«Ach du heilige Pastete!» – Die schönsten Stilblüten aus dem diesjährigen «Klub der jungen Dichter»

4926 Autorinnen und Autoren haben dieses Jahr beim «Klub der jungen Dichter» mitgemacht. Nachdem wir die besten 40 Geschichten publiziert haben, wollen wir Ihnen auch die unfreiwilligen Höhepunkte nicht vorenthalten.

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Er rief: «Ach du heilige Pastete!»

Er rief: «Ach du heilige Pastete!»

Illustration: Tiemo Wydler.

Es ist Montagmorgen. Ich mache mich für die Schule breit.

Ja, zuweilen ist der Unterricht wirklich nur mit Alkohol zu ertragen. Jedenfalls ein starker Textanfang, was bekanntlich sehr wichtig ist:

Ich bin Lea, 14 Jahre alt, und habe zu oft Hausarrest.

Ich öffnete die Zimmertür und traute meinen Augen nicht: Mein Zimmer war aufgeräumt!

Total überraschend! Wie auch die Logik in folgenden Sätzen:

Als ich in die Kisten schaute, gefroren mir vor Schreck fast die Adern. In der Kiste lag ein lustiges kleines Tier.

Als es wieder hell wurde, war ich gefangen in einer dunklen Zelle.

Ich war immer noch traurig, aber Spass machte es trotzdem.

«Hallo, ich heisse Kevin.
Und wie heisst du so?»

Illustration: Tiemo Wydler.

Das Schiff blieb für immer verschollen, bis man es zwei Monate später wiederfand.

Da stand der Serienkiller, der schon lange tot war.

Als ich mich dem Haus nähere, sah ich einen Gemüsegarten. Da wurde mir klar, dass das Haus keinem Kannibalen gehören konnte.

Ziemlich scharfsinnig, nicht? Und manchmal überbordet die Logik gar.

Die Pferde rannten davon, ich rief ihnen nach. Aber niemand antwortete.

Es war keine normale Zeitbombe. Es war eine Explodierzeitbombe!

«Was soll ich nur für eine Geschichte schreiben?», fragte ich meinen Tisch. Der mir eh keine Antwort geben würde.

Lurk geht fünf Stunden lang eine Freundin suchen, aber er schafft es nicht.

Ob es vielleicht am Namen liegt? Auch die Lebenserfahrung junger Autoren beeindruckt:

«Aber du bist doch gar nicht so stark?» – «Wenn ich Bier saufe schon.»

Umarmen, Händchen halten, Küssen, Herzen brechen, und dann fängt das Ganze wieder von vorne an.

Illustration: Tiemo Wydler.

Genau! Ein Wettbewerbsthema war ja die Liebe. Und viel war darüber zu erfahren:

Wir sind seit zwei Wochen zusammen, und immer noch bin ich verliebt.

Wir lagen in meinem Zimmer. Die Hausaufgaben hatten wir völlig vergessen, weil wir so im Liebesterror waren.

Emma hatte schwere Gefühle für Tim.

Immer, wenn ich ihn ansehe, bleibt mein Leben stehen.

Wir sind seit zwei Wochen ein Paar und passen einfach megagut zusammen. Er schaut mich jeden Tag in der Schule an.

Ich fliege morgen mit Leon nach Mallorca, weil ich seit heute mit ihm zusammen bin.

Sie zog mich an Land und machte Mund-zu-Mund-Beatmung. Dieser Moment war der schönste in meinem noch jungen Leben.

Tja, manchmal geht es schnell. Aber nicht immer läuft es rund:

In den Kuss mit meinem Bruder vertieft, bemerkte sie mich nicht einmal.

Ich hatte ein bisschen Angst, dass Philip in ein andres Mädchen verliebt ist. Zum Beispiel in Louisa. Das dümmste Mädchen der Welt.

«Oh, da ist ja die perfekte Frau. Aber wie soll ich die denn jetzt aufgabeln?»

Illustration: Tiemo Wydler.

