erklären! Aber denkt daran: Wir haben nicht mehr viel Zeit. Also, rettet die Welt, indem ihr Sorge dazu tragt.

Bestimmen Sie den Siegertext mit!

Nicht weniger als 4926 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2019 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Liebe macht blind» sowie ein Textanfang. Wir publizieren täglich zwei der besten 40 Geschichten. Sobald sie in der Printausgabe unserer Zeitung erschienen sind, finden Sie die Texte auch unter www.luzernerzeitung.ch/dichter. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können mitvoten: Wir vergeben einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat Ihnen also ein Text gefallen, wählen Sie diesen online an. Sie können ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen. Die Preisträgerinnen und Preisträger geben wir Mitte Dezember bekannt. Wir danken allen Autoren, ihren Angehörigen und Lehrpersonen.