Klub der jungen Dichter
Das Geheimnis der Wölfe

Elyne Hofstetter aus Rengg schreibt im Klub der jungen Dichter über eine geheimnisvolle Begegnung mit einem Wolfsmädchen. Was hat es damit auf sich?

Elyne Hofstetter, Rengg, 4. Primar
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Elyne Hofstetter, Rengg.

Elyne Hofstetter, Rengg.

Auf der Waldlichtung entdeckte ich ein Eichhörnchen, dass ein T-Shirt anhatte. «Siehst du das?!?», fragte ich meinen Bruder. Aber der war plötzlich verschwunden… Ich schrie seinen Namen in alle Himmelsrichtungen und suchte die Lichtung nach Spuren ab. Als ich zu der Stelle kam, an der Ben gerade noch gestanden war, fiel mir ein brauner Streifen auf. Bens Fussabdrücke waren links und rechts davon zu erkennen. Ich überlegte nicht lange und stellte mich auf seine Fussabdrücke. Schon begann der Boden unter mir zu zittern und ich fiel in ein Erdloch.

Als ich hochschaute sah ich, dass sich das Loch wieder zuschob. Obwohl mein Kopf noch schmerzte, sah ich mich um. Ich war in einer runden Höhle gelandet. An den Wänden funkelten türkise Kristalle, am Boden war ein Riss in Form einer Spirale. Sie schien mit türkisem Wasser gefüllt zu sein und war von roten Blüten umrandet. Der restliche Boden war von Moos bedeckt. Ich entdeckte 12 Fackeln die in der Wand steckten. Da hörte ich Bens Stimme. Er linste hinter einem Baumstamm hervor. «Geht es dir gut?» fragte er, während wir uns entgegenliefen. «Ja, ich glaube schon», antwortete ich.

In diesem Moment ertönte ein Geräusch und ein Mädchen, dass halb Wolf halb Mensch war landete elegant auf dem Boden der Höhle. Wir versteckten uns hinter dem Baum. Im selben Moment ertönte ein schnüffelndes Geräusch und das Wolfsmädchen stand vor uns. Ihr Gesicht war das eines Mädchens, ihr Körper war der eines Wolfes. Sie hatte grüne Augen, Sommersprossen und schwarze Haare auf denen Wolfsohren sassen. «Wer seid ihr!? Und was wollt ihr hier?» donnerte sie mit einer festen Mädchenstimme. «Ich bin Ben und das ist meine kleine Schwester Nina», stotterte Ben. «Wir sind in dieses Loch reingefallen.» Die Augen des Mädchens fingen an zu leuchten. «Die Legende besagt, dass zwei mutige Helden kommen würden und den magischen Stein finden werden. Ihr müsst ihn suchen! Bitteeee!» «Okay», antwortete Ben. «Weisst du denn wo der Stein versteckt ist?» «Nö, nicht genau. Irgendwo im Morchelwald.» «Ich bin übrigens Luna, Wolfshüterin der letzten Generation. Ich beschützte die Wölfe mit meinem eigenen Leben.» Luna lief zu einem Gang der tief in die Höhle führte. Ben und ich liefen ihr hinterher. Als wir am anderen Ende des Gangs rauskamen standen wir vor 12 Türen. Jede Tür führte an einen anderen Ort. «In diese müssen wir», erklärte Luna. Dann öffnete Luna die Tür und wir waren im Morchelwald.

Illustration:
Tiemo Wydler

Während wir liefen, erzählte Luna uns, dass der magische Stein in die Stirn des grossen Wolfsfelsen gedrückt werden muss, dann kämen die Wölfe zurück. «Wieso sind die Wölfe denn weg?» fragte ich. «Casina, die Königin der Eulen, hat ihn weggenommen und versteckt. Sobald der magische Stein nicht an seinem richtigen Platz ist, verschwinden die Wölfe. Casina wusste das und konnte die Wölfe nicht ausstehen, deshalb hat sie ihn weggenommen.» «Aha» sagte ich. Nach einer Weile sagte Luna: «Achtet euch auf ein türkisfarbenes Leuchten.» Wir hatten ganze zwei Stunden gesucht und auch türkises Leuchten gesehen, haben den Stein aber nicht gefunden. «Wieso sind die Wölfe eigentlich so wichtig? « fragte Ben. «Ohne die Wölfe gäbe es viel zu viele Rehe und Hirsche, die den Wald kahl fressen würden. Die Wölfe fressen Hirsche und Rehe. Aber seitdem sie fort sind, wird der Wald immer kahler. «Da!» schrie ich und wies mit dem Zeigefinger auf ein türkises Leuchten. Wir standen an einem See der türkis leuchtete. Plötzlich packte mich etwas von hinten und warf mich in den See…

…ich lag im vollgepinkelten Bett und hatte nur geträumt :-).

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