Wenn man das wüsste! Diesmal ist auch das Thema Schwangerschaft auf grosse Beachtung gestossen.

Ich sah ihren dicken Bauch. «Bist du schwanger?!», schrie ich. Leise antwortete sie: «Ja, aber erst seit heute.»

«Ich habe eine gute Nachricht», sagte der Arzt. «Sie sind schwanger, und das Baby kommt in einer Woche zur Welt.»

Wir kennen uns, seit wir in den Bäuchen unserer Mütter waren.

Als ich zur Welt kam und meine Mutter mir in die Augen sah, beschloss sie sofort abzuhauen.

Die Ärzte teilten mir mit, dass ich von kleinen Zwillingen schwanger war.

Wie bitte? Da sage ich nur: Verachtung dem, der sich was Schlechtes dabei denkt. Wie auch hier:

In der Schule habe ich eine gute Nute gehabt.

Easy, es ist sicher nur ein Tippfehler! Davon hatte es ja einige:

Ich habe die ganze Zeit probiert, aber es kalbt einfach nicht.

Wir gingen zum Hotel und nahmen eine Sweet.

Süss, nicht? Andererseits trumpfen einige Autoren auch mit besonders distinguierten Formulierungen auf:

Mein Magen gab mir zu erkennen, dass er eventuell bald mein Frühstück zurückschicken würde.

Die Möglichkeit nachzusehen, ob meine Eltern noch lebten, fiel schon mal flach.

Ohnehin mischen Eltern öfter mit, im Guten wie im Schlechten:

Wenn es nach meinen Eltern ginge, würden sie in die Steinzeit zurückreisen. Sie sind solche Oldtimers!

Mein Vater ist vor fünf Jahren gestorben, und ich habe als Erinnerungsstück nur dieses Halsband von ihm.

Endlich habe ich es geschafft und kann nach Hause zu Papa und Mama, oléééé, olé, olé, olé, oléééé!

Mein Vater suchte vergeblich nach einer Frau, bis er auf Olga, ein Model, traf.

«Willst du meine Freundin sein? – Ich muss noch meine Eltern fragen.»

Illustration: Tiemo Wydler.

Traditionelle Sitten oder ein Trick, um Zeit zu gewinnen? Jedenfalls sind wir nun bei den besten Dialogen:

«Bist du tot?» – «Ich glaube schon.»

«Hast du mir nicht zugehört?! – Doch, laut und deutlich!»

Tino sah die Frau an der Bar und ging zu ihr. «Sie sind bildschön!» – «Kann sein, aber ich bin blind.»

Seltsame Dinge gibt es zu berichten:

Nach einer Stunde ging ich aufs WC und machte Popcorn.

Ich ging in mein Zimmer und starrte das Pferd auf meinem Bett an. Es hielt etwas in den Hufen.

Ich zog meine Hose an, die eigentlich eine sehr grosse Unterhose war.

Immer wenn ich Fischstäbchen esse, kommen mir gute Ideen.

Ich hoffe, dass er es nicht bemerken würde, aber ich glaube, er hörte, wie es in die Hose ging.

Wir schwimmen, so schnell wir können, denn die Krokodile haben unsere Hosen geklaut.

Illustration: Tiemo Wydler.

Und zum Abschluss noch die besten der klassischen Stilblüten:

Die Tür war sehr alt, denn als ich sie aufmachte, knisterte sie.

Ich war so schnell unterwegs, dass ich fast die Schallmauer zerstörte.

Der Drache war gerade dabei, mein Zimmer in Feuer aufzulösen.

Sie war ungefähr kleiner als ich.

Als ich die Bar betrat, stach mir eine wunderschöne junge Frau ins Auge.

Die Wunde an meiner Hand musste ich bostitchen.

Der Lamborghini hatte einen Totalschaden, den konnte ich in den Abfall werfen.

Die Stilblüten wurden gesammelt von Studierenden der Pädagogischen Hochschule Luzern, welche die Texte vorjurierten. Die Auswahl und Kommentierung besorgte Arno Renggli.