Klub der jungen Dichter
Der Wald der Eichhörnchen

Younes Lenzlinger aus Ennetbürgen schreibt im Klub der jungen Dichter über ein skurriles Erlebnis im Wald. Auf der Suche nach seinem Bruder entdeckt er ein Eichhörnchenparadies.

Younes Lenzlinger, Ennetbürgen, 3. Oberstufe
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Younes Lenzlinger, Ennetbürgen.

Younes Lenzlinger, Ennetbürgen.

Auf der Waldlichtung entdeckte ich ein Eichhörnchen, das ein T-Shirt anhatte. «Siehst du das?!?», fragte ich meinen Bruder. Aber der war plötzlich verschwunden. Zuerst dachte ich, dass sich mein Bruder einen kleinen Spass erlaubt hatte. «Komm schon raus», rief ich. Nichts passierte. «Hallo, wo bist du? Ich finde das nicht lustig.» Es regte sich immer noch nichts. Mir wurde mau, ich machte mir Sorgen, dass meinem grossen Bruder etwas geschehen ist …

Ein Bauchgefühl sagte mir, dass nicht alles richtig abgeht. So machte ich mich auf den Weg, meinen Bruder zu finden. Ich lief die ganze Waldlichtung ab. Alles, was mir in den Sinn kam, wurde gemacht. Ich kletterte auf Bäume, dass ich mehr sehen konnte. Ich kroch in Höhlen herum. Vielleicht war er dort? Aber ich fand weit und breit nichts. Als ich am Waldrand ankam, setzte ich mich enttäuscht auf einen Baumstumpf. «Wo bist du?», schrie ich mit voller Energie und doch auch äusserst erschöpft. Es herrschte Totenstille. Auf einmal sah ich dieses Eichhörnchen wieder. «Bleib stehen!», rief ich hoffnungslos. Das Eichhörnchen blieb tatsächlich stehen. «Wer bist du? Von wo kommst du?», fragte mich das Eichhörnchen ängstlich. Ich war komplett überfordert, da ich nicht glauben konnte, dass dieses Tier gerade wirklich mit mir sprach. Doch ich antwortete …

Wir kamen in ein Gespräch, dass für mich sehr komisch war. Ich meine, ich spreche mit einem Eichhörnchen. Ich wollte wissen, wo mein Bruder sei. Es antwortete mir «Meinst du diesen Bengel, der uns alle Nüsse weggegessen hat?» «Ähm, ich weiss nicht», antworte ich leise. Das Eichhörnchen nahm mich mit an den Ort, wo mein Bruder sein sollte. Es führte mich durch Schlamm und Hügel, doch ich gab nicht auf und folgte dem Eichhörnchen, bis wir an dem Ort ankamen, bei dem mein Bruder sein sollte. Am Ende musste ich einen Baum hochklettern. Ich war oben. Als ich fast an der Baumspitze war, konnte ich meinen Augen kaum glauben. Ein riesen Eichhörnchenparadies.

Illustration:
Tiemo Wydler

Es war wie eine zweite Welt. Es gab Häuser, welche von Eichhörnchen erbaut wurden. Es existierten sogar Strassen und kleine Fahrzeuge. «Komm mit!», rief das Eichhörnchen. Ich folgte ihm. Ich kam bei einem schönen Häuschen an. Mit Ducken konnte ich das Haus betreten. «Mein Bruder!», jauchzte ich erleichtert. Ein dickes Eichhörnchen sauste zu mir. «Also, du bist der Bruder dieses Bengels?» «Ja genau», antwortete ich schluchzend. «Nimm deinen Bruder und verzieht euch! Du hattest Glück, dass du genug früh da warst, sonst wäre er jetzt tot.»

«Warum?», fragte ich. «Er hat nicht unsere Nüsse vom Wald zu essen!», artikulierte das dicke Eichhörnchen. Ich packte mein Geschwister und verschwand schnell. Als wir vom Baum runtergeklettert waren, hörte ich wenigstens von ihm ein «Danke, dass du mich gerettet hast.» «Bitte, das machen doch Brüder», flüsterte ich. «Und jetzt schnell weg!» Nach ein paar Stunden kamen wir endlich zu Hause an. Ich war nur noch müde und ging schlafen. «Das war ein Tag!»